FPGA-Markt Lattice zeigt Interesse an Übernahme von Altera

Von Sebastian Gerstl 3 min Lesedauer

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Lattice Semiconductor, Spezialist für Low-Power- und Low- bis Mid-Range FPGAs, hat Interesse an einer Übernahme des größeren Marktrivalen Altera. Wie der Nachrichtendienst Bloomberg meldet, sucht der in Oregon ansässige FPGA-Vendor die Unterstützung eines Private-Equity-Fonds, um Intel ein Angebot für die ausgegründete Tochterfirma zu unterbreiten.

Aufruhr am FPGA-Markt: Medienberichten zufolge plant Low-Power-Spezialist Lattice, zusammen mit einer finanzstarken Kapitalgesellschaft Intel ein Angebot für Marktirivalen Altera zu unterbreiten.(Bild:  Lattice)
Aufruhr am FPGA-Markt: Medienberichten zufolge plant Low-Power-Spezialist Lattice, zusammen mit einer finanzstarken Kapitalgesellschaft Intel ein Angebot für Marktirivalen Altera zu unterbreiten.
(Bild: Lattice)

Wie Bloomberg meldet, hätten potentielle Interessenten noch bis zum ab heute anstehenden langen Thanksgiving-Wochenende Zeit, um Gebote am Programmierbare-Logik-Spezialisten Altera einzureichen. Zu den Unternehmen, die Medienberichten zufolge bereits entsprechende Angebote unterbreitet haben, zählen Buyout-Unternehmen wie Francisco Partners, Bain Capital und Silver Lake Management. Laut Bloomberg hätten aber auch andere Unternehmen aus der Halbleiterbranche Interesse signalisiert.

Zu diesen Interessenten zählt offenbar auch FPGA-Mitwettbewerber Lattice Semiconductor. Während die FPGAs von Altera im hohen Mid-Range oder High-End-Anwendungsbereich angesiedelt sind, spezialisiert sich Lattice primär auf Low-Power-Lösungen, die eher im Low-End oder unterem Mid-Range-Bereich angesiedelt sind. Nach Angaben des Unternehmens ist der in Oregon ansässige Anbieter von Programmierbarer Logik und Konnektivitätslösungen der einzige Anbieter von Low-Power-FPGAs- mit einer 28 nm FD-SOI-Entwicklungsplattform. Das Portfolio und die Anwendungsfelder der beiden Unternehmen würden sich potenziell gut ergänzen.

Kooperation mit Investitionsgesellschaft nötig

Für sich alleine dürfte aber Lattice kaum in der Lage sein, den doch deutlich größeren Mitwettbewerber Altera zu übernehmen. Aktuell besitzt Lattice laut Bloomberg einen geschätzten Marktwert von 7,48 Mrd. US-$. Intel hat indes durchblicken lassen, dass man sich erhoffe, durch den Verkauf oder anteiligen Verkauf der FPGA-Sparte den ursprünglichen Kaufpreis von 2015 – 16,7 Mrd. US-$ – wieder hereingespielt zu bekommen. Intel sei zudem vornehmlich daran interessiert, eher nur einen Minderheitenanteil an Altera zu verkaufen.

Für eine Übernahme oder den Erwerb eines Mehrheitsanteils wäre Lattice daher auf der Suche nach einem finanzstarken Partner, vorzugsweise eines Private-Equity-Unternehmens. Wie Bloomberg anführt, besitzt Lattice-CEO Ford Tamer unter anderem gute Beziehungen zur kalifornischen Kapitalgesellschaft Francisco Partners. Tamer war unter anderem bis zu deren Übernahme durch Marvell im Jahr 2021 CEO und Präsident des Netzwerkchip-Spezialisten Inphi. Im Anschluss war er mehrere Jahre lang Senior Operating Partner bei Francisco Partners, ehe er im September diesen Jahres die Geschäftsführung bei Lattice übernahm. Francisco Partners wiederum, die insbesondere auf in Technologieunternehmen spezialisiert sind, wurde nach Meldungen der Nachrichtenagentur Reuters bereits Anfang November als ein potentieller Interessent an Altera ins Spiel gebracht.

Entscheidung soll in wenigen Monaten fallen

Viel Zeit für einen endgültigen Kurs rund um die Zukunft von Altera bleibt offenbar nicht mehr: Laut Intel-CEO Pat GElsinger möchte er bis Anfang 2025 die Angelegenheit geregelt sehen. Die Möglichkeit, dass auch andere Geschäftsbereiche ausgegliedert oder verkauft werden könnten, stehe ebenfalls weiterhin im Raum.

Intels Plan sieht die schrittweise Veräußerung von Altera vor, indem das Unternehmen an die Börse gebracht wird. Die Finanzergebnisse von Altera wurden im April 2024 von denen von Intel abgetrennt. Von Intels Seite wäre die bevorzugte Lösung, das, einen Private-Equity-Partner zu finden, der das Unternehmen in den kommenden Jahren an die Börse bringt.

Die finanziellen Probleme von Intel sind jedoch so groß, dass das Unternehmen Altera möglicherweise schon früher veräußern muss. Der von Intel angestrebte Verkaufspreis von 16,7 Mrd. US-$ würde fast exakt das Minus von 16,6 Mrd- US-$ ausfüllen, das Intel im vergangenen Jahr an Verlusten melden musste. Die angeschlagene Situation von Intel - mitsamt Gerüchten einer möglichen Übernahme oder des Verkaufs weiterer Teilbereiche des Unternehmens - dürfte es für Beteiligungsgesellschaften unattraktiv machen, mit Intel längerfristige Partnerschaften als Minderheitsbeteiligtte einzugehen.

Angesichts der jüngsten Umsatzzahlen von Altera scheint der angestrebte Verkaufspreis von fast 17 Mrd. US-$ unwahrscheinlich hoch: Im dritten Quartal 24 machte Altera einen operativen Verlust von 9 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von 412 Millionen US-Dollar, was einem Rückgang von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Im Vergleich dazu erwirtschaftete das deutlich kleinere Lattice im dritten Quartal unter dem neuen CEO Ford Tamer einen Nettogewinn von 7,2 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von 127,1 Millionen US-Dollar(sg)

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