Vor 35 Jahren

TI-99/4A: Der erste 16-Bit-Heimcomputer

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Ein zweites Problem lag in der Implementierung des BASIC-Dialektes, der mit dem TI-99/4A ausgeliefert wurde. Die Programmiersprache BASIC diente damals bei fast allen Homecomputern als Schnittstelle für die Befehlseingabe. Das TI-BASIC war eine interpretierte Sprache: der Programmcode wurde also erst bei der Ausführung in Maschinencode umgewandelt. Das war bei fast allen Heimcomputern üblich. Der BASIC-Interpreter von TI war aber seinerseits in einer interpretierten Programmiersprache implementiert worden, was die Programmausführung zusätzlich verlangsamte. TI bot zwar eine BASIC-Variante mit erweitertem Befehlssatz an, die dieses Geschwindigkeitsproblem nicht hatte. Doch das Extended BASIC spielte für die meisten Heimanwender keine Rolle.

Überschaubare Software-Bibliothek

Drittens gelang es TI nicht, eine ausreichend große Entwicklergemeinde für den Heimcomputer zu begeistern. Texas Instruments versuchte zwar, Third-Party-Entwickler dazu zu bewegen, Software für den Heimcomputer zu schreiben. Allerdings wollten die Texaner sich die Vermarktung der Programme selbst vorbehalten. Dieses Modell war zum Scheitern verurteilt. Denn Activision, ein Softwarehaus, das Spiele für die Atari-Konsole entwickelte, hatte kurz zuvor gezeigt, dass auch vom Hardwarehersteller unabhängige Publisher erfolgreich sein konnten.

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Commodore ließ dagegen den Firmen, die für den VIC-20 und den C64 entwickelten, alle Freiheiten. Man kann zwar nicht sagen, dass sich Jack Tramiel übermäßig um die Entwicklergemeinde gekümmert hätte, aber seine Laissez-faire-Philosophie obsiegte letztlich über das TI-Modell, die Kontrolle über die Softwareentwicklung behalten zu wollen. Das führte dazu, dass die Auswahl an kommerzieller Software für den TI-99/4A überschaubar blieb

Zum ruinösen Preiskampf mit Commodore kamen einige unglückliche Entscheidungen, die dem TI-99/4A ein frühes Grab schaufelten. Für das Jahr 1983 hatte man einen überaus optimistische Nachfrage nach Heimcomputern angenommen. Die Produktion lief daher auf vollen Touren. Selbst als der Verkauf des Rechners für einen Monat unterbrochen werden musste, um ein mögliches Stromschlag-Risiko zu prüfen, wurde die Fertigung nicht gestoppt. Als der Verkauf des TI99/4A wieder frei gegeben wurde, war der Schwung jedoch dahin. Fürs erste gehörte die Zukunft dem C64.

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