Rutronik: Wireless-Vernetzung mit 5G entwickeln und 3G flächendeckend abzulösen
Andreas Mangler, Director Strategic Marketing & Communications, Rutronik: „Die Tier1- und Tier 2-Zulieferer im Automobilbereich sind einem enormen Preisdruck ausgesetzt. Eine Lösung steht hier noch aus.“
(Bild: Rutronik)
Wirtschaftlich hoffen wir auf ein stabiles Jahr 2017. Für die Elektronikbranche sehen wir sehr positive Zeichen: Es bewegt sich was, es gibt viele technologische Entwicklungen und neue Applikationen. Das haben auch unsere Gespräche auf der electronica gezeigt: Viele unserer Kunden verfolgen hochinnovative Ansätze.
Welche Herausforderungen bringt das Jahr 2017 für die Distribution und wie ist darauf zu reagieren?
Die Konsolidierung im Halbleiterbereich und in der Distribution wird Top-Thema bleiben. Bei einem Merger von Herstellern besteht immer die Gefahr, dass einige Produkte aus dem Programm fallen, so dass hier letztlich die Obsoleszenz Thematik zum Tragen kommt. Aber wir sehen auch, dass bei einigen M&A der Integrationsprozess sehr behutsam und wohl überlegt von statten geht.
Die Tier1- und Tier 2-Zulieferer im Automobilbereich sind einem enormen Preisdruck ausgesetzt. Eine Lösung steht hier noch aus.
Die Automobilindustrie hat eine weitere große Herausforderung zu bewältigen: Sie muss die Elektrifizierung des Autos voranbringen. Einige Hersteller haben weitere Investitionen in die Elektromobilität bereits angekündigt – sicher auch angetrieben durch die „Dieselgate“ Affäre.
Investitionen gibt es auch in alle Arten von Assistenzsystemen bis hin zum (teil-) autonomen Fahren, auch hier erwarten wir noch einen Schub. Ob sich dies in 2017 bereits in nennenswerten Umsätzen für die Distribution niederschlägt, bleibt abzuwarten. Mittelfristig spielen sowohl die Elektrifizierung des Autos als auch die Assistenzsysteme eine signifikante Rolle in unserem Marktsegment.
Sehen Sie in der nächsten Zukunft eine Verknappung bei elektronischen Bauteilen und Komponenten?
Eine generelle Verknappung der Standardbauelemente sehen wir aktuell nicht. Aber insbesondere die Automotive qualifizierten (AEC Q100 /Q200) Produkte drohen knapp zu werden und haben heute schon deutlich höhere Lieferzeiten auf als noch vor einigen Wochen.
Bei bestimmten Bauteilen bzw. Fertigungsstätten – vor allem dort, wo an den Grenzen des Machbaren gearbeitet wird, oder auch generell bei extrem hochinnovativen Produkten in der Markteinführungsphase – kann es ebenfalls zu Verknappungen kommen.
Trotzdem empfehlen wir unseren Kunden, auf diese neuen Technologien zu setzen. Denn nur so können sie den nötigen Technologievorsprung erzielen, z.B. im Bereich Smart Power, Wireless oder Smart Sensor. Im Bereich der Automotive-Produkte ist definitiv eine sorgfältige und vorausschauende Produktionsplanung nötig um Lieferengpässe zu vermeiden.
Welche technischen Trends werden aus Ihrer Sicht im neuen Jahr den Durchbruch schaffen?
Das IoT wird auch in 2017 viele technische Trends hervorbringen: Frontend-Sensoren erhalten nicht nur Drahtlos-Anbindung, sondern zunehmend auch Intelligenz. Dadurch können Entscheidungen vor Ort getroffen und in Echtzeit umgesetzt werden. Und es müssen weniger Daten zum Gateway geschickt werden – damit ist dies auch als Gegenentwicklung zu Big Data Analytics zu sehen.
Ein wichtiger Trend ist auch das Energy Harvesting, d.h. Produkte, die die benötigte Energie aus ihrer direkten Umgebung ziehen. Digital Power wird sich mittel- oder langfristig sicher durchsetzen. Derzeit lediglich in den großen Serverfarmen zu finden hält es künftig auch in den typischen Industrieanwendungen Einzug.
In welchen Bereichen erwarten Sie für Ihr Unternehmen besondere Entwicklungs- und Wachstumschancen?
Es gilt, die Wireless-Vernetzung mit 5G zu entwickeln und 3G flächendeckend abzulösen. Da Rutronik im Wireless-Segment hervorragend aufgestellt ist, erwarten wir uns dadurch in 2017 ein Wachstum. Gleiches gilt für die Sensoren, das Power-Segment und den Automobilbereich.
Erwarten Sie nach der Brexit-Entscheidung und dem Trump-Wahlsieg raueres Fahrwasser für Ihr Unternehmen?
Die Folgen des Brexit für die Elektronikindustrie in UK sind noch nicht überschaubar. Großbritannien lebt vom Export und hat bereits jetzt mit sinkenden Marktanteilen zu kämpfen. Dieser Trend wird sich durch den Brexit – wie auch immer dieser letztlich umgesetzt wird – verstärken. Betrachtet man Gesamt-Europa, kann es dadurch zu Zuwächsen in anderen Regionen kommen.
Als Reaktion auf den Wahlsieg Trumps haben einige amerikanische OEMs bereits angekündigt, ihre Fertigung aus Asien oder Mexiko wieder in die USA zu verlagern. Dies will wohl überlegt sein, denn es stellt Amerika vor eine große Herausforderung, die hierfür nötige Spezialisierung aufzubauen. Es gibt zwar einige Halbleiter-Fertigungsstätten in den USA, doch das Gros der hoch-automatisierten und -spezialisierten Baugruppen-Fertigungen mit den entsprechenden Top-Fachleuten findet sich in Asien und in Mexiko.
Stand: 08.12.2025
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Rutronik ist in den USA ebenso vertreten wie in Mexiko und Asien, und kann seinen Kunden deshalb überall hin folgen. Insofern fürchten wir kein raueres Fahrwasser. Für Rutronik ist es lediglich wichtig, zu sehen, aus welcher Richtung der Wind kommt, um die Segel richtig zu setzen.