Geschäftszahlen 2024 AMS Osram zwischen Erfolg und Einschnitten

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 3 min Lesedauer

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Das abgelaufene Geschäftsjahr 2024 war für AMS Osram vor allem durch hohe Abschreibungen auf das Micro-LED-Werk in Malaysia geprägt. Trotz rückläufiger Umsätze in Industrie und Medizintechnik konnte das Unternehmen im Bereich Automotive weiter wachsen. Doch die Unsicherheiten bleiben.

AMS Osram mit Sitz in Premstätten, Österreich, und einem Co-Sitz in München, Deutschland. Das abgelaufene Geschäftsjahr 2024 war vor allem durch hohe Abschreibungen auf das Micro-LED-Werk in Malaysia geprägt. (Bild:  AMS Osram)
AMS Osram mit Sitz in Premstätten, Österreich, und einem Co-Sitz in München, Deutschland. Das abgelaufene Geschäftsjahr 2024 war vor allem durch hohe Abschreibungen auf das Micro-LED-Werk in Malaysia geprägt.
(Bild: AMS Osram)

Ein „herausforderndes, aber strategisch erfolgreiches Jahr 2024 liegt hinter uns“, sagt Aldo Kamper, Vorsitzender der Geschäftsführung, zu Beginn der Jahrespressekonferenz von AMS Osram in München. Während der Gesamtumsatz im vierten Quartal mit 882 Mio. Euro stabil blieb und gegenüber dem Vorjahr um 3 % zurückging, konnte das Unternehmen seine Profitabilität steigern und mit 12 Mio. Euro erstmals seit langer Zeit wieder einen positiven Free Cashflow ausweisen. Für 2025 erwartet das Unternehmen eine weitere Verbesserung der Ertragslage mit einem Free Cashflow von über 100 Mio. Euro.

Halbleitermarkt und Restrukturierung

Besonders erfreulich entwickelte sich das Halbleiter-Kerngeschäft, das im Jahresvergleich um 7 % wuchs. Wachstumstreiber waren dabei die starke Erholung der Sensortechnik für mobile Endgeräte sowie ein solides Automobilgeschäft. Das Unternehmen profitierte von erfolgreichen „Design-Wins“ mit langfristigem Umsatzpotenzial von bis zu fünf Mrd. Euro. Die Konzentration auf dieses Kerngeschäft zahlt sich aus, während unrentable Geschäftsbereiche konsequent reduziert wurden.

Einsparungen von gut 110 Mio. Euro über Plan konnten die Verantwortlichen von AMS Osram dank des Programms „Re-establish the Base“ verzeichnen. Betroffen sind unter anderem die Standorte Regensburg als auch München. Im Rahmen des Programms hat AMS Osram vor allem bei der Forschung und Entwicklung den Rotstift angesetzt und will die abgebauten Stellen in Länder mit niedrigen Arbeitskosten verlagern.

Weiter Thema ist die Halbleiterfabrik, die ursprünglich für die MicroLED-Produktion für den US-Konzern Apple geplant war. Dieser zog sich allerdings zurück. Ein Verkauf der Produktionsanlage wäre im Interesse von AMS Osram. Ist allerdings unter den derzeit herrschenden Marktbedingungen sehr schwierig. Jedoch laufen nach Angaben von Kamper wohl „sehr aussichtsreiche Gespräche“. Details über mögliche Käufer wollte er nicht machen.

Automobilmarkt bleibt Wachstumsfeld

Aldo Kamper: „Im Automotive-Markt konnte AMS Osram den Umsatz dank neuer Sensorkomponenten steigern.“(Bild:  Photo Studio Büttner)
Aldo Kamper: „Im Automotive-Markt konnte AMS Osram den Umsatz dank neuer Sensorkomponenten steigern.“
(Bild: Photo Studio Büttner)

Gute Geschäfte lassen sich laut Kamper mit Halbleitern für den Automobilmarkt erzielen. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorquartal um 3 %, insbesondere durch neue Sensorkomponenten, die in modernen Fahrerassistenzsystemen und Lichtlösungen zum Einsatz kommen. Allerdings sind die Bestellungen der Automobilhersteller weiterhin kurzfristig, da sich die Lieferketten an eine volatile Marktsituation anpassen. Das Kfz-Ersatzteilgeschäft für Beleuchtungssysteme erreichte wie erwartet seinen saisonalen Höhepunkt. Neben der klassischen Lichttechnik im und am Fahrzeug profitiert AMS Osram vor allem von der Aliyos LED. Sie soll neue Lichtmöglichkeiten für Fahrzeuge bieten. Ein weiteres Produkthighlight ist die Multipixel LED Eviyos mit 25.600 einzeln ansteuerbaren LEDs.

Wie sich die Strafzölle der US-Regierung auf die weitere wirtschaftliche Lage bei AMS Osram auswirken werden, konnte Kamper nicht abschätzen. Allerdings ist er zuversichtlich, dass die Produkte und Halbleiter seines Unternehmens auf dem US-Markt sowie dem chinesischen Markt sehr gut nachgefragt werden. „Erste Signale deuten darauf hin, dass die Talsohle erreicht sei“, sagt Kamper.

Optoelektronik und Sensorik

Bei der Optoelektronik (Opto-Semiconductors) musste AMS Osram im vierten Quartal einen Umsatzrückgang auf 350 Mio. Euro verzeichnen. Das war nach Angaben von Kamper vor allem auf die schwächere Nachfrage in Industrie und Medizintechnik zurückzuführen. Dennoch konnte das Unternehmen seine technologische Führungsposition behaupten und sich durch langfristige Entwicklungsvereinbarungen mit Kunden zusätzliche Wettbewerbsvorteile sichern.

Parallel dazu zeigt der Bereich CMOS-Sensoren und ASICs (CSA) eine robuste Entwicklung. Trotz eines saisonalen Rückgangs im Mobilsegment blieb die EBITDA-Marge mit 21,3 % stark, angetrieben durch Portfolio-Optimierungen und eine effizientere Fertigung. Dies bestätigt den strategischen Fokus auf hochpräzise Sensoriklösungen für Automotive, Industrie und Medizintechnik.

Unsicherer Ausblick auf 2025

Für das erste Quartal 2025 rechnet AMS Osram mit einem Umsatz zwischen 750 und 850 Mio. Euro sowie einer EBITDA-Marge von rund 16 %. Während sich die Nachfrage in der Automobilbranche weiter konsolidiert, bleibt die zweite Jahreshälfte entscheidend für das weitere Wachstum. Für das gesamte Jahr 2025 erwartet das Unternehmen eine deutlich stärkere zweite Hälfte. (heh)

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