Milliarden für US-Halbleiterfertigung TSMC verspricht Trump neue Investitionen in die US-Halbleiterei

Von Henrik Bork 3 min Lesedauer

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Es ist ein wichtiger Erfolg für die US-Regierung, die mehr Halbleiter in den USA produzieren will: Neben Donald Trump stehend hat der CEO von TSMC, C. C. Wei, neue Investitionen von 100 Milliarden US-Dollar in Arizona angekündigt.

TSMC plant weitere Investitionen in die US-amerikanische Halbleiterindustrie.(Bild:  TSMC)
TSMC plant weitere Investitionen in die US-amerikanische Halbleiterindustrie.
(Bild: TSMC)

„Wir müssen in der Lage sein, die Chips und Halbleiter, die wir benötigen, genau hier zu bauen“, sagte Trump. „Es ist eine Frage der nationalen Sicherheit für uns.“ C. C. Wei, der CEO des taiwanesischen Chip-Produzenten, kündigte den Bau von drei neuen Fabs in Arizona an, was deren Gesamtzahl auf sechs erhöhen wird. Außerdem werde sein Unternehmen zwei neue Anlagen für Advanced Packaging, sowie ein großes Zentrum für Forschung & Entwicklung von Halbleitern in den USA bauen.

Erst in jüngster Vergangenheit hatte Wei wieder beteuert, dass zumindest die Forschung & Entwicklung von TSMC in Taiwan bleiben werde. Doch nun hat das Unternehmen offensichtlich dem wachsenden politischen Druck aus Washington nachgegeben.

Donald Trump hatte Taiwan schon während seines Wahlkampfs mehrfach bezichtigt, die Halbleiterindustrie der USA „gestohlen“ zu haben. Statt wie unter seiner ersten Amtszeit und später unter seinem Nachfolger Joe Biden setzt er seit seinem zweiten Einzug ins Weiße Haus in Washington nicht mehr vorwiegend auf Subventionen, sondern auf die Androhung von Strafzöllen und politischen Druck.

Androhungen von Zöllen

Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit als US-Präsident hatte er zunächst von neuen Zöllen in der Höhe von 25 Prozent auf die Einfuhr von Halbleitern gesprochen, später sogar von bis zu 100 Prozent. Für TMSC, das mit Nvidia, AMD, Qualcomm und Broadcom einige seiner größten Kunden in den USA hat, waren solche Strafzölle ein ernst zu nehmendes Risiko.

Mit den neuen 100 Milliarden wachsen die Investitions-Zusagen von TSMC in den USA auf insgesamt 165 Milliarden US-Dollar. Einen genauen Zeitrahmen für die Investitionen nannte der TSMC-Chef nicht, sprach aber von 40.000 neuen Jobs in der amerikanischen Bauindustrie, die über die nächsten vier Jahre geschaffen werden würden.

In Medienberichten war außerdem die Rede von 25.000 neuen Arbeitsplätzen in der chinesischen Hightech-Industrie. Trump nutzte den Moment, um die Ankündigung von TSMC in den Kontext seiner „MAGA“-Wahlkampfversprechen zu stellen. „Halbleiter sind das Rückgrat der Wirtschaft im 21. Jahrhundert und, wirklich, ohne die Halbleiter gibt es keine Wirtschaft“, sagte Trump während der Zeremonie mit Wei im Weißen Haus. Man wolle in der Lage sein, Chips „in amerikanischen Fabriken, mit amerikanischen Fertigkeiten und amerikanischer Arbeit zu bauen“, sagte Trump.

Strategie gegen „Intel-Druck“?

Einige Beobachter in Taiwan äußerten die Vermutung, TSMC habe mit den Investitionen auch einen „Deal“ zur Übernahme oder Rettung von Intel abwehren wollen, über den die neue Trump-Regierung Medienberichten zufolge mit den Taiwanern verhandelte. Der Investitionsplan sehe nach einem „Ausweichmanöver“ aus, um Investitionen in oder eine Übernahme von Intel abzuwenden, zitierte die South China Morning Post Huang Huei-hua, die Direktorin des Think-Tanks „Taiwan Global Talk“ in Taipeh. Es sei aber nicht klar, ob das Thema Intel wirklich vom Tisch sei, fügte Huang hinzu.

C. C. Wei wies alle Vermutungen, TSMC habe sich politischem Druck gebeugt, nach seiner Rückkehr nach Taiwan auf einer Pressekonferenz zurück. Es gehe lediglich um den Bedarf seiner Kunden, ähnlich wie beim Bau der neuen TSMC-Fabriken in Deutschland und Japan, sagte Wei. Der CEO des Chipherstellers war der jüngste in einer immer länger werdenden Reihe von Firmenchefs, die sich die Türklinke in die Hand geben, um im Weißen Haus neben Trump stehend Milliarden-Investitionen anzukündigen.

Die CEOs und Gründer von OpenAI, Oracle und Softbank haben Trump über die kommenden vier Jahre Investitionen von 500 Milliarden US-Dollar in Datenzentren versprochen. Tim Cook von Apple kündigte dieselbe Summe an, ebenfalls während der laufenden Amtsperiode von Trump. (sb)

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