Technikgeschichte

Päpste und elektronische Massenmedien

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Der globale Papst: Johannes Paul II.

Papst Johannes Paul II. amtierte von 1978 bis 2005. In sein Pontifikat fielen unter anderem die Entstehung globaler Nachrichtensender wie CNN sowie des Internet.(Bild:   / CC0)
Papst Johannes Paul II. amtierte von 1978 bis 2005. In sein Pontifikat fielen unter anderem die Entstehung globaler Nachrichtensender wie CNN sowie des Internet.
(Bild: / CC0)

Die Nachfolger von Pius XII. wurden immer mehr zu Medienpersönlichkeiten. So wurde zum Beispiel über das Zweite Vatikanische Konzil, das Johannes XXIII. 1962 eröffnete, intensiv berichtet. Dessen Nachfolger Paul VI. hielt sogar 1965 als erster Papst eine vielbeachtete Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen.

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Aber kein Papst vermochte auf der Klaviatur der elektronischen Massenmedien so virtuos zu spielen wie der aus Polen gebürtige Johannes Paul II. Wie kein Papst vor ihm bereiste er die Welt (was ihm den Spottnamen „Eiliger Vater“ einbrachte). Er war sogar dem Gedanken nicht abgeneigt, in der Fernsehshow „Wetten, dass...?“ aufzutreten. Der damalige Moderator Frank Elstner hatte den Papst eingeladen, als Wettpate in die Sendung zu kommen. Bei einem Termin mit Kardinal Joseph Ratzinger erörterte Elstner Anfang der achtziger Jahre die Modalitäten eines möglichen Auftritts.

Ratzinger lehnte einen persönlichen Auftritt des Papstes in der Show ab, hatte aber gegen eine Live-Schaltung nichts einzuwenden. Damit war Elstner wiederum nicht einverstanden: Er befürchtete, die prominenten Gäste würden diesem Beispiel folgen und ebenfalls nur per Live-Schaltung teilnehmen. Später bereute der Moderator diese Entscheidung: „Im Nachhinein hätte ich mir in den Hintern beißen können“, sagte Frank Elstner später.

Unter Johannes Paul II. wurde das Centro Televisivo Vaticano (CTV) eingerichtet, eine Art vatikanische Fernsehanstalt, die die TV-Sender der Welt mit offiziellen Bildern von den Auftritten des Papstes beliefert. Unter der Ägide Johannes Pauls II trat die Kirche auch ins Internet-Zeitalter ein. So entstand in seiner Amtszeit die Website des Vatikan. Außerdem war er der erste Papst, der eine E-Mail verschickte. In dieser Mail bat er unter anderem um Entschuldigung für sexuellen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche.

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