USB On-the-Go

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Für OTG-Geräte sind Micro-Buchsen vorgesehen

Bei Standard-USB-Verbindungen bezeichnet man die Steckerbuchse am Host als Anschluss A und die Buchse am Peripheriegerät als Anschluss B. Nachdem es sich bei den im USB-OTG-Standard abgedeckten Endgeräten überwiegend um kleine mobile Consumer-Elektronikgeräte handelt, wäre eine konventionelle A-Buchse zu groß. Mit der Erstfreigabe der OTG-Spezifikation wurden deswegen so genannte Mini-Buchsen eingeführt. Später wurde die Spezifikation dahin gehend verändert, dass man für OTG-Geräte „Micro“-Buchsen vorsah. Bei OTG-Geräten muss demnach eine Micro-AB-Buchse implementiert sein.

Die Bezeichnung AB bedeutet, dass A- und B-Buchse in derselben Einheit zusammengefasst sind. In eine solche Buchse kann entweder ein Micro-B-Stecker oder ein Micro-A-Stecker eingeführt werden. Steckt man einen Micro-A-Stecker an, übernimmt das Gerät die Rolle des Hosts, bei einem B-Stecker die eines Peripheriegeräts.

Bild 1: Rollen von Host-/Zielgerät werden durch Kabelrichtung vorgegeben (Archiv: Vogel Business Media)

Wie erkennt ein Produkt mit Micro-AB-Buchse, was eingesteckt wurde? Die OTG-Spezifikation sieht zusätzlich zu den vier Kontakten bei Standard-USB-Kabeln einen fünften Kontakt mit der Bezeichnung ID vor. Nachdem der ID-Pin bei Standard-USB-Verbindungen nicht vorhanden ist, wurde in der Spezifikation festgelegt, dass bei einem nicht beschalteten ID-Pin die entsprechende Seite als Peripheriegerät betrachtet wird. Liegt der ID-Pin hingegen an Masse, übernimmt das jeweilige Gerät die Rolle des Hosts (siehe Bild 1).

Dynamische Umschaltung zwischen Host- und Peripherierolle

Wie erläutert, wird durch die Kabelrichtung festgelegt, welche Rolle die OTG-Geräte beim Anschließen einnehmen. Zusätzlich definiert das HNP (Host Negotiation Protocol) ein Verfahren zur dynamischen Umschaltung zwischen Host- und Peripherierolle.

Bild 2: Beispiel für Host Negotiation Protocol (HNP) (Archiv: Vogel Business Media)

Warum dies erforderlich ist, zeigt Bild 2: Das Gerät links hat zwar einen Eintrag für den Drucker in seiner TPL, erscheint selbst jedoch nicht in der TPL des Druckers.

Schließt der Anwender das Kabel wie in Bild 2 dargestellt „verkehrt herum“ an, können die beiden Geräte nicht miteinander kommunizieren, solange sie nicht die Rollen tauschen. Dies ließe sich natürlich auch erreichen, indem man das Kabel abzieht und andersherum ansteckt. Dies ist jedoch nicht erforderlich, da HNP einen selbsttätigen Rollentausch der Geräte erlaubt und so die Kommunikation zwischen beiden Geräten ermöglicht.

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