6G könnte aufgrund einer spürbar besseren Performance im Vergleich zu 5G zu einem Gamechanger werden. Doch während in asiatischen Ländern bereits stark an der Entwicklung der Technologie gearbeitet wird, scheint Europa hinterherzuhinken.
In Asien wird bereits an der Entwicklung von 6G gearbeitet; Technologien befinden sich schon im Test.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)
In Asien ist das Rennen um 6G voll entbrannt. Mehrere Länder, die schon bei der Entwicklung von 5G führend waren, hoffen nun auch wieder die „sechste Generation“ der mobilen Telekommunikation zu dominieren, allen voran Südkorea, China und Japan.
„Das globale Rennen um 6G hat begonnen und es steht viel auf dem Spiel, denn durch 5G und 6G ermöglichte Aktivitäten dürften weltweit bis 2030 schätzungsweise drei Billionen Euro an wirtschaftlichem Wachstum generieren“, heißt es in einer Veröffentlichung des EU-Parlamentes vom Anfang des Jahres.
„Frühe 5G-Spitzenreiter in Asien wie Südkorea, China und Japan haben begonnen, ihre Vision für 6G zu definieren“, schrieben die Forscher in Straßburg in ihrem Arbeitspapier für die EU-Parlamentarier. Auch die EU benötigt künftig eine solche „Hochleistungs-Infrastruktur der Konnektivität“, wird angemahnt.
Doch ähnlich wie schon bei der letzten Generation, preschen auch dieses Mal wieder Regierungen und Unternehmen in Asien besonders entschlossen voran, versuchen sich möglichst früh mit technischen Lösungen und Pilotprojekten in Stellung zu bringen.
Startschuss gefallen
Noch ist unklar, ob 6G tatsächlich die Mobilfunknetze, wie wir sie kennen, revolutionieren wird, oder ob es sich eher um ein „Upgrade“ der bekannten Technologien handeln wird. Einig sind die meisten Experten, dass 6G in den meisten entwickelten Ländern der Erde voraussichtlich um das Jahr 2030 herum für die kommerzielle Nutzung zur Verfügung stehen wird. Bis 2040 wird mit einem globalen 6G-Markt im Wert von 340 Milliarden US-Dollar gerechnet, schreibt das Marktforschungs-Unternehmen „Market Research Future“.
Einig ist man auch, dass die Datenübertragungs-Geschwindigkeiten deutlich höher sein werden, vermutlich bis zu 50 Mal höher als bei 5G. Die Latenz, also die Verzögerung beim Senden und Empfangen von Informationen, könnte bis auf ein Zehntel des jetzigen Standards reduziert werden. Und die Bandbreiten werden viel höher sein, was für Zukunftstechnologien wie KI oder das autonome Fahren relevant ist. Alles in allem soll 6G angeblich rund einhundertmal leistungsstärker werden als 5G.
6G-Strategie in Korea und Japan
Investitionsbemühungen in 6G-Technologie in Asien.
(Bild: Asia Waypoint)
Die Regierung in Südkorea versucht daher, an die Führungsrolle ihres Landes in der Anfangszeit von 5G anzuknüpfen. Schon im Februar 2023 hat das Ministerium für Wissenschaft und ICT in Seoul ihre „K-Network-Strategie“ veröffentlicht, mit dem vollkommen unbescheidenen Ziel, die „beste 6G-Technologie der Welt“ zu entwickeln. Dafür will Seoul rund 625 Milliarden koreanische Won, also umgerechnet 440 Millionen Euro in die Forschung & Entwicklung in diesem Bereich investieren.
Auch die Großunternehmen des Landes, allen voran Samsung und LG, investieren stark in 6G-Lösungen. Gemeinsam mit der Regierung haben sie sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, schon 2026 mit dem Rollout der neuen Generation zu beginnen. Das wäre sogar noch drei Jahre früher als in China.
In Japan will die Regierung ähnliche Ambitionen der Privatwirtschaft mit umgerechnet 8,8 Milliarden Euro über einen eigens dafür aufgelegten Entwicklungsfonds fördern. Gemeinsam mit Unternehmen wie NTT Docomo und Toshiba versuchen die Bürokraten in Tokio, über ein „Beyond 5G-Konsortium“ die Entwicklung anzuschieben. Außerdem hat die Regierung mehr Ausgaben für die Grundlagenforschung auf diesem Feld versprochen.
Schlüsseltechnologie für China
In China ist man indessen bereits im zweiten Jahr des dreijährigen „Aktionsplanes für industrielle Innovation und das Metaverse“ angekommen, in dem 6G als eine der Schlüsseltechnologien genannt wird. Eine „IMT-2030 (GG) Promotionsgruppe“ koordiniert die verschiedensten Pilotprojekte. China hat nicht nur eine Reihe von Technologie-Unternehmen, die bei der Entwicklung und Produktion von 5G-Technologien global führend sind – wie Huawei und ZTE – sondern auch die wohl entschlossenste Unterstützung seitens der Politik.
Man will in Peking „qualitativ hochwertige Produktivkräfte“ wie KI oder Big Data ab jetzt noch gezielter fördern und ist sich in diesem Kontext bewusst, dass 6G dafür als Infrastruktur ähnlich wichtig ist wie es Autobahnen oder Schnellzug-Trassen für den Transportsektor sind. Deswegen wird in China der Aufbau dieser digitalen Infrastruktur nicht allein Privatunternehmen wie Huawei überlassen.
Stand: 08.12.2025
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So ist beispielsweise mit Förderung der Staats- und Parteiführung in Peking bereits der erste Forschungs-Satellit für die Terahertz-Signalübertragung in eine niedrige Erdumlaufbahn geschossen worden. Während anderswo noch geforscht und debattiert wird, hat China also mit konkreten Tests eines künftigen 6G-Netzwerks begonnen.
Der Sieger ist noch ungewiss
Noch steht nicht fest, welches asiatische Land in dem Rennen um 6G am Ende führend sein wird. Die meisten Beobachter wetten aber auf die Volksrepublik China. „Zahlreiche Länder stellen aktiv Mittel für F&E bereit, in der Hoffnung, Pioniere bei dieser revolutionären Technologie zu sein. China ist der Spitzenreiter in diesem Wettbewerb“, urteilt das amerikanische Fachportal TechSciResearch. Auch die EU fördert die neue Technologie – über Projekte wie „Hexa-X-II“ und „Horizon Europe“. Man arbeitet mit Nokia zusammen und eine EU-Delegation hat kürzlich sogar an einem Workshop in Taiwan teilgenommen, wo man mögliche Kooperationen mit dortigen Unternehmen und Instituten ausgelotet hat.
Gleichzeitig wird nirgendwo so viel über die neuen Gefahren eines superschnellen Mobilfunks debattiert wie in den Medien und Parlamenten Europas. Von Bedenken zu Cybersecurity über neue Gefahren für den persönlichen Datenschutz bis zu Ängsten über neue Spionage-Attacken aus China reichen die europäischen Bedenken bei 6G. Solche Rahmendebatten über die Sicherheit und Ethik von 6G sind wichtig. Technologisch aber „scheint Europa hinterherzuhinken und muss mehr tun, wenn es dieses Zukunftsrennen nicht verlieren will“, urteilt das Portal eunews in einer Analyse des Arbeitspapiers aus dem EU-Parlament. (sb)