USB On-the-Go

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Stromanforderungen sämtlicher USB-Peripheriegeräte werden erfüllt

Liefert ein OTG-Produkt mehr als die min. erforderlichen 8 mA, liegen für den erhöhten Versorgungsstrom zwei Optionen auf der Hand. Die erste: Ein Wert von 100 mA; dies ist der max. Strom, den ein über den USB-Bus gespeistes Low-Power-Peripheriegerät benötigt. Damit kann das OTG-Gerät die meisten Flashlaufwerke sowie zahlreiche andere Low-Power-Peripheriegeräte wie Tastaturen oder Mäuse bedienen.

Die zweite: den bei Standard-USB-Hostanschlüssen üblichen Wert von 500 mA zu verwenden. Damit könnte das OTG-Gerät die Stromanforderungen sämtlicher USB-Peripheriegeräte erfüllen, die über den Bus gespeist werden.

Ein wichtiger Unterschied zwischen Standard-USB-Hosts und OTG-Produkten besteht darin, dass sich möglicherweise bei einem OTG-Gerät Treiber für „nicht erkannte“ Geräte nicht so einfach hinzufügen lassen.

Hierfür gibt es zwei Gründe: entweder fehlt die Möglichkeit, neue Software auf das OTG-Gerät zu überspielen – insbesondere, wenn am OTG-Port das „neue“ Peripheriegerät angeschlossen ist. Zwar verfügen manche OTG-Geräte über Wireless-Funktionen, mit denen der Treiber für das nicht erkannte Gerät über eine Netzwerkverbindung heruntergeladen werden könnte, was jedoch ein sehr ausgereiftes Betriebssystem voraussetzt.

OTG-Geräte müssen eine Targeted Peripheral List bereitstellen

Zum anderen kann es sein, dass der interne Speicher des OTG-Geräts nicht ausreicht. Entsprechende Geräte weisen dem Betriebssystem eine feste Menge an Speicher zu. Steht nicht genügend freier Speicher zur Verfügung, lassen sich dort möglicherweise auch keine neuen Treiber hinzufügen. OTG-Geräte müssen deshalb eine so genannte TPL (Targeted Peripheral List) bereitstellen. Darin kann der Gerätehersteller genau festlegen, welche Peripheriegeräte unterstützt werden sollen.

Bei der USB-Spezifikation werden einzelne Geräte anhand von USB-Header-Informationen identifiziert. Die „ersten“ beiden Einträge im Header eines Geräts bilden dabei die VID (Vendor Identification-Nummer) und die PID (Product Identification-Nummer).

Textversion der TPL erfoderlich

In der TPL sind die VID- und PID-Nummern derjenigen Geräte aufgelistet, die der OTG-Host kennt und zu deren Unterstützung automatisch Treiber hinzugefügt werden. Diese Liste wird in Form einer Datei geführt, die Teil des Betriebssystems ist. Zusätzlich zu der im Gerät integrierten Datei muss als Referenzquelle für den Endbenutzer mit dem OTG-Produkt eine Textversion der TPL ausgeliefert werden.

Kann in einem OTG-Gerät keine Unterstützung für neue Geräte eingebaut werden, muss sichergestellt sein, dass es keine „lautlosen“ Fehler gibt: Schließt der Endbenutzer ein nicht unterstütztes (nicht in der TPL aufgeführtes) Gerät an, muss er eine entsprechende Fehlermeldung erhalten, etwa durch ein entsprechendes Symbol oder eine Textmeldung am Display des OTG-Geräts.

Verfügt das Gerät über kein entsprechendes Text- bzw. Grafikdisplay, muss der Benutzer in einer anderen Form auf das Problem aufmerksam gemacht werden. So könnte z.B. eine bestimmte LED leuchten bzw. blinken, oder die LED könnte die Farbe ändern.

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