Mit 4.800 Besuchern und 165 Ausstellern hat die EFX in Stuttgart ihre Premiere gefeiert. Das neue Event punktete mit einer entspannten Atmosphäre und viel Raum für persönliche Gespräche. Nicht alle Erwartungen wurden erfüllt, doch die Voraussetzungen für einen neuen Branchentreffpunkt sind vorhanden.
Impressionen von der ersten EFX in Stuttgart.
(Bild: Thomas Wagner / Messe Stuttgart)
Wer vom 6. bis 8. Oktober 2026 mit offenen Augen und Ohren über die EFX – Expo for Electronics Manufacturing in Stuttgart ging, musste selten lange nach einem Gesprächspartner suchen. Die Atmosphäre war angenehm, fast schon familiär. Statt Gedränge in den Gängen und hektischer Standbesuche gab es Zeit für ausführliche Gespräche, neue Kontakte und den einen oder anderen spontanen Austausch. In dieser Hinsicht hat die neue Veranstaltung vieles richtig gemacht.
165 Unternehmen aus 16 Ländern präsentierten zur Premiere ihre Technologien und Dienstleistungen, insgesamt kamen 4.800 Besucher. Laut Messe Stuttgart erfüllte die EFX die Erwartungen von 75 Prozent der befragten Besucher. Projektleiterin Theresa Börsig zieht eine positive Bilanz und kündigt an, das Konzept gemeinsam mit der Branche weiterzuentwickeln. Dass es dafür noch reichlich Ansatzpunkte gibt, zeigte sich allerdings ebenfalls während der drei Tage. Denn so angenehm die Atmosphäre auch war, die Erwartungen an das neue Format gingen unter den Ausstellern zum Teil deutlich auseinander.
Zwischen Networking-Plattform und klassischer Fachmesse
Die EFX war mit dem Anspruch angetreten, mehr als eine klassische Produktschau zu bieten. Im Mittelpunkt sollten die gesamte Wertschöpfungskette der Elektronikfertigung und der persönliche Austausch stehen. Dafür setzt die Messe Stuttgart auf einheitliche Standkonzepte, Fachvorträge, Guided Tours, Beratungsangebote und Networking bis in die Abendstunden.
Vieles davon funktionierte. Gleichzeitig erinnerten die zahlreichen ausgestellten Fertigungsmaschinen stellenweise an eine kleinere productronica oder eine Neuauflage der eingestellten SMTconnect. Auch Vortragsbühnen, Guided Tours und Sonderflächen kennt die Branche bereits von anderen Veranstaltungen. Aber man kann es auch so sehen: Gerade die (noch) überschaubare EFX bietet auch kleineren Ausstellern die Chance, sichtbar zu werden und mit Besuchern ins Gespräch zu kommen, ohne sich gegen die Kulisse großer Stände behaupten zu müssen.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die EFX bei der Besucherreichweite noch Luft nach oben hat. Die letzte SMTconnect im Jahr 2024 brachte nach Veranstalterangaben bei ebenfalls rund 165 Ausstellern mehr als 7.100 Fachbesucher nach Nürnberg. Natürlich lässt sich eine etablierte Veranstaltung nicht ohne Weiteres mit einer Premiere vergleichen. Dennoch macht der Unterschied deutlich, dass die EFX ihr Publikum teils noch finden muss – und kann.
Viele Gespräche, unterschiedliche Erwartungen
Wie unterschiedlich die Premiere wahrgenommen wurde, zeigte sich besonders in Gesprächen mit den Ausstellern. Maschinenhersteller, die ihre Anlagen mitgebracht hatten, äußerten sich vielfach zufrieden. Unter EMS-Dienstleistern fiel das Fazit gemischter aus. Während einige von wenigen, aber wertvollen Kontakten berichteten, vermissten andere potenzielle Auftraggeber.
Das ist insofern interessant, als die Besucherbefragung zunächst ein durchaus passendes Fachpublikum erkennen lässt. Laut Besucherbefragung entfielen 23 Prozent der Befragten auf Industrieelektronik und Automatisierung, 20 Prozent auf den EMS-Bereich und 17 Prozent auf den Maschinen- und Anlagenbau. Doch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Branche sagt wenig darüber aus, ob die richtigen Geschäftspartner aufeinandertreffen.
Gerade EMS-Dienstleister sind auf Kunden aus unterschiedlichen Anwendungsbereichen angewiesen, etwa aus Medizintechnik, Industrieelektronik oder Messtechnik. Die Elektronikfertigung als Wertschöpfungskette zusammenzubringen, ist deshalb nur ein Teil der Aufgabe. Ebenso wichtig wird sein, die Anwenderbranchen stärker einzubinden.
Ein offenes Konzept mit kleinen Hindernissen
Diskussionsstoff bot auch die Gestaltung des Raums. Die weitgehend einheitlichen Stände erleichterten den Aufbau, sorgten für ein ruhiges Gesamtbild und boten dem üblichen Fachmesse-Standgigantismus wacker die Stirn. Bei den meisten kam das gut an, allerdings litt die Orientierungsmöglichkeit teilweise darunter. Wer ein bestimmtes Unternehmen suchte, konnte durchaus mehrfach um denselben Standblock laufen, weil die Nummerierungen wenig geholfen haben. Hier ließe sich schon mit vergleichsweise einfachen Mitteln nachhelfen, beispielsweise durch gut sichtbare Ausstellerlogos oberhalb der einzelnen Standinseln.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Auch die Platzierung der Veranstaltungsflächen war weniger offen als ursprünglich angedacht, denn die Vortragsbühnen und Networking-Bereiche lagen in den Ecken der Halle. Teilweise waren sie durch Stoffvorhänge vom übrigen Geschehen getrennt. Das mag der Akustik geholfen haben, ließ die Veranstaltungen hinter dem Schleier aber aus dem Blickfeld verschwinden. Schade eigentlich, denn gerade bei einem Format, das vom Austausch lebt, wäre es reizvoll gewesen, die Besucher stärker in das Geschehen hineinzuziehen. Zentral gelegene, offen gestaltete Veranstaltungsflächen könnten dazu beitragen, dass man auch spontan bei einem Vortrag oder einer Diskussion stehen bleibt. Gleichwohl leuchtet wohl jedem ein, dass ein solcher Aufbau mit dem Meistern größerer Herausforderungen einhergeht – wir wünschen uns da ein „Challenge accepted“ von den Veranstaltern.
