Mobilfunk und Satellitenkommunikation Qualcomm bündelt 5G Advanced mit Satellitenfunk und Wi-Fi 8

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Mit Dragonwing FWA Gen 6 Elite bringt Qualcomm mehrere Kommunikationsstandards auf eine Plattform. KI-Prozessoren sollen Funkverbindungen optimieren und die Vernetzung abgelegener Standorte erleichtern.

Mehrere Funkstandards auf einer Plattform: Qualcomms Dragonwing FWA Gen 6 Elite kombiniert 5G Advanced, Satellitenkommunikation und Wi-Fi 8 mit lokaler KI-Verarbeitung für die drahtlose Breitbandanbindung.(Bild:  Qualcomm)
Mehrere Funkstandards auf einer Plattform: Qualcomms Dragonwing FWA Gen 6 Elite kombiniert 5G Advanced, Satellitenkommunikation und Wi-Fi 8 mit lokaler KI-Verarbeitung für die drahtlose Breitbandanbindung.
(Bild: Qualcomm)

Qualcomm hat zur Network X 2026 in Wien die Dragonwing FWA Gen 6 Elite Plattform vorgestellt. Sie kombiniert das 5G-Modem X105 mit Satellitenkommunikation, Wi-Fi 8 und lokaler KI-Verarbeitung. Hersteller können damit Gateways entwickeln, die Breitbandanschlüsse über Mobilfunk bereitstellen und Daten vor Ort über WLAN oder Ethernet verteilen.

Die Plattform basiert auf einer für 3GPP Release 19 vorbereiteten Hardwarearchitektur, die auch als Grundlage für frühe 6G-Entwicklungen dienen soll. Das bereits im Frühjahr 2026 vorgestellte X105-Modem erreicht laut Qualcomm theoretisch bis zu 14,8 Gbit/s im Downlink, wenn Frequenzen unterhalb von 6 GHz (FR1) und Millimeterwellen (FR2) kombiniert werden. Allein über FR1 sind bis zu 13,1 Gbit/s möglich, im Uplink bis zu 4,2 Gbit/s. Dafür unterstützt das Modem unter anderem die Bündelung von bis zu 500 MHz Bandbreite und MIMO-Techniken mit mehreren parallelen Datenströmen.

Neben dem Mobilfunkmodem integriert Qualcomm einen Vierkernprozessor und eine separate NPU mit bis zu 10 TOPS Rechenleistung. Damit sollen Gateways auch KI-Anwendungen direkt im Gerät ausführen können, anstatt sämtliche Verarbeitungsschritte in die Cloud auszulagern.

KI soll Funkstörungen erkennen und Verbindungen anpassen

Nach Angaben von Qualcomm analysiert der 5G-KI-Prozessor der fünften Generation die Funkbedingungen und soll Veränderungen vorhersagen, um die Verbindung dynamisch anzupassen. Zu den vorgesehenen Funktionen gehören das Erkennen überlasteter Funkzellen, die Priorisierung bestimmter Datenströme und die dynamische Steuerung der Empfangsantennen. Auch beim Wechsel zwischen 5G und WLAN soll die Technik Verbindungsunterbrechungen reduzieren.

Für die lokale Vernetzung nutzt die Plattform Tri-Band-Wi-Fi 8 mit einer 5×5-Funkarchitektur. Sie unterstützt die Frequenzbänder bei 2,4, 5 und 6 GHz sowie bis zu zwölf räumliche Datenströme. Verfahren wie Multi-Link-Betrieb, OFDMA und MU-MIMO sollen die verfügbare Funkkapazität effizienter auf mehrere Geräte verteilen. Wi-Fi 8 basiert auf dem noch nicht abgeschlossenen Standard IEEE 802.11bn.

Satellitenfunk erweitert die Einsatzmöglichkeiten

Zudem unterstützt die Plattform nichtterrestrische Netze (NTN). Das X105-Modem unterstützt die Satellitenfunkstandards NR-NTN für breitbandigere Sprach- und Datendienste sowie NB-NTN für schmalbandige Anwendungen, etwa Nachrichten und Sensordaten.

Mögliche Einsatzfelder reichen von temporären Standorten bis zu abgelegenen Industrieanlagen, bei denen Satellitenverbindungen einen zusätzlichen Kommunikationsweg eröffnen könnten. Ob die Verbindung tatsächlich genutzt werden kann, hängt allerdings von der Geräteausstattung, den verfügbaren Satellitennetzen und regulatorischen Vorgaben ab.

Zur weiteren Ausstattung gehören zwei konfigurierbare 10-Gbit-Ethernet-Anschlüsse. Als Softwareumgebungen unterstützt Qualcomm unter anderem OpenWrt, prplOS und RDK-B. Ein konkretes Gerät auf Basis der neuen Plattform oder einen Termin für dessen Markteinführung hat Qualcomm bislang nicht genannt.

 (mc)

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