E-Mobilität-Boom In China explodiert die Nachfrage nach automobilen Steckverbindern

Von Henrik Bork 3 min Lesedauer

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Chinas Markt für Steckverbinder boomt – angetrieben von der E-Mobilität und smarter Fahrzeugtechnik. Heimische Hersteller holen bei Hochvolt- und Highspeed-Konnektoren rasant auf.

Steckverbinder sind mit dem E-Mobilität-Boom in China mehr als gefragt.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Steckverbinder sind mit dem E-Mobilität-Boom in China mehr als gefragt.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Nicht viele Märkte wachsen in China gerade so schnell wie die für Steckverbinder. Die werden bekanntlich überall gebraucht, in Autos ebenso wie in der Kommunikationstechnik (5G, IoT), in Computern und in der Verbraucherelektronik, in der Militärtechnik und in der Raumfahrt. Einen besonderen Wachstumsschub erhält die Industrie momentan allerdings vor allem aus einer Richtung. Das ist die stark wachsende Nachfrage nach Hochvolt- und Hochgeschwindigkeitssteckverbindern für E-Autos, Hybride und deren Ladeinfrastruktur.

Lag der Gesamtwert für den Markt von Hochvolt-Konnektoren in China im vergangenen Jahr noch bei 19,74 Milliarden Yuan (rund 2,4 Milliarden Euro), so soll er schon bis 2030 auf einen Wert von 30 Mrd. Yuan (rund 3,64 Mrd. Euro) wachsen, heißt es in einer Prognose des Fachmediums Yilan Zhongche.

Steckverbinderparadies Auto

Rund 800 bis 1.000 Steckverbinder sind heute in einem einzigen E-Auto oder Plug-in-Hybrid zu finden. Das ist wesentlich mehr als in traditionellen Fahrzeugen. Gleichzeitig wachsen durch den Trend von 400- zu 800-Volt-Architekturen (und darüber hinaus) die technischen Anforderungen und damit auch der Teil dieser kritischen Komponente an der Wertschöpfung.

Rund 5.000 Yuan (mehr als 600 Euro) an Materialkosten muss ein Autohersteller momentan in China für Steckverbinder aller Art einplanen, heißt es in einer Marktstudie von Guolian Securities. Das ist deutlich mehr als früher. Traditionell starke Hersteller wie TE Connectivity aus der Schweiz, Amphenol und Molex aus den USA, sowie die deutsche Firma Rosenberger dominieren momentan noch den chinesischen Markt für automobile Steckverbinder. Schon zeichnet sich aber – wie in so vielen anderen Industriebereichen auch – ein deutlicher Trend zur „heimischen Substitution“ ab. Mit anderen Worten: Chinesische Unternehmen werden immer stärker und jagen den Ausländern immer mehr Marktanteile ab.

Chinesische Hersteller geben sich nicht mehr nur mit der Produktion von Steckverbindern im unteren Preissegment zufrieden. Unternehmen wie Shenzhen ECT (Electric Connector Tech), Shanghai Laimu Electronic, WCON, Luxshare Precision, Suzhou Recodeal oder AVIC Jonhon Optronic Technology bauen auch im Bereich der Hochvolt- und Hochgeschwindigkeits-Steckverbinder ihr Angebot gerade rasant aus.

Wachstum wird erwartet

In China waren im vergangenen Jahr schon mehr als 22 Millionen E-Autos und Hybride zugelassen, mehr als in einem anderen Land der Erde. Das spricht für den Erfolg chinesischer Hersteller. Wenn Unternehmen wie BYD, Geely oder Li Auto immer erfolgreicher werden und den früher auf dem chinesischen Automarkt dominanten Deutschen, Japanern und Südkoreanern die Marktanteile abnehmen, so hat das auch deutliche Auswirkungen auf den Rest der automobilen Lieferketten.

Früher hatten es chinesische Produzenten von Steckverbindern schwer, in diese von großen ausländischen Konzernen dominierten Lieferketten vorzudringen. Das schnelle Erstarken heimischer OEM gibt ihnen neuerdings aber ausgezeichnete Chancen, genau das zu tun. Die chinesischen Hersteller von Steckverbindern investieren auch zunehmend in eigene Forschung und Entwicklung von hochqualitativen Steckverbindern, die den Anforderungen für höhere Spannungen und immer schnellere Datentransfer-Raten gewachsen sind.

Ein Beispiel: Gerade Ende Mai hat WCON Connector & Cabler Assembly aus der Provinz Guangdong das Eigenkapital seiner Tochter „Weikang Automotive“ um 20 Millionen Yuan (rund 2,4 Millionen Euro) erhöht. Das Unternehmen verfolge mit der Kapitalerhöhung das Ziel, „die finanziellen und operativen Fähigkeiten von Weikang weiter zu stärken und gleichzeitig Forschung, Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Hochfrequenz- und Hochgeschwindigkeitssteckverbindern voranzutreiben“, berichtet Jiemian News.

Nicht nur die Elektrifizierung der gesamten chinesischen Fahrzeugflotte schreitet weiter voran, Trends gehen obendrein zu immer smarteren, mit ADAS-Fahr-Assistenz und autonomen Fahrfunktionen ausgestatteten und vernetzten Autos. Marktbeobachter in Peking sagen dem chinesischen Markt für Steckverbinder für die kommenden Jahre eine „goldene Ära“ voraus, von der die ausländischen Marktführer und die chinesischen Verfolger gemeinsam profitieren dürften. (sb)

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