Zwei Nanometer und weniger: Der neu gegründete japanische Chiphersteller Rapidus und Imec werden zusammen an hochentwickelten Halbleitertechnologien arbeiten. Das haben beide Parteien in einer Absichtserklärung festgehalten. Die Kooperation soll auch das kurz vor der Gründung stehende „Leading-edge Semiconductor Technology Center” (LSTC) einschließen.
Japan möchte endlich wieder eine bedeutendere Rolle als globaler Halbleiterproduzent spielen. Für das (Zwischen-)Ziel einer 2-nm-Chipfertigung, die in der zweiten Hälfte der 2020er-Jahre in Betrieb gehen soll, will man eng mit dem belgischen Hochtechnologie-Institut Imec zusammenarbeiten. Im Bild halten Imec-CEO Luc Van den Hove und Yasutoshi Nishimura, Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie Japans, einen prozessierten 300-mm-Wafer.
(Bild: Imec)
Imec, das in Belgien ansässige Forschungs- und Innovationszentrum für Nanoelektronik und digitale Technologien, und Rapidus, ein neugegründetes japanisches Halbleiterunternehmen, haben am 6. Dezember in Tokio, Japan, eine Kooperationsvereinbarung (Memorandum of Cooperation, MOC) unterzeichnet. Im Rahmen der Vereinbarung beabsichtigen Imec und Rapidus, eine langfristige und nachhaltige Zusammenarbeit im Bereich hochentwickelter Halbleitertechnologien zu etablieren. Das MOC wird von der flämischen Regierung und dem japanischen Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) gefördert, die damit ihr Engagement für die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen der Halbleiterindustrie in Japan und Flandern bekräftigen.
Das MOC wurde von Yasutoshi Nishimura, Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie Japans, Jan Jambon, Ministerpräsident der flämischen Regierung und flämischer Minister für Außenpolitik, Kultur, Digitalisierung und Infrastruktur, Dr. Atsuyoshi Koike, Präsident und CEO von Rapidus, und Luc Van den hove, Präsident und CEO von Imec, im Rahmen der belgischen Wirtschaftsreise nach Japan unterzeichnet.
Modernste 2-nm-Prozesstechnologie im Fokus
Rapidus plant, in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts in Japan Chips mit modernster 2-Nanometer-Technologie in Serie zu produzieren. Solche hochentwickelten Chips können für 5G-Kommunikation, Quantencomputing, Rechenzentren, autonome Fahrzeuge und digitale Smart Cities eingesetzt werden. Imec beabsichtigt, Rapidus bei der Forschung und Entwicklung von Spitzentechnologie zu unterstützen.
Zu diesem Zweck wollen Rapidus und Imec eine strategische Partnerschaft eingehen, wobei Rapidus ein wichtigter Partner in Imecs führendem Programm für fortschrittliche Nanoelektronik werden soll. Das MOC sieht auch eine Zusammenarbeit mit dem kurz vor der Gründung stehenden Leading-edge Semiconductor Technology Center (LSTC) vor, das als Forschungs- und Entwicklungszentrum für Beyond-2-Nanometer-Technologien in Japan dienen wird. Mit dem MOC bekennen sich alle Beteiligten zur Bedeutung der weltweiten Zusammenarbeit und der regionalen Stärkung des Halbleiter-Ökosystems, insbesondere des Ökosystems in Japan.
Resilienz der Halbleiterlieferketten verbessern
„Flandern verfügt über Expertenwissen auf dem Gebiet der Nanotechnologie, das sich auf seine fünf Universitäten und das Nanotechnologie-Forschungszentrum Imec konzentriert. Unsere Region verfügt über alle Bausteine für mikro- und nanotechnologische Innovationen und Anwendungen“, erklärt Jambon. Die flämische Regierung unterstütze die „ehrgeizige Zusammenarbeit“ zwischen dem Imec und dem Halbleiterunternehmen Rapidus voll und ganz. Internationale Partnerschaften seien mehr denn je „der Schlüssel zur Steigerung unserer Wettbewerbsfähigkeit im Bereich der Mikro- und Nanochips.“
Minister Nishimura begrüßt die Zusammenarbeit „zwischen dem Imec, das eines der wichtigsten Halbleiter-F&E-Ökosysteme der EU bildet, und Rapidus, der künftigen Produktionsbasis für die künftige Generation von Halbleitern in Japan. Wir erwarten, dass dieses MOC in Zusammenarbeit mit dem fast fertiggestellten Leading-edge Semiconductor Technology Center (LSTC) dazu beitragen wird, Designs und eine Produktionsbasis für Halbleiter der zukünftigen Generation in den späten 2020er Jahren zu etablieren und die Resilienz der Halbleiterlieferkette in gleichgesinnten Ländern und Regionen zu stärken.“
Bilaterale Projekte zur Integration von Halbleiterbauelementen
„Das Imec freut sich, mit diesem MOC seine Zusammenarbeit mit dem japanischen F&E-Ökosystem, dessen Grundstein bereits vor Jahren gelegt wurde, weiter zu intensivieren“, kommentiert Luc Van den hove. Man freue sich, dass Rapidus dem eigenen Kernprogramm beitreten und sich an bilateralen Projekten zur Integration von Halbleiterbauelementen, zu wichtigen Prozesstechnologien wie der fortschrittlichen Lithographie sowie anwendungsorientierten Projekten beteiligen will. „Aufbauend auf unserer langjährigen Erfahrung mit fortschrittlichen Chip-Technologien und unserem globalen Ökosystem von Partnern, das die gesamte Wertschöpfungskette der Halbleiterindustrie umfasst, werden wir Rapidus bei seinem Vorhaben unterstützen, Chips mit modernster 2-Nanometer-Technologie in Japan in Serie zu produzieren.“
„Ich freue mich sehr, dass Rapidus ein MOC mit Imec unterzeichnet, das für seine fortschrittlichen Technologien, Systemlösungen und seine hochmoderne 300-mm-Pilotlinie bekannt ist“, ergänzt Dr. Atsuyoshi Koike. Die internationale Zusammenarbeit sei für Rapidus von entscheidender Bedeutung, um das geplante Ziel der Massenproduktion von 2-Nanometer-Technologie zu erreichen – und Imec sei ein wichtiger Partner für diese Zusammenarbeit. „Ich freue mich sehr, dass der Tag näher rückt, an dem Japan wieder eine aktive Rolle in der Halbleiterbranche spielen und zum Wohlergehen der Menschheit beitragen kann, indem es diese lang ersehnte Chance wahrnimmt. (me)
Stand: 08.12.2025
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