USB On-the-Go Eine Schnittstelle für alle Anwendungsszenarien
Moderne mobile Endgeräte stellen hohe Anforderungen an eine kabelgebundene Schnittstelle für den Datenaustausch mit anderen Geräten. Hier setzt der Schnittstellenstandard USB On-the-Go an: Er wurde speziell für mobile Consumer-Geräte ins Leben gerufen.
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Bei vielen modernen mobilen Endgeräten im Kleinformat wie Handys oder digitalen Fotokameras handelt es sich eigentlich um PCs im Taschenformat: Sie bieten oft einige GByte Speicherkapazität und arbeiten mit mehreren Prozessoren und Koprozessoren. Die meisten besitzen diverse Wireless-Schnittstellen sowie digitale Fotokamera- und Camcorderfunktionen und können Musik und Bewegtbilder wiedergeben. Zahlreiche Desktopanwendungen wie z. B. Tabellenkalkulation, Textverarbeitung oder E-Mail ergänzen die Ausstattung.
Der kabelgebundene Datenaustausch erfolgt bei diesen Geräten meist via USB-Schnittstelle. Allerdings kann eine Standard-USB-Schnittstelle nicht alle Anwendungsszenarien mobiler Geräte abdecken. Hier erweist sich USB On-the-Go (USB OTG) als ideale kabelgebundene Schnittstelle, bei der sich sämtliche Anwendungsszenarien über einen einzigen, kleinen Anschluss realisieren lassen.
USB OTG wurde im Juni 2003 als Ergänzung zur USB 2.0-Spezifikation freigegeben und definiert eine neue Kategorie von Geräten: Peripherieprodukte sollen in beschränktem Umfang auch als Host fungieren können. Wie die Bezeichnung „On-the-Go“ (unterwegs) andeutet, zielt die Spezifikation auf mobile Consumer-Geräte ab, die Daten direkt miteinander austauschen können wollen, wenn kein Computer zur Verfügung steht.
Typische Anwendungsbeispiele: der Abgleich von Kontaktdaten zwischen zwei PDAs oder Mobiltelefonen, das Übertragen von Bildern zwischen Digitalkameras oder Foto-Mobiltelefonen, oder das Ausdrucken direkt von Digitalkamera oder PDA.
USB OTG ist ein hostzentrierter Point-to-Point-Bus
Genauso wie bei konventionellem USB handelt es sich bei USB OTG um einen hostzentrierten Point-to-Point-Bus, der nicht als Peer-to-Peer-Netzwerkverbindung gedacht ist. OTG-Produkte müssen sich wie herkömmliche Peripheriegeräte verhalten, wenn sie an einem standardmäßigen USB-Host wie z.B. einem PC angeschlossen sind. Mit dem OTG-Zusatz wird vor allem festgelegt, wie sich ein Gerät zu verhalten hat, wenn es sich selbst im Host-Modus befindet.
Ein OTG-Host muss wie ein standardmäßiger USB-Host angeschlossene Geräte mit Strom versorgen. Der erforderliche Versorgungsstrom liegt hier bei mindestens 8 mA. Für den max. Versorgungsstrom gibt es keine Vorgabe. Nachdem jedoch die meisten OTG-fähigen Produkte über eine Batterie versorgt werden, müssen immer gewisse Kompromisse eingegangen werden – entweder bei der Lebensdauer der Batterie oder beim Strombedarf des USB-Peripheriegeräts, das über den Bus versorgt wird.
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