Hochtechnologie des Altertums

7 rätselhafte antike Technikwunder – Wahrheit oder Mythos?

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Das Griechische Feuer – Wunderwaffe der Byzantiner

Die berüchtigte byzantinische Brandwaffe wurde nachweisbar erstmals während der Belagerung von Konstantinopel in den Jahren 674 bis 678 nach Christus eingesetzt. Damals half das von den Byzantinern als „Seefeuer“ bezeichnete Brandmittel dabei, den Belagerungsring der Araber zu sprengen. In den folgenden Jahrhunderten sicherte es die Vormachtstellung der Byzantiner im östlichen Mittelmeer.

Vorläufer des griechischen Feuers sind bereits aus dem fünften vorchristlichen Jahrhundert bekannt. Der antike Historiker Thukydidesschreibt, dass bereits 424 vor Christus in der Schlacht von Delion röhrenförmige Flammenwerfer eingesetzt worden seien. Das eigentliche Griechische Feuer ist jedoch erst in der byzantinischen Periode nachweisbar.

Eine der wichtigsten – und verheerendsten – Eigenschaften des Brandmittels war, dass es auch auf der Wasseroberfläche brannte und mit Wasser nicht gelöscht werden konnte. Darüber hinaus sprang das Feuer offensichtlich sehr leicht über; die Gefahr, dass ein brennendes Schiff andere Schiffe in Brand stecken konnte, die sich in unmittelbarer Nähe befanden, scheint sehr groß gewesen zu sein.

Diese Darstellung aus dem Mittelalter zeigt die Wirkungsweise des Griechischen Feuers. Es war vor allem deshalb gefürchtet, weil es auch auf der Wasseroberfläche brannte.(Bild:   / CC0)
Diese Darstellung aus dem Mittelalter zeigt die Wirkungsweise des Griechischen Feuers. Es war vor allem deshalb gefürchtet, weil es auch auf der Wasseroberfläche brannte.
(Bild: / CC0)

Über die Zusammensetzung des Stoffes kann man heute nur spekulieren. Die Waffe wurde im 12. Jahrhundert letztmals eingesetzt. Spätestens mit der Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453 ging das Wissen um das Rezept verloren. Die historische Überlieferung belegt , dass es sich um eine Flüssigkeit handelte, die entweder durch Spritzen verschossen wurde oder durch Wurfgeschosse, die mit dem Stoff gefüllt waren. Darüber hinaus war die Entzündung des Stoffes mit einem Donnergeräusch und starker Rauchentwicklung verbunden.

Es gibt die Vermutung, dass Erdöl ein Bestandteil des Stoffes gewesen sein könnte. Darauf deuten zumindest mittelalterliche Quellen hin. Auch ungelöschter Kalk kommt als eine der Komponenten in Betracht, da das Kalziumoxid heftig reagiert, wenn es mit Wasser in Berührung kommt.

Eine weitere These ist, dass Kallinikos, der angebliche Erfinder des Griechischen Feuers, das Kalziumphosphid entdeckt haben könnte, das heute für Brandbomben verwendet wird. Da mit all diesen Stoffen oder Kombinationen daraus die von mittelalterlichen Autoren beschriebene furchtbare Wirkung des Feuers bisher nicht reproduziert werden konnte, ist die Frage nach der Zusammensetzung der Brandwaffe nach wie vor ungeklärt.

Verdikt: Wahr

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