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Glasfasern so nah wie möglich an den Kunden heranführen
Allerdings ist ein umfassender FTTH-Einsatz kostspielig und Zeit raubend, da ähnlich wie beim Aufbau des analogen Telefonnetzes vor mehr als einem Jahrhundert eine komplett neue Infrastruktur installiert werden muss. So haben sich zum Beispiel Verizon und NTT einen langfristigen Zeithorizont für den Einsatz ihrer Infrastruktur vorgegeben.
Um sicherzustellen dass sie bis weit in die Zukunft die umsatzträchtigsten Dienste bereitstellen können, rüsten die beiden Unternehmen den Großteil ihrer Infrastruktur auf Glasfaser um. Die beiden Provider führen dabei die Glasfasern direkt bis zu Einfamilienhäusern, wo sich diese relativ einfach installieren lassen.
Hohe Kosten des Glasfasereinsatzes
In seinem Rundschreiben zum Geschäftsergebnis im dritten Quartal 2006 berichtete Verizon, dass die FTTH-Initiative des Unternehmens US-$ 1745 pro Haus kostete: 845 US-$ zur Verlegung der Glasfaser bis ans Grundstück und weitere 900 US-$ für den Anschluss des Hauses an die Glasfasern.
Die Kosten bei NTT in Japan sind geringfügig höher. Das Unternehmen berichtete im Geschäftsjahr 2006, dass sich die FTTH-Investitionen auf etwa 130.000 ¥ oder ungefähr 1070 US-$ pro Kunde beliefen. Aufgrund der hohen Kosten des Glasfasereinsatzes müssen sich Service Provider bei der Armortisation ihre Investitionen gedulden.

FTTB (Fiber to the Building), die Glasfaser-Verkabelung bis zum Gebäude, ist ein Subset von FTTH. Dieses Konzept kommt hauptsächlich in Gebieten mit hoher Bevölkerungsdichte und großen Apartmenthäusern, Wohnblöcken oder Hotels zum Einsatz. Hier endet die Glasfaser am Gebäude-Hauptanschluss, und VDSL2 nutzt anschließend die bestehende Kupferinfrastruktur in den Steigrohren des Gebäudes. In vielen Fällen ist diese Architektur die einzige Option bei bestehenden Steigrohren, da der Platz in den Steigrohren begrenzt und typischerweise komplett mit Kupferkabeln ausgefüllt ist (siehe Bild).
VDSL2 als Technik für die „letzte Meile“
Trotz des Einsatzes der FTTH-Technik für Einzelhäuser nutzen Verizon und NTT für Wohnblöcke ein hybrides Konzept: Hier verwendet man VDSL2-Technik zum Bereitstellen von Breitbanddiensten in Wohnblöcken über die in den Steigrohren installierten Kupferkabel. Der Einsatz von VDSL2 als Technik für die „letzte Meile“ ist dabei die bessere Lösung, weil eine Installation von Glasfaserkabeln in den engen Platzverhältnissen der Steigrohre problematisch wäre.
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