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Veränderung im Markt der virtuellen Hardware-Plattformen

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Spezialisierung auf virtuelle Plattformen

Glücklicherweise wurde die zunehmende Wichtigkeit von Software schon vor ungefähr 10 Jahren erkannt. In den späten 90er Jahren entstanden die Firmen Virtutech, Virtio und VaST Systems, die sich mit ihrem Produktportfolio auf virtuelle Plattformen spezialisierten, d.h. Virtualisierung der Hardware, um frühe Entwicklung von Software zu ermöglichen. AXYS Design Automation und proprietäre Lösungen wie Motorolas MOOSE rundeten das Bild ab.

Virtuelle Plattformen sind instruktionsakkurate Representationen der zu entwickelnden Hardware und führen denselben, binärkompatiblen Code aus, der später in das eigentliche Produkt geladen wird. Als Simulationen sind virtuelle Plattformen sehr gut kontrollierbar und Benutzer können zu jeder Zeit Register und interne Zustände der Hardware analysieren.

Alle Firmen in diesem Bereich hatten frühe Erfolge. Virtio gewann Kunden wie Texas Instruments für die Modellierung der OMAP-Produktfamilie, Virtutech war erfolgreich mit Ericsson im Bereich Networking und VaST im Applikationsfeld Automotive mit dem Kernkunden Toyota. Texas Instruments berichtete zum Beispiel von einer um zwei- bis fünffach verbesserten Produktivität für Debug und Verifikation von Software und konnte die Softwareentwicklung auf virtuellen Plattformen neun bis zwölf Monate vor Verfügbarkeit der eigentlich Hardware beginnen. Das Resultat war, dass die Integration der Software nun schon wenige Tage, nachdem die Hardware verfügbar war, abgeschlossen werden konnte.

Spezialfunktionen erhöhten die Ausführungsgeschwindigkeit

Alle proprietären Lösungen für virtuelle Plattformen führten spezielle Funktionen ein, mit denen sich die Ausführungsgeschwindigkeit erhöhen ließ. Um lange Wege durch die Bus- und Speicher-Hierarchien zu vermeiden, hat man zum Beispiel Direktzugriffe auf die im System befindlichen Speicher als proprietäre Applikationsschnittstellen zur Verfügung gestellt. Außerdem wurden die proprietären frühen Simulatoren für virtuelle Plattformen mit der Möglichkeit versehen, die im System vorhandenen Komponenten frei laufen zu lassen und sich erst nach einer vorher vereinbarten Zeiteinheit, dem sogenannten Quantum , zu synchonisieren. Als Resultat sind Geschwindigkeiten von 50 bis zu mehreren 100 MIPS für virtuelle Plattformen möglich, die somit für Softwareentwickler schnell genug waren.

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