Amerikas CHIPS and Science Act zeigt Wirkung: Speichergigant Micron kündigt eine weitere riesige Chipfabrik an, die ab 2023 im Bundesstaat New York entstehen und 50.000 Jobs schaffen soll. Von der Gesamtinvestition in Höhe von 100 Mrd. US-Dollar fließen zunächst 20 Milliarden in die DRAM-Produktion.
So soll er aussehen, der neue Micron-Campus für die Herstellerung von Speicherchips nahe der Ortschaft Clay im Onondaga County im Bundesstaat New York. Wie üblich bei derartigen Megaprojekten verteilt sich der Gesamtinvestitionsbetrag auf mehrere Jahrzehnte Laufzeit.
Jetzt legt das Unternehmen nach: Im Bundesstaat New York will es über die nächsten zwei Jahrzehnte rund 100 Milliarden US-Dollar in neue Speicherchip-Fabriken investieren. Dies ist die größte private Investition, die jemals in der Geschichte des Staates getätigt wurde. Dazu greift das Unternehmen auch auf Subventionen zurück, mit denen der im Juli verabschiedete US CHIPS and Science Act US-amerikanische Schlüsselwirtschaftsbereiche konkurrenzfähig für die nächsten Jahrzehnte machen will.
Außer Micron haben auch Intel, Samsung, TSMC und Texas Instruments (TI) den Bau neuer Chip-Fabs in den USA angekündigt. Mehrere davon nutzen Subventionen aus dem US CHIPS and Science Act.
„Größte Halbleiterfabrik in der Geschichte der Vereinigten Staaten“
Nicht weniger als die „größte Halbleiterfabrik in der Geschichte der Vereinigten Staaten“ soll nahe der Ortschaft Clay im Onondaga County entstehen. Micron geht davon aus, dass die neue Megafabrik fast 50.000 Arbeitsplätze in New York schaffen wird, darunter etwa 9.000 hoch bezahlte Arbeitsplätze bei Micron und über 40.000 Arbeitsplätze im Umfeld – einschließlich Lieferanten, Auftragnehmern und anderen unterstützenden Funktionen. Ende des Jahrzehnts will Micron in der Lage sein, rund 40 Prozent seiner DRAM-Speicherchips in den USA zu fertigen.
Microns langfristige Planung sieht vor, in den nächsten mehr als 20 Jahren bis zu 100 Milliarden Dollar in diese Megafabrik zu investieren. 20 Milliarden davon sollen In der initialen Investitionsphase bis zum Ende dieses Jahrzehnts fließen. Laut Hersteller sei dies „die größte private Investition in der Geschichte des Staates New York“. Die neue Fab wird die bereits angekündigte Großserienfertigung des Unternehmens in Boise, Idaho, ergänzen. Wie Micron betont, werde man die Anlage im Einklang mit den eigenen Nachhaltigkeitszielen planen, bauen und betreiben. Der Standort könnte vier Reinräume mit einer Fläche von etwa 55.742 Quadratmeter umfassen – das entspricht einer Gesamtfläche von 222.967 Quadratmetern oder bildlicher der Größe von etwa 40 US-Football-Feldern.
Vorbereitungen für den Bau laufen 2023 an
Die Vorbereitungsarbeiten für den Standort werden nach Angaben von Micron 2023 beginnen, der Bau wird dann 2024 in Angriff genommen. In der zweiten Hälfte des Jahrzehnts soll die Produktion hochgefahren und entsprechend der Nachfrageentwicklung in der Branche schrittweise gesteigert werden. Die neue Fab wird laut Micron Teil einer widerstandsfähigeren, sichereren und geografisch diversifizierten Lieferkette für Speicherchips.
Sanjay Mehrotra, Präsident und CEO von Micron, macht klar, dass das verabschiedete Fördergesetz ausschlaggebend für die Entscheidung war: „Ich bin Präsident Biden und seiner Regierung dafür dankbar, dass sie dem CHIPS and Science Act Priorität eingeräumt haben.“ Erst die Verabschiedung des Gesetzes sowie lokale und staatliche Partnerschaften hätten die Investition ermöglicht. Konkret seien die Anreize des Staates New York in Höhe von 5,5 Milliarden Dollar über die gesamte Laufzeit des Projekts sowie die erwarteten Bundeszuschüsse und Steuergutschriften im Rahmen des CHIPS und des Science Act entscheidend für die Förderung von Einstellungen und Kapitalinvestitionen. Darüber hinaus böten die Stadt Clay und der Landkreis Onondaga wichtige Infrastrukturunterstützung.
