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Guter Abschied – Was der Einzelne tun kann
Wir hatten eingangs von der Fragwürdigkeit von Empfehlungen geschrieben. Daran ist nicht zu deuteln. Gleichwohl ist der Wunsch zu respektieren, die Essenz aus vielen Gesprächen zu erfahren, getreu der Überzeugung, dass das, was nicht auf knappen Nenner zu bringen ist, nicht der Rede wert ist.
Radikal: Auf Statusannehmlichkeiten verzichten, ganz oder teilweise
Eine erfahrene Unternehmerin sagt, der beste Rat sei, auf Statusmerkmale, die man nicht unbedingt glaubt zu benötigen, von vorneherein zu verzichten. Dann müsse man sie hernach nicht vermissen. Jürgen Todenhöfer berichtet auf dem Hintergrund seiner erfolgreichen Doppelkarriere in Politik und Wirtschaft, ihm habe es immer gut getan, nach erhebenden öffentlichen Auftritten in einen Dienstwagen zu steigen, der von ihm bewusst eine Nummer kleiner als für seine Position vorgesehen ausgewählt worden war. Dies habe ihn vor Selbstüberschätzung gewarnt.
Weniger radikal: Bei Statusannehmlichkeiten achtsam sein
Wer nicht bis zur Selbstkasteiung eines Todenhöfers, der als Abgeordneter konsequent Economy flog, gehen will, sollte aber allein aus Karrierevorsicht reflektiert mit allen Statusannehmlichkeiten umgehen. „ Ich habe meinen Dienstwagen und die Dienste meines Büros genossen, aber versucht, mir meine Privilegierung stets vor Augen zu halten“, sagt ein erfolgreicher Manager, der den Umstieg zum Berater geschafft hat. Übertreibung und Protzerei schaden nicht erst nach, sondern schon während der Karriere. Sie können diese auch beenden.
Als ein Hauptgeschäftsführer einer Industrie- und Handelskammer in die Kritik geriet, wurde ihm im Kommentar der örtlichen Zeitung vorgehalten: „Beim Neujahrsempfang lässt er die Gäste über einen meterlangen Teppich auf sich zu schreiten, um sie dann per Handschlag zu begrüßen.“ Der Artikel ist überschrieben „Kavalier oder Kammerfürst? In der gleichen Ausgabe wirft der Chefredakteur unter der Titelzeile „Warum Chefs von Kammern oft so mächtig werden“ in seinem Kommentar die Frage auf: „Wie viel kurfürstliche Attitüde tut einer Wirtschaftskammer eigentlich gut?“ Der Angegriffene ist nicht mehr Hauptgeschäftsführer.
Demut bewahren
Generelles Misstrauen gegenüber Schmeichlertum, Selbstbewusstsein durch liebevolle Kindheit und berufliche Erfahrung als Unternehmensgründer in jungen Jahren werden als weitere Schutzwälle genannt.
Freundeskreis hegen
Freundschaften sind wie ein Netz, in das man fallen darf, wenn man schwächelt. Schwer haben es die eiskalten Karriereritter, denn sie fallen nun und nichts fängt sie auf.
Immer mal selber machen
„Do it yourself“ ist ein weiterer Ratschlag. Wer damit – ob freiwillig oder als Teil der Firmenkultur – schon zu Zeiten seiner ersten Berufskarriere Übung gesammelt hat, hat es hernach, wenn man viel mehr auf sich selber angewiesen ist, umso leichter, so lautet das einleuchtende Argument.
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