Atom-CPUs für kommende Embedded-Systeme Verjüngungskur für ETX-Module

Autor / Redakteur: Konrad Löckler* / Holger Heller

ETX, das vor allem in Europa verbreitete Computer-On-Module-Format, erlebt gerade eine Auffrischung durch neue Modulangebote, die die Verfügbarkeit des Standards für mindestens weitere sieben Jahre sichert. Firmen, die seit Jahren ETX-basierte Geräte im Markt haben, müssen also nicht befürchten, dass ihre existierenden Designs nicht mehr unterstützt werden.

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Als Anbieter im ETX-Bereich hat MSC im Jahr 2009 mit dem ETE-A945GSE ein ETX-Modul im mittleren Leistungsbereich mit dem Atom N270 eingeführt. Das kürzlich auf der embedded world 2010 vorgestellte ETE-PV510 mit dem Dualcore Atom D510 rundet das langfristig verfügbare Angebot nach oben hin ab.

Bei seiner Einführung vor neun Jahren war noch nicht absehbar, dass sich ETX als erster Defacto-Industriestandard für Embedded-PC-Module in vielen Bereichen durchsetzen würde. Laut Marktuntersuchungen trägt das ETX-Format derzeit mit rund 50% zum Umsatz aller COMs (Computer-on-Module) bei, und das trotz der hohen Zuwachsraten bei COM-Express- und Qseven-Modulen. Auch in den kommenden Jahren wird ein stabiler Umsatz mit ETX erwartet.

Die am Markt verfügbaren ETX-Module unterscheiden sich vor allem in der Rechenleistung, die durch die Wahl des Prozessors bestimmt wird, der maximalen Speicherkapazität und in den Grafikeigenschaften. Immer häufiger finden sich auch integrierte Flash-Disks, von denen aus ein Embedded-Betriebssystem gebootet werden kann. Typische Anwendungsbereiche sind die Automatisierungstechnik, Bildverarbeitung, Messtechnik, Medizintechnik, Gebäudeautomatisierung und Digital Signage.

Generationswechsel

Um ETX-Module mit modernen CPUs und Chipsets ausstatten und die seriellen Schnittstellen wie USB 2.0 und SATA nutzen zu können, wurde die Spezifikation in der Version 3.0 um SATA-Massenspeicher-Schnittstellen über verriegelbare, auf der Baugruppe befindliche Steckverbinder erweitert. Dabei wurde aber darauf geachtet, herkömmliche Schnittstellen wie COM, LPT, PS/2 und IDE sowie den ISA-Bus beizubehalten und sicherzustellen, dass vorhandene Trägerboards und Einsteckkarten unverändert weiterverwendet werden können.

Im Augenblick kommt Bewegung in die ETX-Landschaft: ein Großteil der seit Jahren angebotenen Module ist von Bauteilabkündigungen betroffen. Durch Einlagern von Bauteilen kann zwar eine längere Übergangsfrist für die Kunden angeboten werden, langfristig bieten jedoch nur Module mit modernen Komponenten dauerhafte Lösungen, die auch wirtschaftlich Vorteile bieten. Die neueren ETX-Module arbeiten durchwegs mit kostengünstigen DDR2-SO-DIMMs, sie bieten teilweise eingelötete Flash-Disks welche ein zusätzliches Bootmedium überflüssig machen und sie haben mehr USB-Schnittstellen als die Vorgänger.

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