Produktion im Mittleren Osten TSMC hat Pläne für eine Gigafab in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Bereits seit der Biden-Regierung befinden sich Berichten zufolge Verantwortliche von TSMC mit der Unterstützung US-amerikanischer Regierungsvertreter in Gesprächen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten. Man wolle eine Gigafab im Mittleren Osten errichten, aber es gäbe Sicherheitsbedenken.

Möglicherweise könnte in einigen Jahren auch eine TSMC-Gigafab in den Vereinigten Arabischen Emiraten hochgezogen werden.(Bild:  TSMC)
Möglicherweise könnte in einigen Jahren auch eine TSMC-Gigafab in den Vereinigten Arabischen Emiraten hochgezogen werden.
(Bild: TSMC)

Der weltgrößte Auftragsfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, meist bekannt als TSMC, hat sich seit der Gründung im Jahr 1987 vornehmlich auf die Fertigung in Taiwan konzentriert. Seit Jahren allerdings strebt das Unternehmen danach, Produktionsstandorte außerhalb Taiwans zu etablieren, etwa in den USA in Arizona, in Japan unter dem Namen JASM oder in Deutschland mit dem Joint-Venture ESMC, mit der Beteiligung von Bosch, NXP und Infineon. Und offenbar verfolgt TSMC noch weitere Expansionspläne, nämlich in den Mittleren Osten.

Wie die Bloomberg auf Basis anonymer Quellen berichtet (via Taipei Times), sollen substanzielle Investitionen in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) geplant sein, und zwar in einem ähnlichen Umfang wie in Arizona. Das bedeutet, dass im Mittleren Osten eine Gigafab mit sechs Werken entstehen könnte; man spekuliert, dass sich TSMC ein solches Vorhaben zwischen 150 und 200 Milliarden US-Dollar kosten lassen könnte. Bestätigt wurde das Gerücht einer TSMC-Gigafab in VAE weder von TSMC selbst noch vom Weißen Haus oder des Außenministeriums der VAE.

TSMC in der Wüste, Kritik aus Washington

Folgendes soll laut den Insider-Berichten bereits geschehen sein: TSMC erwägt den Bau einer großen Halbleiterfabrik in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und die Gespräche dazu laufen bereits seit Monaten. Involviert seien insbesondere der US-Sondergesandte für den Nahen Osten Steve Witkoff und Vertreter von MGX, einem einflussreichen Investmentfonds unter Kontrolle der VAE-Führung. Ursprünglich begannen diese Gespräche unter der Biden-Administration, wurden jedoch erst unter der Trump-Regierung wieder aufgenommen.

Ein möglicher Standort in den VAE wäre ein bedeutender Schritt in TSMCs globaler Expansionsstrategie und könnte die Ambitionen des Golfstaates unterstreichen, sich als Technologiestandort für künstliche Intelligenz zu etablieren. Es ist schließlich auch erst wenige Tage her, dass Jensen Huang gemeinsam mit US-Präsident Trump nach Saudi-Arabien reiste, um die Lieferung von rund 180.000 KI-GPUs auszuhandeln.

Gleichzeitig ist das TSMC-Vorhaben mit zahlreichen Unsicherheiten verbunden. Ein möglicher Baubeginn läge laut Insidern noch Jahre in der Zukunft, und die endgültige Entscheidung hängt maßgeblich von der Zustimmung der US-Regierung ab. Aus Washington kommen jedoch kritische Stimmen. Einige Mitglieder der Trump-Administration äußern Bedenken, dass ein zusätzliches Projekt in den VAE finanzielle oder personelle Ressourcen von der über den Staat geförderten US-Fabrik in Phoenix abziehen könnte. Zusätzlich bestehen sicherheitspolitische Vorbehalte: Die engen Beziehungen der VAE zu China sowie die geopolitische Nähe zum Iran lassen befürchten, dass sensitives technologisches Know-how in strategisch heikle Hände geraten könnte, sollte sich das politische Gleichgewicht in der Region verändern.

Ob aus dem Vorhaben tatsächlich ein Projekt wird, bleibt allerdings offen, sowohl wegen der geopolitischen Implikationen als auch aufgrund der fehlenden Fachkräftebasis vor Ort. (sb)

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