Hochtechnologie des Altertums

7 rätselhafte antike Technikwunder – Wahrheit oder Mythos?

< zurück

Seite: 4/7

Die Partherbatterie

Parawissenschaftler, die die Glühlampen von Dendera für ein echtes Leuchtmittel halten, sehen in der Regel in der sogenannten Partherbatterie eine mögliche Stromquelle dafür. Dabei handelt es sich um einen Tonkrug, der 1936 von einem deutschen Archäologen Wilhelm König bei Ausgrabungen in der Nähe von Bagdad entdeckt wurde.

Der Tonkrug enthielt einen aus Kupferblech gerollten kupfernen Zylinder, in dem ein Eisenstab steckte. Der Eisenstab war durch einen Pfropf aus Bitumen in dem Kupferzylinder befestigt und ragte auch ein Stück weit aus dem Zylinder heraus.

König vermutete, dass es sich bei dem Fundkomplex um eine primitive galvanische Zelle handelte, also eine Batterie. Seine Überlegung war, dass Zitronensaft oder Essig als Elektrolyt gedient haben könnte. Wäre der Krug mit einer solchen Flüssigkeit gefüllt gewesen, dann hätte der Elektrolyt auch den Kupferzylinder und den Eisenstab umspült, da der Zylinder nicht wasserdicht war.

Die sogenannte Partherbatterie. Links der Tonkrug, in der Mitte der Eisennagel, rechts der kupferne Zylinder.(Bild:  Universität Bayreuth)
Die sogenannte Partherbatterie. Links der Tonkrug, in der Mitte der Eisennagel, rechts der kupferne Zylinder.
(Bild: Universität Bayreuth)

Der deutsche Orientalist vermutete, der schwache Strom, den diese Vorrichtung erzeugen konnte, zum Galvanisieren metallischer Objekte genutzt wurde. Als weitere mögliche Erklärung schlug er eine Reizstromtherapie vor. Experimente zeigten, dass mit der sogenannte Batterie tatsächlich schwache Ströme erzeugt werden konnten, wenn sie mit einem Elektrolyt gefüllt wurde.

Gegen die Verwendung als Batterie spricht jedoch, dass im Fundzusammenhang nichts entdeckt wurde, was als elektrischer Leiter hätte dienen können. Zudem habe der Bitumenpfropf den Kupferzylinder komplett verschlossen, so dass man die Vorrichtung hätte modifizieren müssen, um sie tatsächlich als Stromquelle betreiben zu können, sagt die Archäologin Elizabeth Stone von der Stony Brook University im US-Bundesstaat New York. Stone vermutet deshalb, dass der Krug als Aufbewahrungsort für wertvolle Handschriften verwendet worden sei.

Verdikt: Ungeklärt

(ID:37254480)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung