Handelsabkommen zwischen EU und China EU begrenzt chinesische Hybridimporte auf 350.000 Fahrzeuge jährlich

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Die EU und China haben sich auf eine Begrenzung der Hybridauto-Importe verständigt. Künftig sollen zunächst höchstens 350.000 Fahrzeuge jährlich aus China in die EU gelangen. Für chinesische Hersteller könnte das ein zusätzlicher Anreiz sein, ihre Produktion nach Europa zu verlagern.

Illustration: Die EU plant, die Einfuhr von Hybridfahrzeugen zu begrenzen. Für chinesische Hersteller könnte dadurch die Produktion in Europa attraktiver werden.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Illustration: Die EU plant, die Einfuhr von Hybridfahrzeugen zu begrenzen. Für chinesische Hersteller könnte dadurch die Produktion in Europa attraktiver werden.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Die Europäische Union und China haben sich auf eine Begrenzung der Einfuhren von Hybridfahrzeugen verständigt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters vom 12. Oktober 2026 (via Tagesschau) soll die Importmenge zunächst auf 350.000 Fahrzeuge jährlich beschränkt werden. Die Obergrenze darf anschließend über einen Zeitraum von vier Jahren um jeweils sechs Prozent pro Jahr steigen. Die Regelung könnte bereits Anfang Dezember 2026 in Kraft treten.

Hintergrund ist der starke Anstieg chinesischer Fahrzeugexporte nach Europa. Im ersten Halbjahr 2026 verdreifachte sich der Wert der chinesischen Hybridexporte in die EU gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 2,5 auf 7,5 Milliarden US-Dollar. Besonders stark vertreten sind die Hersteller BYD, SAIC und Chery.

Plug-in-Hybride profitieren von Zollausnahme

Seit Oktober 2024 erhebt die EU zusätzliche Ausgleichszölle auf batterieelektrische Fahrzeuge aus China. Plug-in-Hybride sind von diesen Zusatzzöllen bislang ausgenommen. Chinesische Hersteller haben deshalb ihre Hybridexporte nach Europa deutlich ausgeweitet. Nach Angaben der Investmentbank Jefferies entfallen mehr als 90 Prozent der chinesischen Hybridverkäufe in der EU auf SAIC, BYD und Chery. Für diese Hersteller machen Hybridfahrzeuge inzwischen mehr als die Hälfte ihrer europäischen Verkäufe aus.

Die neue Vereinbarung soll das Importwachstum bremsen. Nach Einschätzung der EU-Kommission könnten die chinesischen Hybridexporte, die 2026 voraussichtlich rund 800.000 Fahrzeuge erreichen, durch die Begrenzung deutlich zurückgehen. Die geplante Schutzmaßnahme soll vier Jahre gelten und auch andere Handelspartner der EU erfassen. Nach Erreichen der jeweiligen Importobergrenze sollen keine weiteren Einfuhren genehmigt werden. Einzelheiten zur Umsetzung müssen noch ausgearbeitet werden.

Mehr chinesische Fahrzeugproduktion in Europa?

Für die europäischen Automobilhersteller könnte die Vereinbarung kurzfristig Entlastung bringen. Volkswagen hält nach den von Reuters zitierten Marktdaten weiterhin einen Anteil von 31,8 Prozent am europäischen Plug-in-Hybrid-Markt, steht aber zunehmend im Wettbewerb mit BYD, Chery, SAIC und Geely.

Langfristig könnte die Importbegrenzung allerdings einen gegenteiligen Effekt haben: Wenn der direkte Export aus China schwieriger wird, dürfte die Fertigung innerhalb Europas für chinesische Hersteller attraktiver werden. Mehrere chinesische Hersteller investieren bereits in europäische Produktionskapazitäten. BYD baut seine Fertigung in Ungarn aus, Chery produziert in Barcelona und SAIC verfolgt Pläne für einen Produktionsstandort in Spanien. Fahrzeuge aus europäischer Fertigung wären von der geplanten Importbegrenzung nicht betroffen.

Branchenanalysten erwarten deshalb, dass die Vereinbarung den Ausbau chinesischer Produktionskapazitäten in Europa beschleunigen könnte. Damit würde sich der Wettbewerb zunehmend von importierten Fahrzeugen auf lokal produzierte Modelle verlagern. (sb)

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