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VDSL2-Technologie als Wegbereiter für FTTH

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Nutzung der Kupferkabel maximieren

Durch die Nutzung der FTTB-Architektur mit VDSL2-Einsatz über die Kupferleitungen in den Steigrohren können Service Provider die Nutzung ihrer Kupferkabel maximieren. Mit VDSL2 lassen sich das 30-MHz-Spektrum und die gesamte symmetrische Bandbreite von 100 MBit/s voll ausschöpfen.

(Archiv: Vogel Business Media)

Es gibt eine Reihe anderer Architekturen mit Glasfaserbeteiligung, die in Kombination mit VDSL2-Technologie in der Infrastruktur der „letzten Meile“ viele der Leistungsvorteile einer FTTH-Architektur bieten. Die Vorteile dieser Architekturen beziehen sich jedoch hauptsächlich auf die Time-to-Market und verringerte Kapitalinvestitionen (siehe Tabelle 1). Zu diesen Architekturen auf Glasfaserbasis gehören FTTN (Fiber to the Node), FTTR (Fiber to the Road) und FTTC (Fiber to the Curb).

Bei FTTN/FTTR/FTTC wird die Glasfaser bis zu einem Endpunkt in einem Schaltschrank geführt, der für mehrere Häuser zuständig ist. An diesem Endpunkt wird das optische in ein elektrisches Signal umgewandelt, so dass es sich per VDSL2 über die bestehende Kupferinfrastruktur weiterleiten lässt.

(Archiv: Vogel Business Media)

Die meisten Service Provider weltweit, wie z.B. Belgacom, Deutsche Telekom und Swisscom in Europa sowie AT&T Corporation in Nordamerika nutzen diese Variante der FTTN/FTTR-Architektur. Tabelle 2 zeigt eine Aufstellung, welche Service Provider die verschiedenen Glasfaser-Strategien einsetzen.

Glasfaserkabel mit hoher Datenkapazität an zentralem Ort

Die FTTN/FTTR/FTTC-Architektur erlaubt es den Service Provider, ein Glasfaserkabel mit hoher Datenkapazität bis an einen zentralen Ort in einer Nachbarschaft zu verlegen. Von dort aus verteilt man die Kapazität auf alle benachbarten Wohnungen. Diese Architektur bietet eine Reihe von Vorteilen:

  • Geringere Beeinträchtigungen für den Kunden: Durch die Nutzung der bestehenden Kupferkabel-Infrastruktur bis zur Wohnung muss der Service Provider keine Schächte graben, um neue Leitungen bis zum Einsatzort zu installieren.
  • Schnelleres Time-to-Market und kürzere Amortisationszeiten: Die Verwendung bestehender Kupferkabel beschleunigt die Bereitstellung und ermöglicht eine schnellere Amortisation. Eine komplette Umrüstung erfordert viel Zeit, weil intensive Bauarbeiten durchgeführt werden müssen. Im Durchschnitt wird sich eine solche Installation nach Angaben des britischen Marktforschungsunternehmens Analysys frühestens nach 15 Jahren amortisieren. Demgegenüber lässt sich eine VDSL-Installation mit Schaltschränken in etwa sechs Jahren amortisieren.
  • Kostenbegrenzung - Im Vergleich zu einer umfassenden Glasfaser-Umstellung ist eine FTTN/FTTR/FTTC-Installation wesentlich kostengünstiger. AT&T nutzt eine solche Architektur beispielsweise für seinen U-Verse Dienst in den Vereinigten Staaten. Das Unternehmen erweitert sein FTTN-Netz und nutzt VDSL2 zur Beschleunigung der bestehenden Kupfer-Verkabelung bis in die Wohnungen. In einer Veröffentlichung schätzt AT&T, dass der Einsatz der FTTN-Architektur nur etwa 360 US-$ pro Benutzer kostet.

Gute Dienstequalität und Kundenzufriedenheit gewährleisten

Nachteilig für FTTN/FTTR/FTTC ist, dass manche in diese Architektur nur eine Zwischenlösung sehen. Bei steigenden Bandbreitenanforderungen und Einführung neuer Breitbandanwendungen müssen Service Provider die Glasfaserverkabelung näher an die Wohnungen heranführen, um gute Dienstequalität und Kundenzufriedenheit zu gewährleisten.

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