Verfügbarkeit von Fachkräften für Entscheidung essenziell
Für Micron zählten letztlich „zahlreiche Vorteile“ für den Standort Onondaga County, New York – etwa führende Hochschulen, Zugang zu Talenten, „die in Technologieberufen traditionell unterrepräsentiert sind“. Zudem sei Wasser sowie saubere und Energie zuverlässig verfügbar, was für ein Fab-Projekt dieser Größenordnung essenziell ist. Micron betont zudem mögliche Partnerschaften mit lokalen Bildungsprogrammen, Community Colleges und Institutionen für Spitzenkräfte im Ingenieur- und Technikbereich. Auch könnte der Bundesstaat kann auf eine lange Tradition in der Halbleiterentwicklung und -herstellung zurückblicken und bietet vielversprechende Möglichkeiten zur Zusammenarbeit bei Forschungs- und Entwicklungsinitiativen mit Organisationen wie dem Albany NanoTech Complex und dem U.S. Air Force Research Laboratory.
Stand: 08.12.2025
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Laut Charles „Chuck“ Schumer, dem Mehrheitsführer im US-Senat, der maßgeblich an der Verabschiedung des CHIPS and Science Act mitgewirkt hat, „wird die Investition von Micron New Yorks Halbleiterkorridor zu einem wichtigen Motor unserer Wirtschaft machen und Mikrochips ‚Made in New York‘ für alles liefern, von Elektrofahrzeugen, 5G und Verteidigungstechnologie bis hin zu Computern und Smartphones“. Er gibt sich keine Illusionen hin: Ohne das Gesetz „hätte Micron beschlossen, die Megafab im Ausland zu bauen“.
Millionen-Investition für Infrastrukturentwicklung
Teil des Deals ist eine gemeinsame Investition von Micron und dem Staat New York in Höhe von 500 Millionen US-Dollar in die Entwicklung von Gemeinden und Arbeitskräften. Der Schwerpunkt soll auf benachteiligten Bevölkerungsgruppen während der Projektlaufzeit liegen. In den nächsten mehr als 20 Jahren wird Micron 250 Millionen Dollar für den Green CHIPS Community Investment Fund investieren. Der Fonds zielt darauf ab, die Arbeitskräfte in der Region auszubilden und benachteiligten Bevölkerungsgruppen zusätzliche Unterstützung zukommen zu lassen.
Nach eigenen Angaben spiegeln die Pläne das umfassende DEI-Engagement Microns wider und „beinhalten Initiativen zur Beseitigung wirtschaftlicher Ungleichheiten und zur Förderung wirtschaftlicher Chancen für unterversorgte Gemeinden in der Halbleiterindustrie“. Micron beabsichtigt demnach, eine vielfältige Belegschaft einzustellen.
Nachhaltigkeitsinitiativen für New Yorker Hightech-Megafab
Micron wird seine neue Megafabrik nach eigenen Worten „im Einklang mit dem Nachhaltigkeitsrahmen und den Verpflichtungen des Unternehmens gestalten und betreiben“. Demnach strebt das Unternehmen an, in der neuen Anlage 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu verwenden. Darüber hinaus plant Micron, für den Bau der New Yorker Fab eine grüne Infrastruktur und nachhaltige Gebäudeeigenschaften zu nutzen, um den LEED-Status (Leadership in Energy and Environmental Design) in Gold zu erreichen.
Der Verbrauch von Erdgas und grauem Wasserstoff soll durch grünen Wasserstoff ersetzt werden, der durch Elektrolyse mit Hilfe von erneuerbarem Strom ohne Treibhausgasemissionen hergestellt wird. Darüber hinaus strebt Micron hundertprozentiges Wasser-Recycling an, also Wiederaufbereitung und Wiederverwendung.
Der Einsatz modernster Technologien soll die Treibhausgasemissionen (THG) der neuen Anlage mindern und kontrollieren. Global verfolgt Micron das Ziel, die Treibhausgasemissionen aus dem Betrieb bis 2030 um 42 Prozent zu reduzieren und bis 2050 auf Null zu reduzieren. Offenbar ist das Unternehmen auf gutem Weg: Erst kürzlich wurde Micron zu einem der 2022 World's Most Ethical Companies ernannt, mit einer Ecovadis Sustainability Platinum Medaille (Top 1 Prozent) ausgezeichnet und zu einem der Newsweek America's Most Responsible Companies gekürt.
Schweinezyklus sorgt für Umsatzdelle
Aktuell macht Micron der typische Halbleiter-Schweinzyklus zu schaffen: Nachdem die Nachfrage nach DRAM- und Flash-Speicherchips über die letzten Jahre kaum zu bändigen war und deren Preise durch die Decke gingen, hat sie in diesem Jahr deutlich an Schwung verloren. Branchenbeobachter rechnen für die nächsten Monate mit einem Überangebot – und entsprechend fallenden Preisen. Das macht sich bereits am Umsatz Microns bemerkbar. Das macht Micron allerdings keine Angst: Langfristige Prognosen sagen ein starkes Wachstum voraus. Schließlich würden immer mehr neue Daten generiert, und die müssten gespeichert werden. (me)