Hochtechnologie des Altertums

7 rätselhafte antike Technikwunder – Wahrheit oder Mythos?

< zurück

Seite: 2/7

Nicht berühren: Die Bundeslade

Zu den geheimnisvollsten antiken Gegenständen zählt die Bundeslade. Dieser Schrein diente als Behälter für die Tafeln mit den Zehn Geboten, die Mose von Gott auf dem Berge Sinai erhalten haben soll, und als Zeichen für die Gegenwart Gottes unter seinem auserwählten Volk. Im 25. Kapitel des Buches Exodus ist eine Beschreibung der Lade enthalten. Demnach bestand die Lade aus Akazienholz, das sowohl innen als auch außen mit reinem Gold überzogen war. An der Lade waren Ringe aus Gold angebracht, in die Tragestangen aus Akazienholz gesteckt werden konnten. Diese Stangen sollten stets an der Lade verbleiben und nicht herausgezogen werden.

Zudem verfügte die Bundeslade über eine Deckplatte aus reinem Gold, deren Enden mit goldenen Cherubim (geflügelten Engelsfiguren) geschmückt waren. Die Engelsfiguren waren so positioniert, dass sie sich gegenseitig anblickten und ihre Flügel einander zugewandt waren, so dass die Engelsflügel quasi ein Dach für die Lade bildeten.

Diese Darstellung der Bundeslade stammt aus dem frühen 15. Jahrhundert. Die Lade ist wie ein mittelalterlicher Reliquienschrein dargestellt, es fehlen die beiden Engelsfiguren auf der Oberseite der Lade.(Bild:   / CC0)
Diese Darstellung der Bundeslade stammt aus dem frühen 15. Jahrhundert. Die Lade ist wie ein mittelalterlicher Reliquienschrein dargestellt, es fehlen die beiden Engelsfiguren auf der Oberseite der Lade.
(Bild: / CC0)

Für den Transport und den Umgang mit der Lade wurden strenge Bestimmungen erteilt. So durften nur bestimmte Personen, die „Söhne Kahats“ aus dem Stamm Levi, die Lade tragen, die dabei stets verhüllt sein musste. Die direkte Berührung der Lade war streng verboten. Die Bibel berichtet von einem Fall, in dem ein Mann namens Ussa die Bundeslade berührte, weil sie vom Ochsenkarren zu fallen drohte und daraufhin von Gottes Zorn erschlagen wurde.

Darüber hinaus soll die Bundeslade, als sie einmal von den Philistern erbeutet wurde, die Feinde der Israeliten mit furchtbaren Plagen geschlagen haben. Daraufhin gaben die Philister die Lade wieder an die Israeliten zurück.

Diese Erzählungen haben zu Spekulationen geführt, die Bundeslade sei ein elektrischer Kondensator gewesen, ähnlich der viel später erfundenen Leidener Flasche. Ähnlich wie bei der Leidener Flasche sind auch bei der Bundeslade zwei Schichten aus leitendem Material (nämlich Gold) durch ein nichtleitendes Material (das Akazienholz) getrennt.

Auch wenn es denkbar ist, dass die Bundeslade gewisse Eigenschaften eines Kondensators gehabt haben könnte – irgendwann muss sie ihre Macht verloren haben.

Denn es gilt als sicher, dass der Kultgegenstand von Eroberern erbeutet wurde. Vermutlich fiel sie den Babyloniern in die Hände, die Jerusalem im Jahr 586 vor Christus zerstörten und die Israeliten in das babylonische Exil entführten.

Der Film Jäger des verlorenen Schatzes von Steven Spielberg folgt dagegen der These, bereits die Ägypter hätten die Lade um 930 vor Christus bei einer Belagerung Jerusalems erbeutet. Dem widerspricht jedoch die biblische Überlieferung: König Josia, der von etwa 640 v. Chr. bis 609 v. Chr. regierte, ließ demnach die Bundeslade wieder im Tempel Salomos aufstellen, nachdem sie ein ungenannter Vorgänger von dort entfernen ließ.

Verdikt: Ungeklärt

(ID:37254480)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung