Aufgrund des stagnierenden PC-Marktes plant Intel die Streichung Tausender Stellen. Die Kürzungen sollen vor allem die Bereiche Vertrieb und Marketing betreffen.
Intel plant eine große Entlassungswelle. Ein Grund ist der schwächelnde PC-Markt und erhebliche Marktanteilverluste an Hauptkonkurrent AMD.
Um Kosten zu senken, wird es bei Intel einen massiven Personalabbau geben. Wie Bloomberg berichtet, plant das Unternehmen, die Entlassungen noch in diesem Monat mit dem Quartalsberichte bekanntzugeben. Bis zu 20 Prozent der Mitarbeiter könnten von der Entscheidung betroffen sein. Laut einem von Bloomberg nicht näher genannten informierten Personenkreis müssen sich vor allem Abteilungen wie Vertrieb und Marketing auf Kürzungen einstellen.
Grund für die Entlassungswelle ist vor allem der starke Rückgang im PC-Geschäft. Zudem hat Intel Marktanteile im PC-Prozessor-Segment an Hauptkonkurrent AMD verloren und tut sich schwer, diese zurückzugewinnen. Im Juli gab Intel bekannt, dass der Umsatz 2022 ungefähr 11 Milliarden Dollar geringer ausfallen würde als erwartet. Für das dritte Quartal wird ein Umsatzrückgang von 15 Prozent erwartet. Allerdings geht es auch der Konkurrenz nicht so gut wie geplant.
AMD hat im dritten Quartal ebenfalls mit der gedämpften Wirtschaftslage zu kämpfen. Wie schon bei Intel hat für AMD vor allem die gesunkene Nachfrage im PC-Markt eine spürbare Auswirkung auf die Umsatzentwicklung. Das Geschäft mit Rechenzentren und Gaming verlaufe dagegen gut. Detaillierte Zahlen für das dritte Quartal wird AMD am 1. November vorlegen. Bereits im letzten Quartal waren die Umsatzerwartungen von AMD trotz einem deutlichen Umsatzplus von 29 Prozent (auch durch Zukauf von Xilinx) auf 5,6 Milliarden um mehr als eine Milliarde verfehlt worden.
Intel hatte im Sommer bereits seine Erwartungen angepasst. CEO Pat Gelsinger erklärte zudem nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen im Juli 2022 bereits: "Wir senken auch die Kernkosten im Kalenderjahr 2022 und werden in der zweiten Jahreshälfte weitere Maßnahmen ergreifen.“
Die letzte große Entlassungswelle
Mit großen Entlassungswellen kennt sich Intel aus. Im Jahr 2016 schloss das Unternehmen etwa seine Mobilfunkmodem- und Drohnen-Abteilungen und strich im Zuge dessen 12.000 Stellen. Zu den aktuellen Problemen im PC-Bereich kommt jetzt noch der generelle Konjunkturrückgang. Intels PC-, Rechenzentrums- und Künstliche-Intelligenz-Gruppen haben ebenfalls mit einem Rückgang der Technologieausgaben zu kämpfen, der sich auf Umsatz und Gewinn auswirkt.
Unternehmen, die Prozessoren von Intel verwenden, wie etwa Dell, HP oder Lenovo, müssen ebenso mit Verlusten rechnen, da die Nachfrage nachlässt. Ungünstig ist sicherlich der Zeitpunkt. Intel hatte sich maßgeblich für das 52-Milliarden-Konjunkturprogramm für die US-amerikanische Chipherstellung starkgemacht und hohe Investitionen angekündigt. Das Unternehmen plant etwa den Bau des weltgrößten Chipherstellungszentrums in Ohio. Zusätzlich steigt der Druck, die Investoren zu bedienen. Die Aktien von Intel sind in diesem Jahr um knapp 50 Prozent gefallen.
Die Spannungen zwischen den USA und China sorgen ebenfalls für eine düstere Prognose. Die jüngste Ankündigung neuer Exportbeschränkungen in der vergangenen Woche hatte erneut für einen Absturz der Aktien diverser Chiphersteller gesorgt.
Ein Memo an die Intel-Belegschaft
Anfang Oktober hatte Pat Gelsinger ein Memo an die komplette Intel-Belegschaft geschickt. Darin heißt es: „Als ich 2021 zu Intel zurückkehrte, habe ich unsere IDM 2.0-Strategie vorgestellt: eine mehrjährige Reise zurück zu einer unbestrittenen Technologieführerschaft, der Produktionsgröße und des langfristigen Wachstums. Heute beginnen wir die nächste Phase dieser Reise.
In der ersten Phase unserer Transformation konnten wir Fortschritte bei unseren Prozess-Roadmaps und Kapazitäten machen. Wir sind nach wie vor auf dem besten Weg, innerhalb von vier Jahren fünf Prozessknoten zu liefern, und wir haben in die Kapazitäten investiert, die erforderlich sind, um die Nachfrage der Industrie nach Halbleitern zu befriedigen und das dringend benötigte Gleichgewicht in der globalen Lieferkette herzustellen.
Die nächste Phase unserer Reise erfordert einen grundlegenden Wandel der Denkweise. Wir müssen ein internes Foundry-Modell einführen, nicht nur für unsere Verpflichtungen gegenüber externen Kunden, sondern auch für unsere Intel-Produktlinien. Dies ist eine bedeutende Entwicklung in der Art und Weise, wie wir als Unternehmen denken und arbeiten, aber die Systeme und die Infrastruktur, die uns in der IDM 1.0-Welt gut gedient haben, werden uns nicht in die Lage versetzen, das volle Potenzial von IDM 2.0 zu erreichen.“
Stand: 08.12.2025
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Gelsinger meint damit, dass Prozesse, Systeme und allgemeine Leitlinien zwischen Geschäftsbereichen, Konstruktion- und Fertigungsteams vereinheitlicht werden. Strukturelle Ineffizienzen sollen damit abgebaut werden. Das Memo passt inhaltlich zu den angeblich geplanten Massenentlassungen bei Intel. Das Unternehmen hatte im Juli 2022 113.700 Angestellte.