KI-Initiative in Taiwan Nvidia-Gründer Jensen Huang entdeckt für KI seine taiwanischen Wurzeln

Von Henrik Bork 3 min Lesedauer

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Der Gründer und CEO von Nvidia, Jensen Huang, glaubt an eine Schlüsselrolle Taiwans im globalen KI-Wettrennen und plant mit Partnern, einen KI-Supercomputer auf der Insel zu errichten.

Auf der Computex in Taipeh verkündete Nvidias CEO Huang gemeinsam mit Partnern die Arbeit an einer taiwanischen KI-Offensive.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Auf der Computex in Taipeh verkündete Nvidias CEO Huang gemeinsam mit Partnern die Arbeit an einer taiwanischen KI-Offensive.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Am Rande der Chipmesse Computex Taipei 2025 kündigte Nvidias CEO Jensen Huang an, gemeinsam mit den führenden Technologieunternehmen Foxconn und TSMC sowie der Regierung in Taipeh einen KI-Supercomputer auf der Insel zu bauen. Auch ein neues Hauptquartier für Nvidia in Taiwan, Huang nannte es „Nvidia Constellation“, will der Nvidia-Chef im Beitou-Shilin Science Park in Taipeh bauen lassen. Die bisherigen Bürogebäude des weltweit führenden Herstellers von KI-Chips in Taiwan seien zu klein geworden, sagte er.

„Es liegt auf der Hand, dass Taiwan im Zentrum der fortschrittlichsten Industrie steht – dem Epizentrum, aus dem KI und Robotik hervorgehen werden“, zitierte die South China Morning Post den Nvidia-CEO. „Dies ist zudem die größte Fertigungsregion für Elektronik der Welt“, sagte Huang. Er selbst stammt aus der Stadt Tainan im Süden der Insel. Er war im Alter von neun Jahren mit seinen Eltern in die USA ausgewandert. Seit Nvidia die wertvollste Halbleiterfirma der Erde geworden ist, wird er bei seinen Besuchen in Taiwan wie ein international erfolgreicher Rockstar gefeiert, der seine Heimat besucht.

Team Taiwan

Kurz vor und während der diesjährigen Computex-Messe erschien Huang mit so gut wie jedem prominenten Tech-Unternehmer Taiwans auf der Bühne eines Gesprächsforums oder bei einem gemeinsamen Essen. Der Vorstandsvorsitzende von Foxconn, Young Liu, nannte Huang den „Anführer von Team Taiwan“, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Der MediaTek CEO Rick Tsai brachte ihm eine Plastiktüte mit Guave von seinem Lieblingsobsthändler in Taipeh zur Messe mit.

Taiwans Medien haben den Begriff „Jensanity“ erfunden, um die an „insanity“ oder Wahnsinn grenzende Verehrung zu beschreiben, die Jensen Huang auf der Insel auf Schritt und Tritt verfolgt. Er muss Autogramme auf T-Shirts kritzeln und immer wieder für Selfies posieren.

Die Ankündigungen der verstärkten Kooperation mit führenden Auftragsherstellern wie Foxconn oder TSMC und der Investition in ein großes neues Hauptquartier kamen dennoch für die meisten Beobachter unerwartet. Es war das erste Mal, dass Huang, der zuvor häufig die Bedeutung des Chipmarktes auf dem chinesischen Festland für seine Firma betont hatte, seine taiwanischen Wurzeln in diesem Ausmaß zu entdecken schien.

Ein Tanz auf allen Partys

Erst wenige Tage vor seiner Rede am Vorabend der Computex war Huang gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump nach Saudi-Arabien gereist. Dort unterzeichnete er unter anderem den Megadeal einer Lieferung von 18.000 GPUs an Humain, mit der das von der dortigen Regierung finanzierte Unternehmen KI-Datenzentren bauen will.

Doch während die Regierung Trump am liebsten alle Chipfabriken in den USA sehen würde, hält Huang die Halbleiter-Lieferketten in seiner taiwanischen Heimat offenbar ebenfalls für einen wertvollen Trumpf für das weitere Wachstum von Nvidia. Er setzt also nicht ausschließlich auf seinen strategisch klugen Schulterschluss mit der Außenwirtschaftspolitik Washingtons und Investitionen in Produktionslinien in den USA.

Blackwells für Taiwan

Der neue KI-Supercomputer, der Taiwan über Nacht zu einem wesentlichen Mitspieler im globalen KI-Rennen machen wird, werde mit dem System „Blackwell Ultra“ ausgestattet, wurde bei einer Pressekonferenz von Foxconn am Rande der Messe bekannt gegeben.

Sein Unternehmen plant, den gemeinsam mit Nvidia gebauten Supercomputer künftig für die Forschung und Entwicklung neuer Chips zu nutzen, zitierte das japanische Wirtschaftsmagazin Nikkei Asia C.C. Wei, den Vorstandsvorsitzenden und CEO von TSMC. „Indem wir fortschrittliche KI-Infrastrukturen nutzen, ermöglichen wir es unseren Forschern, Durchbrüche in der Halbleitertechnologie zu beschleunigen und so Lösungen der nächsten Generation für unsere Kunden und die Welt zu schaffen“, so Wei.

Taiwan befinde sich „im Zentrum der KI-Revolution“, sagte Jensen Huang während einer seiner Reden in Taipeh. Während der Messe in Taipeh kündigte der Nvidia-CEO an, seine Plattform für andere Chiphersteller zu öffnen, die sie künftig für halb maßgeschneiderte KI-Infrastrukturen nutzen können. Partner wie MediaTek, Marvell oder Alchip werden mithilfe des neuen Produktes „NVLink Fusion“ eigene, maßgeschneiderte KI-Chips entwickeln können, dabei aber die Technologie von Nvidia nutzen. Bislang war diese Infrastruktur nur mithilfe von Nvidia-Chips zugänglich. (sb)

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