Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als neuer CEO von Intel hat Lip-Bu Tan erstmals seine Strategie aufgezeigt, welche die angeschlagene Halbleitergröße wieder auf Erfolgskurs bringen soll: Eine Foundry-Offensive mit Hilfe der US-Regierung, Konzentration auf KI-Technologien und schlankere Strukturen sollen das Unternehmen neu aufstellen.
Intel-CEO Lip-Bu Tan vor dem Robert Noyce Building am Hauptsitz des Unternehmens in Santa Clara, Kalifornien. Auf seiner ersten offiziellen Ansprache als neuer Geschäftsführer legte Tan auf der IntelVisions Conference in Las Vegas erstmals seine Reformpläne für das zuletzt krisengeschüttelte Unternehmen dar.
(Bild: Intel)
Intel-CEO Lip-Bu Tan will den US-Chiphersteller grundlegend umbauen. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als neuer Geschäftsführer skizzierte er auf der Intel Vision Conference in Las Vegas eine Zukunftsstrategie, die auf Reform, Fokussierung und Zusammenarbeit mit der US-Regierung setzt.
Keine Abkehr vom Auftragsfertigungsgeschäft
Kern des Plans ist der Wiederaufbau des Foundry-Geschäfts. Intel soll zur verlässlichen Fertigungsalternative für Kunden werden – mit dem Ziel, zwei bis drei Schlüsselkunden unter führenden Halbleiterunternehmen aus den USA zu gewinnen. Dafür setzte Tan auf Vertrauen, Kundenorientierung und technologische Offenheit, etwa bei IPs und EDA-Partnern.
Die Ankündigung kann als klares Bekenntnis für das Fertigungsgeschäft und gegen einen Verkauf der zuletzt von hohen Verlusten geplagten Sparte gesehen werden. In den vergangenen Monaten hatten hierzu Verkaufsgerüchte die Runde gemacht. So soll unter anderem TSMC einen Vorstoß unternommen haben, zusammen mit Broadcom, Nvidia und AMD ein Joint Venture zu bilden, um das Foundry-Geschäft von Intel zu erwerben.
Tan betonte vielmehr, dass die Foundry-Sparte als strategisch gelte – nicht zuletzt, weil Intel als einziger US-Hersteller die Entwicklung von Halbleitern und deren Produktion nach einem der fortschrittlichsten EUV-Fertigungsprozessen unter einem Dach vereine. Tan betonte dabei vor allem die geopolitische Bedeutung dieses Zusammenspiels: Flexible, widerstandsfähige Lieferketten seien unerlässlich, Intel könne hier als „ein zentraler Baustein“ dienen. Derzeit umwirbt das Unternehmen vor allem Broadcom und Nvidia stark, um die Fabless-Chiphersteller dazu zu bringen, ihre fortschrittlichsten Produkte künftig in Intels 18A-Verfahren fertigen zu lassen.
Ausgründung von nicht-essentiellen Geschäftsbereichen
Parallel dazu kündigte Tan organisatorische Reformen an. Nicht zum Kerngeschäft gehörende Bereiche sollen ausgelagert, bürokratische Hürden abgebaut und interne Prozesse vereinfacht werden. Die Devise: kleine, schnelle Teams statt schwerfälliger Strukturen.
Dabei möchte Tan nach eigenen Worten auf eine „People-and-Ideas“-Strategie setzen: Innovation solle aus der Organisation selbst entstehen. Er rief in seiner Ansprache zugleich Talente innerhalb des Unternehmens ausdrücklich dazu auf, sich mit Ideen direkt bei ihm zu melden.
Technologischer Fokus auf KI - in Entwicklung und Endprodukten
Auch was Technologien betrifft, möchte Lip-Bu Tan dem Unternehmen wieder einen schärferen Fokus geben. Technologisch rückt - wenig überraschend - KI ins Zentrum: Intel will künftig Künstliche Intelligenz nicht nur für Produkte, sondern auch in der Systementwicklung nutzen – etwa für das Design neuer Architekturplattformen. Ziel sind spürbare Effizienzgewinne bei Leistung und Energieverbrauch.
Auch bei klassischen Produkten gelobte Tan allerdings Besserung: Qualität, Termintreue und „First-Time-Pass“-Ansätze sollen zur Norm werden. Intel müsse wieder mit starken Produkten überzeugen – das sei nicht verhandelbar. In den letzten Jahren hatte Intel mit qualitativen Problemen insbesondere bei seiner wichtigsten Produktlinie, dem Computer- und Server-Prozessorengeschäft, zu kämpfen.
Stand: 08.12.2025
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Wie diese Strategie konkret umgesetzt werden soll, darauf ging der neue Intel-CEO nicht näher ein. Kritiker merkten bereits an, dass diese Ankündigungen wenig konkrete Maßnahmen beinhalteten. Tan setzte dem entgegen, dass er bewusst auf einen „pragmatischen Reset“ statt großer Ankündigungen setze. Der Fokus soll seinen Worten nach auf Umsetzen statt Versprechen liegen.
Mehr zur Ausrichtung der Foundry-Sparte will Tan Ende April beim Event „Intel Direct Connect“ vorstellen. Bis dahin ist klar: Intel soll schlanker, schneller und verlässlicher werden. Dabei hoffe er auch auf Rückenwind aus Washington: Er begrüßte die Bemühungen der Trump-Administration, die Führungsrolle der USA in den Bereichen Technologie und Produktion zu stärken, und erklärte seine Bereitschaft, mit den politischen Entscheidungsträgern zusammenzuarbeiten, um die Ziele von Intel zu unterstützen.
„Sie fragen mich: Wie können wir helfen?,“ sagte Tan in seiner Ansprache. „Und ich werde auf jeden Fall ihre Hilfe in Anspruch nehmen, um das zu tun, was wir tun müssen“.(sg)