Strategische Partnerschaft Teradyne übernimmt Infineon-Entwicklungsteam für automatisierte Leistungshalbleitertests

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Teradyne, ein Anbieter von automatisierten Testlösungen für Halbleiter, hat eine strategische Partnerschaft mit Infineon geschlossen. Im Rahmen der Service-Vereinbarungen übernimmt Teradyne 80 Mitarbeiter des Infineon-Teams für automatisiertes Testequipment am Standort Regensburg.

Vergangenes Jahr hatte Infineon angekündigt, an seinem Produktionsstandort in Regensburg bis zu 500 Stellen einsparen zu wollen. Nun wurde bekannt gegeben, dass das dort beschäftigte 80-köpfige Team zur Entwicklung von Testlösungen für Leistungshalbleiter zum Servicedienstleister Teradyne wechselt.(Bild:  Infineon)
Vergangenes Jahr hatte Infineon angekündigt, an seinem Produktionsstandort in Regensburg bis zu 500 Stellen einsparen zu wollen. Nun wurde bekannt gegeben, dass das dort beschäftigte 80-köpfige Team zur Entwicklung von Testlösungen für Leistungshalbleiter zum Servicedienstleister Teradyne wechselt.
(Bild: Infineon)

Teradyne übernimmt von Infineon Technologies die Technologie für automatisierte Testgeräte und das dazugehörige Entwicklungsteam. Die strategische Partnerschaft soll für beide Seiten Vorteile mit sich bringen. Demnach soll der nordamerikanische Spezialist für automatisierte Halbleitertests Infineon im Rahmen eines Servicevertrags als Dienstleister bei Tests und Fertigung von Leistungshalbleitern unterstützen. Dies biete für den deutschen Chiphersteller eine „erhöhte Flexibilität“, um auf die interne Nachfrage nach dieser speziellen Testausrüstung zu reagieren. Im Gegenzug könne Teradyne mit den zusätzlichen Ressourcen und dem erworbenen Know-how seine Roadmap im Leistungshalbleitersegment beschleunigen.

Infineons Produktionsstandort in Regensburg war im vergangenen Jahr im Zuge der Sparmaßnahmen von einem Stellenabbau betroffen. Im Sommer 2024 hatte das Unternehmen angekündigt, im Laufe der folgenden Monate etwa 500 Stellen einsparen zu wollen, ohne dabei aber Kündigungen auszusprechen. Im Bereich der Entwicklung für Testlösungen und Leistungshalbleitertests wurde in Regensburg ein 80-köpfiges Team beschäftigt. Teradyne plant, das Regensburger Team in seine Geschäftseinheit Power Semiconductor zu integrieren.

Die Regensburger Entwickler und Tester sollen Teradyne dabei helfen, die Entwicklung von Testsystemen für III-V-Leistungshalbleiter zu beschleunigen. Diesem Bereich schreibt Infineon selbst hohe Priorität zu: Als weltweit erstes Unternehmen konnte der deutsche Chiphersteller erfolgreich die serienreife Produktion von 300-mm-Galliumnitrit-Wafern für Leistungshalbleiter bekannt geben. Da sich aber hinsichtlich des Materials Unterschiede bei Frequenz, Spannungen oder Stromstärken gegenüber herkömmlichen Bauteilen auf Siliziumkarbid-(SiC)-Basis ergeben, andern sich entsprechend auch die Anforderungen an die benötigten Testsysteme. Statt die Entwicklung dieser automatisierten Testsysteme in Eigenregie voranzutreiben, wird dies nun auf Teradyne als Servicedienstleister übertragen.

„Die Übernahme und Integration der Technologie und des Teams von Infineon in Regensburg wird unsere Position auf dem Markt für Leistungshalbleiter weiter ausbauen", kündigt Rick Burns, President Semiconductor Test Group bei Teradyne, im Zuge der Vereinbarung an. „Die Technologie von Infineon wird unser ETS-Produktportfolio erweitern und unser Engagement unter Beweis stellen, weiterhin innovative Lösungen anzubieten, die den sich entwickelnden Anforderungen unserer Kunden gerecht werden."

Auch Infineon sieht in der Partnerschaft gegenseitigen Nutzen. „Gemeinsam mit Teradyne bauen wir unsere Testkapazitäten für Leistungshalbleiter weiter aus“, meint Alexander Gorski, Executive Vice President, Frontend Operations bei Infineon. „Die Integration unserer erfahrenen Mitarbeiter mit Teradyne wird dazu beitragen, Innovationen zu beschleunigen und die dynamischen Testherausforderungen bei neuen Technologien wie Siliziumkarbid und Galliumnitrid in dem Umfang und mit der Flexibilität zu bewältigen, die unsere Märkte und Kunden benötigen. Zugleich bieten wir unseren Mitarbeitern eine langfristige Perspektive in einem hochspezialisierten Unternehmen." (sg)

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