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Unternehmenskultur quo vadis
Weder eine Kritikkultur noch eine Fehlerkultur, Basis jeder gesunden Organisation, sind scheinbar im Unternehmen konkret ausgeprägt. Ihre Notwendigkeit bestreitet keiner der neuen Unternehmensverantwortlichen.
Aber hierfür gibt es keinen Schalter, den man einfach umlegen kann. Beides muss wachsen und sich etablieren… und das dauert Jahre und ist abhängig von Menschen. Vor allem diese müssen sich ändern, auf einmal?
Und was kommt noch: Das amerikanische Deep-Pocket-Prinzip
„Wo es etwas zu holen gibt, wird auch zugelangt“. Die US Behörden haben bereits erste Milliarden-Zahlen als Schadenersatz ins Spiel gebracht, viele US-Bundesstaaten, Länder, und natürlich Kunden werden sich anhängen, denn bei VW gibt es wirklich „etwas zu holen“.
Hier wird daher die richtige Verhandlungsstrategie über Millionen und sogar Milliarden entscheiden oder sogar über die Zukunft des Unternehmens?
Die Frage wird sein, ob man die Verhandlungen nur rechtlich ausfechtet, oder vielleicht auch durch außergerichtliche geschickte Verhandlungen jenseits der Anwälte bessere Lösungen finden kann?
Imageschaden, der größte Schaden
Gerade im Schadenmanagement ist der Imageschaden mit Abstand der größte Schaden beim GAU. Die Umsatzzahlen der kommenden Jahre werden es verraten.
Bonbons für Kunden in Form von Rabatten werden auch dies nur etwas mildern können. Letztlich wird der Unternehmensumbau das Image nach Außen neu prägen müssen. Aber dies ist bei einem Unternehmen wie VW eine Mammutaufgabe.
Schnell vergessenes Krisen-Managemen
t: Am Ende wird es wohl kein wirkliches Krisenmanagement für zukünftige Fälle bei VW geben. Man wird nach überstandenem Schaden durchatmen und sich zurücklehnen – geschafft!
Unter Umständen werden Anweisungen und Dokumente verfasst und deren „Einhaltung eingeschworen“, aber eine konkrete technische Krisenprävention wird anders aussehen müssen.
Bei vielen Unternehmen läuft dies meist ebenso ab. Leider ... denn der nächste GAU kommt gewiss: Wenn etwas schiefgehen kann, dann geht es schief: heute, morgen – oder gleich?
Fazit: Krisenmanagement, ein Muss für Unternehmen
VW wird an diesem Fall noch heftig knabbern müssen und den größten GAU des Unternehmens in der Nachkriegsgeschichte nicht so einfach wegstecken.
Es wird auch keine Versicherung der Welt für den Schaden aufkommen – können oder wollen. Daher sollte eine systematische Krisen Prävention für Unternehmen, auch VW, ein absolutes MUSS sein, denn sie:
- 1. Macht Risiken bewusst und gibt damit Sicherheit durch Prozesse in Krisenfällen
- 2. Erhöht nachweisbar die Kundenzufriedenheit und gibt Verlässlichkeit als Geschäftspartner
- 3. Hat damit positive Auswirkungen auf den Ruf eines Unternehmens
- 4. Kostet nur einen Bruchteil der konkreten Kosten eines Schadensfalles
- 5. Ist nachhaltig und auf Dauer – Zukunft angelegt
- 6. Amortisiert sich schnell durch ausbleibende Schadensfälle
- 7. Verhindert noch höhere indirekte Kosten wie Imageschäden, welche im Schadensfall nie, weder von Versicherungen noch Verursachern, erstattet werden
- 8. Verbessert die Verhandlungsposition bei Prämienverhandlungen mit Versicherung oder bei Verhandlungen mit Verursachern oder Geschädigten
- 9. Ist keine Schadensfreiheit-Garantie, aber reduziert die mögliche Schadenswahrscheinlichkeit und Katastrophenzahl
Lieferanten-Management
Warum sich technische Krisen-Prävention schnell amortisiert
* H. Peter J. Bleif ist Geschäftsführer der ING QC Ingenieurgesellschaft für Qualität und Consulting H.P. J. Bleif & Partner.
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