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Standardisierung markiert das Ende von proprietären Lösungen

Während die ersten zehn Jahre von virtuellen Plattformen durch proprietäre Lösungen geprägt waren, hat die Einführung des SystemC-TLM2.0-API im Juni 2008 das Zeitalter der offenen, interoperablen virtuellen Plattformen eingeleitet. Modelle von Prozessoren und Peripheriemodulen sind nun in jedem SystemC-kompatiblen Simulator ohne merklichen Geschwindigkeitsverlust ausführbar. Für die parallele Entwicklung von Hardware und Software kann dieser Schritt in seiner Wichtigkeit nur mit der Einführung von Verilog in den 90er Jahren verglichen werden, das die proprietären Sprachen ersetzte (Bild 2).
Insbesondere führen die SystemC-TLM-2.0 Schnittstellen standardisierte Versionen der oben beschriebenen Funktionen ein. Das SystemC Direct Memory Interface (DMI) ermöglicht den direkten Zugriff auf Speicher im System. Die Modellierungsstile Loosely Timed (LT) und Approximately Timed (AT) ermöglichen verschiedene Abstraktionsebenen. Der LT-Modellierungsstil kann für sehr schnelle Ausführung der Hardwaremodelle für die Softwareentwicklung verwendet werden, wogegen der AT-Stil genauere Repräsentationen der Hardware und damit auch Architekturanalyse ermöglicht. Der neue SystemC-TLM2.0-Quantum-Keeper ermöglicht die oben schon beschriebene freilaufende Simulation durch eine SystemC-Standardschnittstelle. Als Resultat sind virtuelle Plattformen, die auf SystemC basieren, jetzt nicht mehr langsamer als ihre proprietären Gegenstücke.
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