Anbieter zum Thema
Motorola: Kein Thronfolger für das Erfolgsmodell
Die Liste der Motorola-Innovationen ist lang: Das US-Unternehmen kann auf das erste kommerziell erfolgreiche Autoradio, das erste Mobiltelefon sowie auf erfolgreiche Mikroprozessor-Plattformen wie den Typ 68000 zurückblicken, der in Apples Ur-Macintosh, im Commodore Amiga und im Atari ST verbaut war.
Aus jüngerer Zeit ist das flache Motorola-Handy RAZR zu nennen, das in der Prä-iPhone-Epoche zur Standardausstattung jedes technikaffinen Menschen gehörte.
Wenn es nach dem Willen der Unternehmensleitung, dann wird der Handy-Hersteller Motorola bald nur noch als Teil des Google-Imperiums weiterleben. Die Halbleitersparte wurde längst abgespalten und ist heute unter dem Namen Freescale tätig. Vom Konzern wird dann voraussichtlich nur noch der Unternehmensteil Motorola Solutions übrig bleiben, der die Geschäftskundensparte umfasst.
Wie kam es dazu? Ein Teil der Antwort ist sicherlich, dass es nicht gelang, für das phänomenal erfolgreiche Telefon Motorola RAZR einen würdigen Nachfolger zu finden. Insgesamt verkauften sich die Varianten des flachen Klapphandys, das an Captain Kirks Kommunikator aus der Star-Trek-Originalserie erinnerte, etwa 130 Millionen mal.
2006 war der Scheitelpunkt der RAZR-Welle erreicht, ein Jahr später kam das erste iPhone auf den Markt. Im Herbst 2008 löste das Apple-Telefon das RAZR als meistgekauftes Mobiltelefon ab.
Motorola wurde vor allem dadurch hart getroffen, dass das bis dahin überaus erfolgreiche Klapphandy-Konzept für ein Smartphone viel ungünstiger war als der Taschenschminkspiegel-Formfaktor des iPhone und seiner Epigonen. Insofern hatte Motorola einfach ein Stück weit Pech.
Eine Zeitlang schien es, als ob das Unternehmen mit dem Android-Smartphone Milestone an den früheren Erfolg würde anknüpfen können. Das Gerät war eines der erfolgreichsten Android-Phones der ersten Generation, verlor aber an Beliebtheit, da Motorola es den Nutzern zunächst nicht erlaubte, freie Android-Varianten auf dem Handy aufzuspielen.
Zudem kopierte Motorola bei seinen Android-Smartphones das iPhone-Design von Apple nicht ganz so dreist, wie es Samsung bei seinem Modell Galaxy S tat.
So wie es jetzt scheint, wird Motorola sein Schicksal ganz eng an Google binden. Ob dies dazu führt, dass die Amerikaner zum exklusiven Hardwarelieferanten des Suchmaschinenkönigs werden, bleibt abzuwarten.
(ID:29501090)