Kontamination Zwischenfall in Produktion zerstört 6,5 Exabyte NAND-Flash-Speicher
Wegen einer Verunreinigung verwendeten Materials mussten zwei japanische NAND-Flash-Werke, die von Western Digital und Kioxia im Joint Venture betrieben werden, die Produktion aussetzen. WD meldet den Verlust von mindestens 6,5 Exabyte an NAND-Flash-Speicher. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.
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Western Digital hat in einer kurzen Pressemitteilung bekannt gegeben, dass es in zwei seiner NAND-Flash-Fertigungsanlagen zu einer Art Verunreinigung gekommen ist. Der Zwischenfall hat zu einer „Reduzierung der NAND-Flash-Verfügbarkeit um mindestens 6,5 Exabyte“ geführt. Mit anderen Worten: Durch eine nicht näher benannte Kontaminierung und einem daraus resultierenden Produktionsstopp in den Werken gingen mindestens 6500 Petabyte an NAND-Flash-Speicher verloren, die in Produkten wie USB-Laufwerken, SSDs, Smartphones, Speicherkarten oder kundenspezifischen eMMCs für Embedded-Systeme hätten eingesetzt werden sollten.
Western Digital betreibt die beiden betroffenen Standorte in Yokkaichi und Kitakami in einem Joint Venture zusammen mit Kioxia (vormals Toshiba Memory). Western Digital meldet, dass die beiden Unternehmen die Produktion in den betroffenen Flash-Fertigungsstätten vorübergehend eingestellt haben. Zusammen arbeite man daran, die Situation so schnell wie möglich zu beheben.
Wahres Ausmaß des Schadens vermutlich deutlich höher
Während Western Digital von einem Verlust von mindestens 6,5 Exabyte an Speicherverlust spricht, hat Kioxia sich noch nicht zu einer Menge des betroffenen Speichervolumens geäußert. Der japanische Speicherhersteller meldete bislang nur, dass eine „Verunreinigung des in den Produktionsprozessen verwendeten Materials aufgetreten ist, die die Produktion des dreidimensionalen (3D)-BiCS-Flash-Speichers in beiden Werken teilweise beeinträchtigt hat.“ Man gehe nicht davon aus, dass dadurch der Versand seiner konventionellen 2D-NAND-Flash-Speicher beeinträchtigt werde.
Da Kioxia keine Mengenangaben macht, Western Digital hingegen schon, liegt die Annahme nahe, dass die betroffene Menge von 6,5 Exabyte sich ausschließlich auf Western Digitals Anteil an der Joint-Venture-Produktion beziehen dürfte. Die Dunkelziffer dürfte dagegen deutlich höher liegen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg zitiert den Wells-Fargo-Analysten Aaron Rakers, der vermutet, dass der Verlust bei Kioxia bis zu 16 Exabyte betragen könnte. Träfe diese Einschätzung zu, würde dies in etwa 10 Prozent aller in einem Quartal weltweit verkauften Flash-Speicher entsprechen.
Auswirkungen dürften weltweit spürbar werden
Bislang hatte der weltweite Halbleitermangel den Speichermarkt kaum berührt, aber dieser Zwischenfall könnte das ändern. Western Digital und Kioxia stellten im vergangenen Jahr 24 Prozent der weltweiten SSD-Kapazität bereit. Allein am Standort Yokkaichi wurden, gemessen am Umfang, zwischenzeitlich fast ein Drittel aller weltweit verkauften NAND-Flash-Einheiten gefertigt. Die Branchenanalysten von Trendforce sagen voraus, dass der Vorfall so schwerwiegend ist, dass der Preis für NAND Flash im zweiten Quartal um fünf bis zehn Prozent steigen dürfte.
Dies ist der zweite schwerwiegende Zwischenfall am Standort Yakkoichi innerhalb der letzten drei Jahre. Im Juli 2019 hatte ein Stromausfall in der japanischen Region schon einmal zu einem Produktionsstopp und dem Verlust von etwa 6 Exabyte an NAND Flash geführt. Damals war explizit auch die 2D-NAND-Produktion betroffen.
Stromausfall zerstört mindestens 6 Exabyte NAND-Flash in Toshiba-Memory-Fabs
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