Vor 35 Jahren

TI-99/4A: Der erste 16-Bit-Heimcomputer

< zurück

Seite: 3/4

Anbieter zum Thema

Die Revanche des Jack Tramiel

Der Commodore 64: Im Januar 1982 erblickte der erfolgreiche Heimcomputer auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas das Licht der Welt (Bild:  Peter Koller)
Der Commodore 64: Im Januar 1982 erblickte der erfolgreiche Heimcomputer auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas das Licht der Welt
(Bild: Peter Koller)

1982 setzte Tramiel jedoch zu seinem vielleicht größten Coup an und platzierte den Commodore 64 am Markt. Bei einem Kaufpreis von knapp 600 Dollar war er zwar doppelt so teuer wie der VIC-20, aber deutlich billiger als die Konkurrenz von TI. Da damals primär der Hauptspeicher als Maß für die Leistungsfähigkeit eines Computers galt, wurde der C64 als überlegener Rechner wahrgenommen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

In gewisser Weise gelang es Tramiel damit, sich bei TI zu revanchieren. In den Jahren zuvor hatte Commodore Taschenrechner angeboten, war aber von TI aus dem Markt gedrängt worden. Texas Instruments stellte die Halbleiter für die Rechner damals selbst her, während Commodore die Bauteile von Fremdherstellern beziehen musste. Für den Preiskampf im Taschenrechnersegment war das damals ein klarer Vorteil für TI.

Im Heimcomputermarkt zahlte Commodore mit gleicher Münze zurück. Die Tramiel-Company hatte den Halbleiterhersteller MOS Technologies gekauft und war nun selbst in der Lage, ihre Rechner mit selbst entwickelten und selbst hergestellten Bausteinen zu bestücken.

Zwar arbeitete auch TI mit hauseigenen Chips, doch Commodore sparte einerseits bei der Fertigungsqualität und setzte andererseits für den C64 auf selbst entwickelte Spezial-Chips wie den Videoprozessor VIC II und den Soundchip SID, die den Hauptprozessor entlasteten und damit die technische Überlegenheit des TI-Prozessors ausgleichen konnten.

Darüber hinaus war der TI-99/4A nur ansatzweise in der Lage, die Leistungsfähigkeit seines Hauptprozessors angemessen auszunutzen. Da schnelles RAM damals noch sehr teuer war, hatte man sich entschieden, nur 256 Byte RAM direkt an die CPU anzubinden – gewissermaßen als Cache-Memory. Der restliche Hauptspeicher und die übrige Peripherie wurden über einen 16-zu-8-Bit-Multiplexer angesprochen. Dadurch wurde das Gesamtsystem merklich ausgebremst. Versierten Programmierern gelang es allerdings, geschwindigkeitskritische Teile ihrer Software in den direkt angebundenen Speicher zu verlegen und auf diese Weise den Tempovorteil zu nutzen.

(ID:44227231)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung