Supply Chain Management

Obsoleszenz – Schicksalsschlag oder Managementfehler?

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Langzeitlagerung schützt nur bedingt vor Obsoleszenz

Einigkeit herrschte unter allen Beteiligten des Round-Tables, dass Langzeitlagerung nicht immer die optimale Maßnahme sein kann, da sehr viele Aspekte zu berücksichtigen sind. Oft könnte ein Redesign die geeignetere und kostengünstigere Lösung sein – aber das kommt natürlich auf den Einzelfall an, wie Erich Baumgartner erläutert:

„Die Kosten eines Redesigns und die Kosten der Langzeitlagerung sind detailliert gegenüberzustellen – nur so findet sich die wirtschaftlichere Lösung.“ Georg Höller ergänzt: „Dabei ist allerdings der EMSler gefragt, denn nur der EMSler hat das Knowhow, eine wirtschaftliche Entscheidung zu fällen oder einen wirtschaftlichen Vorschlag zu unterbreiten.“

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Den kompletten Produktlebenszyklus erfassen

„Das zeigt nochmals die Notwendigkeit, von Anfang an einen Obsoleszenz-Managementplan zu erstellen, der den kompletten Lebenszyklus des Produkts darstellt und auch aufzeigt, wann eventuell ein Redesign vorgesehen ist und wie lange das Produkt auf dem Markt verfügbar sein soll“, so Stefanie Köbl. „Nur auf diese Weise lassen sich die kompletten Lebenszykluskosten relativ gut abschätzen.“

„Das ist insbesondere wichtig, um die tatsächlichen Costs of Ownership zu ermitteln“, ergänzt Michael Velmeden. „Wenn Sie heute Verträge sichten, dann sind zum Beispiel die Kosten für ein eventuell erforderliches Redesign nicht erfasst. Da gibt es auch viele rechtliche Aspekte, die nicht berücksichtigt sind.“

„Mit der erwähnten Obsoleszenz-Broschüre wollen wir auch die Kommunikation zwischen allen Beteiligten anregen und wir wollen auch darauf hinweisen, was wir bereits erreicht haben.“.

Die Obsoleszenz-Broschüre des ZVEI

„Die COG hat das Thema auch aufgegriffen und zwar hinsichtlich einer Standardisierung der Kommunikation,“ fährt Michael Velmeden fort. „Die Product Change Notifications etwa treffen heute in sehr unterschiedlicher Form ein. Wenn wir alle Beteiligten kostengünstig informieren wollen, müssen wir das standardisieren. Statt unterschiedlichste Quellen und Formate zu gebrauchen müssen wir Formate finden, die in den bereits angesprochenen Datenbanken hinterlegt werden können und die der Nutzer auch in seiner eigenen Datenbank verwenden kann.“

Vom COG wurde bereits ein PCN-Format vorgestellt, das auf XML basiert. Johann Weber sieht die Entwicklung als großen Quantensprung: „Früher hat man diese Daten im Idealfall in Form einer Excel-Datei erhalten. Mit dem heute etablierten XML-Format bekomme ich die Daten strukturiert und kann sie in meine Datenbank übernehmen. Das ist ein gewaltiger Fortschritt.“ „Wir sind allerdings nicht der Nabel der Welt“, meint Michael Velmeden.

„Sicher, es muss gelingen, mit einem solchen Format auch andere zu gewinnen – seien es die Amerikaner oder sogar die Asiaten. Das heißt, wir brauchen zu allererst die Hersteller. In diesem Fall hat die COG zumindest schon einmal einen Vorschlag unterbreitet. Jetzt gilt es, diesen Vorschlag zu unterstützen, und das ist eines unserer Ziele. Ob es aus Deutschland heraus gelingt, sei einmal dahingestellt. Gelingen könnte es über die Distributoren.“

Tipp: Details zur Broschüre ‚Obsoleszenz-Management. Der Schlüssel zur Langzeitverfügbarkeit elektronischer Systeme‘ des Fachverbands PCB and Electronic Systems des ZVEI finden Sie über diesen Link.

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