Technikgeschichte

Päpste und elektronische Massenmedien

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Der Twitter-Pionier: Benedikt XVI.

Benedikt XVI. war der erste papst, der twitterte.(Bild:  Archiv des Präsidialamtes der Republik Polen)
Benedikt XVI. war der erste papst, der twitterte.
(Bild: Archiv des Präsidialamtes der Republik Polen)

Der scheue Intellektuelle auf dem Papstthron war von Anfang an mit der Realität der heutigen Medienwelt konfrontiert. Eine seiner ersten Amtshandlungen nach seiner Wahl war eine Pressekonferenz, in der Benedikt XVI. unter anderem über seine Gefühle während des Konklaves sprach „Als das Fallbeil auf mich herabfiel, wurde mir ganz schwindelig zumute“, sagte er bei dieser Gelegenheit. Er habe zu Gott gebetet, er möge ihm das nicht antun. „Offenkundig hat er mich dieses Mal nicht erhört“, ergänzte Benedikt lapidar.

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In die Amtszeit des Papstes aus Bayern fällt insbesondere der Aufstieg der sozialen Netzwerke wie Twitter und Facebook sowie der Jedermann-Medien wie Youtube. Folgerichtig wurde im Dezember 2012 ein päpstlicher Twitter-Account unter dem Nickname @pontifex eingerichtet. Der Account kann in acht Sprachen, darunter Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch und Arabisch, verfolgt werden. Den ersten Tweet mit dem Inhalt „Liebe Freunde! Gerne verbinde ich mich mit Euch über Twitter. Danke für die netten Antworten. Von Herzen segne ich Euch" versandte Benedikt am 12. Dezember 2012 um 11.36 Uhr. Derzeit hat Benedikts Twitter-Account 1.542.171 Follower.

Die Entscheidung des Pontifex, von seinem Papstamt zurückzutreten, verbreitete sich per Twitter ebenfalls wie ein Lauffeuer. Dabei zeigte sich, dass Moderne und Tradition durchaus gut Hand in Hand gehen können: Die italienische Journalistin Giovanna Chirri von der Nachrichtenagentur ANSA war die erste, die die Meldung über den Kurznachrichtendienst verschickte. Sie verfolgte die in lateinischer Sprache verfasste Erklärung des Papstes im vatikanischen Pressezentrum – und da sie Latein verstand, benötigte sie keine Übersetzung, um die Tragweite des Gesagten zu überblicken.

Im Nachhinein liest sich der bisher letzte Tweet, den Benedikt vor seiner Rücktrittserklärung über @pontifex versandte, fast prophetisch: „Wir müssen auf die Kraft der göttlichen Gnade vertrauen. Wir sind alle Sünder, aber seine Gnade verwandelt uns und macht uns neu.“ Benedikt gilt auch als erster „Grüner Papst“, weil ihm der Umweltschutz und die Bewahrung der Schöpfung am Herzen lagen. Auf dem Dach der vatikanischen Audienzhalle ließ er Solar-Paneele anlegen. Darüber hinaus benutzte er gelegentlich ein Elektroauto von Renault als Papamobil.

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