Wenn der „Messetag“ in die Verlängerung geht
Eine der interessanteren Ideen der EFX war das Abendprogramm. An den ersten beiden Veranstaltungstagen blieb die Halle bis 22:00 Uhr für das Networking geöffnet. Im Networking-Bereich war durchaus etwas los, auch wenn sich nicht alle Besucher für die Verlängerung des Messetages begeistern konnten. Wer bereits acht Stunden am Stand verbracht hatte, wollte den Abend nicht unbedingt im Stehen fortsetzen. Manche Teilnehmer zog es deshalb zum gemeinsamen Essen ins Restaurant, andere nutzten das gute Wetter für Gespräche im Freien.
An der Sinnhaftigkeit der Grundidee ändert das wenig. Kontakte dort zu vertiefen, wo sie tagsüber entstanden sind, und dafür nicht erst den Veranstaltungsort wechseln zu müssen, hat einen großen Reiz und ist obendrein bequem. Vielleicht braucht es dafür künftig einfach mehr gemütliche Sitzgelegenheiten, eine offenere Gestaltung und etwas weniger Lautstärke. Denn eines hat die EFX gezeigt: An Gesprächsbereitschaft mangelte es definitiv nicht.
Eine Frage des richtigen Zeitpunkts
Weniger einfach dürfte sich die Diskussion um den Veranstaltungstermin gestalten. Nur gut einen Monat nach der EFX öffnet bereits die electronica in München ihre Tore. Und das eingangs erwähnte Familiengefühl kam auch daher, dass kurz zuvor die FED-Konferenz und der EMS-Tag stattgefunden haben. Man hat sich in drei Wochen teils schon zum dritten Mal getroffen. Gerade für Unternehmen, die mehrere dieser Veranstaltungen besuchen oder als Aussteller begleiten, ist das ein anspruchsvolles Pensum.
Allerdings sind die Interessen unterschiedlich. Maschinenhersteller, die auf der electronica weniger präsent sind, wünschen sich vor allem einen möglichst großen Abstand zur productronica. Für viele Zulieferer und EMS-Dienstleister hingegen liegt die EFX mitten in einer ohnehin dicht gefüllten Veranstaltungssaison. In Gesprächen vor Ort wurde deshalb mehrfach der Wunsch nach einem Frühjahrstermin laut. Ob dieser für alle Beteiligten die bessere Lösung wäre, ist eine andere Frage. Die Terminwahl wird jedenfalls ein wichtiger Faktor bleiben, wenn es darum geht, möglichst viele Zielgruppen für die EFX zu gewinnen.
Eine gute Grundlage für 2028
Trotz aller offenen Fragen hat die EFX bei ihrer Premiere Qualitäten gezeigt, die man auf großen Fachmessen bisweilen vermisst. Die kurzen Wege, die entspannte Atmosphäre und vor allem die Zeit für ausführliche Gespräche machten den Besuch sehr angenehm. Vor allem Unternehmen, die bestehende Kontakte pflegen und neue Geschäftsbeziehungen anbahnen wollten, fanden dafür gute Bedingungen. Wie erfolgreich sich daraus konkrete Geschäfte entwickeln, dürfte sich allerdings erst im Nachgang zeigen.
Auch die Verbindung mit den parallel stattfindenden Messen VISION, Motek und Quantum Effects bietet Möglichkeiten, zusätzliche Zielgruppen anzusprechen und den Austausch über die Elektronikfertigung hinaus zu fördern. Gleichzeitig steht die EFX vor der Aufgabe, ihr eigenes Profil zu finden. Denn gute Gespräche sind auch auf Fachtagungen, Tech Days oder spezialisierten Branchenveranstaltungen möglich. Entscheidend wird deshalb sein, welchen zusätzlichen Nutzen die EFX ihren unterschiedlichen Ausstellergruppen bieten kann. Die nächste Ausgabe ist für den 24. bis 26. Oktober 2028 angekündigt. Bis dahin bleiben zwei Jahre, um Erfahrungen auszuwerten, Anregungen aus der Branche aufzugreifen und das Konzept an den richtigen Stellen weiterzuentwickeln.
Die erste EFX war sicherlich nicht perfekt. Das musste sie als Premiere aber auch nicht sein. Sie hat gezeigt, dass ein persönlicher, unkomplizierter Branchentreffpunkt durchaus seinen Platz in der Elektronikfertigung haben kann. Jetzt gilt es, auf dieser Grundlage aufzubauen. Wir von der ELEKTRONIKPRAXIS haben die Premiere gerne als Medienpartner begleitet und würden uns freuen, auch 2028 wieder dabei zu sein. Denn wir wünschen der EFX, dass sie die kommenden zwei Jahre nutzt, um aus einem sympathischen Auftakt einen festen Branchentreffpunkt im Heartland der Elektronikfertigung zu machen. (sb)