Investition von 17 Mrd. US-$ TSMC prüft Chipfertigung im 3-nm-Verfahren in Japan

Von Sebastian Gerstl 1 min Lesedauer

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TSMC plant japanischen Medienberichten zufolge, seinen Standort in Kumamoto technologisch aufzuwerten. Demnach stehe der Halbleiterfertiger in Gesprächen mit der japanischen Regierung, um in diesem Werk künftig auch Chips im 3-nm-Verfahren zu produzieren.

Der TSMC-Standort der Japan Advanced Semiconductor Manufacturing im japanischen Kumamoto. War in der im Bau befindlichen zweiten Fab zunächst nur die Fertigung von Halbleitern im N6-Verfahren vorgesehen, verhandelt der Auftragsfertiger derzeit mit der japanischen Regierung, um den Standort möglicherweise doch auf N3 aufzurüsten.(Bild:  JASM)
Der TSMC-Standort der Japan Advanced Semiconductor Manufacturing im japanischen Kumamoto. War in der im Bau befindlichen zweiten Fab zunächst nur die Fertigung von Halbleitern im N6-Verfahren vorgesehen, verhandelt der Auftragsfertiger derzeit mit der japanischen Regierung, um den Standort möglicherweise doch auf N3 aufzurüsten.
(Bild: JASM)

TSMC erwägt, in Japan erstmals Chips im 3-Nanometer-Prozess zu fertigen. Nach Berichten japanischer Medien soll dafür das Investitionsvolumen für eine zweite Fabrik in Kumamoto auf rund 17 Milliarden US-Dollar (circa 14,5 Mrd. Euro) steigen. Die Anlage ist Teil des wachsenden TSMC-Engagements in der Region Kyushu.

Ursprünglich war vorgesehen, in der zweiten Fab Halbleiter mit Strukturgrößen im Bereich von 6 bis 12 Nanometern zu produzieren. Nun prüfen Unternehmen und Regierung, ob stattdessen direkt auf eine deutlich fortgeschrittene Prozessgeneration N3 umgestellt wird. Die Gespräche gelten als ergebnisoffen, eine finale Entscheidung steht noch aus.

Industriepolitische Einordnung

Für Japan fügt sich das Projekt in eine breiter angelegte Strategie zur Stärkung der heimischen Halbleiterbasis ein. Neben TSMC unterstützt der Staat auch das lokale Foundry-Projekt Rapidus, das in Hokkaido moderne Logikchips entwickeln will. Regierungsvertreter betonen, dass beide Initiativen unterschiedliche Marktsegmente adressieren sollen.

Die geplante Aufwertung der TSMC-Fabrik gilt zugleich als Erfolg der industriepolitischen Agenda von Premierministerin Sanae Takaichi. Das zuständige Wirtschaftsministerium plant, die Fördermittel für Halbleiter- und KI-Projekte im kommenden Fiskaljahr deutlich zu erhöhen. Ein Treffen zwischen TSMC-CEO C. C. Wei und der Regierung ist angekündigt.

Parallel treibt TSMC den internationalen Kapazitätsausbau voran, um die Nachfrage nach Hochleistungschips etwa von Kunden wie Nvidia und Apple zu bedienen. Gleichzeitig stoßen Produktion und Infrastruktur in Taiwan zunehmend an Grenzen, etwa bei Energie und verfügbaren Flächen.

Unklar bleibt, wie weit die technologische Verlagerung reichen wird. TSMC hatte wiederholt betont, die jeweils fortschrittlichsten Prozesse weiterhin primär in Taiwan anzusiedeln. Die Pläne für Japan befinden sich nach Unternehmensangaben noch in einem frühen Stadium.(sg)

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