Das abgelaufene Geschäftsjahr 2024 war für AMS Osram vor allem durch hohe Abschreibungen auf das Micro-LED-Werk in Malaysia geprägt. Trotz rückläufiger Umsätze in Industrie und Medizintechnik konnte das Unternehmen im Bereich Automotive weiter wachsen. Doch die Unsicherheiten bleiben.
AMS Osram mit Sitz in Premstätten, Österreich, und einem Co-Sitz in München, Deutschland. Das abgelaufene Geschäftsjahr 2024 war vor allem durch hohe Abschreibungen auf das Micro-LED-Werk in Malaysia geprägt.
(Bild: AMS Osram)
Ein „herausforderndes, aber strategisch erfolgreiches Jahr 2024 liegt hinter uns“, sagt Aldo Kamper, Vorsitzender der Geschäftsführung, zu Beginn der Jahrespressekonferenz von AMS Osram in München. Während der Gesamtumsatz im vierten Quartal mit 882 Mio. Euro stabil blieb und gegenüber dem Vorjahr um 3 % zurückging, konnte das Unternehmen seine Profitabilität steigern und mit 12 Mio. Euro erstmals seit langer Zeit wieder einen positiven Free Cashflow ausweisen. Für 2025 erwartet das Unternehmen eine weitere Verbesserung der Ertragslage mit einem Free Cashflow von über 100 Mio. Euro.
Halbleitermarkt und Restrukturierung
Besonders erfreulich entwickelte sich das Halbleiter-Kerngeschäft, das im Jahresvergleich um 7 % wuchs. Wachstumstreiber waren dabei die starke Erholung der Sensortechnik für mobile Endgeräte sowie ein solides Automobilgeschäft. Das Unternehmen profitierte von erfolgreichen „Design-Wins“ mit langfristigem Umsatzpotenzial von bis zu fünf Mrd. Euro. Die Konzentration auf dieses Kerngeschäft zahlt sich aus, während unrentable Geschäftsbereiche konsequent reduziert wurden.
Einsparungen von gut 110 Mio. Euro über Plan konnten die Verantwortlichen von AMS Osram dank des Programms „Re-establish the Base“ verzeichnen. Betroffen sind unter anderem die Standorte Regensburg als auch München. Im Rahmen des Programms hat AMS Osram vor allem bei der Forschung und Entwicklung den Rotstift angesetzt und will die abgebauten Stellen in Länder mit niedrigen Arbeitskosten verlagern.
Weiter Thema ist die Halbleiterfabrik, die ursprünglich für die MicroLED-Produktion für den US-Konzern Apple geplant war. Dieser zog sich allerdings zurück. Ein Verkauf der Produktionsanlage wäre im Interesse von AMS Osram. Ist allerdings unter den derzeit herrschenden Marktbedingungen sehr schwierig. Jedoch laufen nach Angaben von Kamper wohl „sehr aussichtsreiche Gespräche“. Details über mögliche Käufer wollte er nicht machen.
Automobilmarkt bleibt Wachstumsfeld
Aldo Kamper: „Im Automotive-Markt konnte AMS Osram den Umsatz dank neuer Sensorkomponenten steigern.“
(Bild: Photo Studio Büttner)
Gute Geschäfte lassen sich laut Kamper mit Halbleitern für den Automobilmarkt erzielen. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorquartal um 3 %, insbesondere durch neue Sensorkomponenten, die in modernen Fahrerassistenzsystemen und Lichtlösungen zum Einsatz kommen. Allerdings sind die Bestellungen der Automobilhersteller weiterhin kurzfristig, da sich die Lieferketten an eine volatile Marktsituation anpassen. Das Kfz-Ersatzteilgeschäft für Beleuchtungssysteme erreichte wie erwartet seinen saisonalen Höhepunkt. Neben der klassischen Lichttechnik im und am Fahrzeug profitiert AMS Osram vor allem von der Aliyos LED. Sie soll neue Lichtmöglichkeiten für Fahrzeuge bieten. Ein weiteres Produkthighlight ist die Multipixel LED Eviyos mit 25.600 einzeln ansteuerbaren LEDs.
Wie sich die Strafzölle der US-Regierung auf die weitere wirtschaftliche Lage bei AMS Osram auswirken werden, konnte Kamper nicht abschätzen. Allerdings ist er zuversichtlich, dass die Produkte und Halbleiter seines Unternehmens auf dem US-Markt sowie dem chinesischen Markt sehr gut nachgefragt werden. „Erste Signale deuten darauf hin, dass die Talsohle erreicht sei“, sagt Kamper.
Optoelektronik und Sensorik
Bei der Optoelektronik (Opto-Semiconductors) musste AMS Osram im vierten Quartal einen Umsatzrückgang auf 350 Mio. Euro verzeichnen. Das war nach Angaben von Kamper vor allem auf die schwächere Nachfrage in Industrie und Medizintechnik zurückzuführen. Dennoch konnte das Unternehmen seine technologische Führungsposition behaupten und sich durch langfristige Entwicklungsvereinbarungen mit Kunden zusätzliche Wettbewerbsvorteile sichern.
Parallel dazu zeigt der Bereich CMOS-Sensoren und ASICs (CSA) eine robuste Entwicklung. Trotz eines saisonalen Rückgangs im Mobilsegment blieb die EBITDA-Marge mit 21,3 % stark, angetrieben durch Portfolio-Optimierungen und eine effizientere Fertigung. Dies bestätigt den strategischen Fokus auf hochpräzise Sensoriklösungen für Automotive, Industrie und Medizintechnik.
Unsicherer Ausblick auf 2025
Für das erste Quartal 2025 rechnet AMS Osram mit einem Umsatz zwischen 750 und 850 Mio. Euro sowie einer EBITDA-Marge von rund 16 %. Während sich die Nachfrage in der Automobilbranche weiter konsolidiert, bleibt die zweite Jahreshälfte entscheidend für das weitere Wachstum. Für das gesamte Jahr 2025 erwartet das Unternehmen eine deutlich stärkere zweite Hälfte. (heh)
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.