KI-Chip-Infrastruktur OpenAI beauftragt Broadcom mit Fertigung eigener KI-Chips

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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OpenAI entwickelt erstmals eigene KI-Prozessoren und setzt für Fertigung und Rollout auf Broadcom. Die langfristige Kooperation umfasst bis zu 10 GW an Beschleunigern; erste Deployments sind für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.

OpenAI-Office in München: Der KI-Modell-Anbieter lässt ab sofort maßgeschneiderte KI-Chips von Broadcom fertigen und greift dabei auch auf das umfangreiche Peripherie-Portfolio des Halbleiteranbieters zurück.(Bild:  Open AI)
OpenAI-Office in München: Der KI-Modell-Anbieter lässt ab sofort maßgeschneiderte KI-Chips von Broadcom fertigen und greift dabei auch auf das umfangreiche Peripherie-Portfolio des Halbleiteranbieters zurück.
(Bild: Open AI)

Bereits Anfang September machten Gerüchte die Runde, wonach OpenAI den Halbleiteranbieter Broadcom mit der Fertigung maßgeschneiderter KI-Chips beauftragen könnte. Am Montag dem 13. Oktober wurde dies nun zur Gewissheit: OpenAI hat sich mit dem US-Chiphersteller Broadcom auf die gemeinsame Entwicklung eines unternehmenseigenen KI-Chips verständigt. Die Maßnahme ist Teil einer umfassenden Strategie, um langfristig die wachsende Nachfrage nach Rechenleistung zu decken.

Die Chips sollen ab der zweiten Hälfte des Jahres 2026 in Betrieb genommen werden und bis zu zehn Gigawatt an Rechenleistung liefern. Die Komponenten werden in OpenAIs eigenen Einrichtungen sowie in Rechenzentren von Partnerunternehmen eingesetzt.

Fertigung nach eigenem Design, Ausnutzung von Broadcoms Peripherie-Portfolio

OpenAI übernimmt das Chip-Design, während Broadcom für die Entwicklung und den Einsatz der Hardware verantwortlich ist. Zum Einsatz kommt Broadcoms vollständiges Portfolio an Ethernet-, PCIe- und optischen Verbindungslösungen, wodurch skalierbare und energieeffiziente Systeme ermöglicht werden sollen.

„Unsere Partnerschaft mit OpenAI setzt weiterhin neue Branchenmaßstäbe für das Design und den Einsatz offener, skalierbarer und energieeffizienter KI-Cluster“, sagte Dr. Charlie Kawwas, Präsident der Semiconductor Solutions Group bei Broadcom Inc. „Maßgeschneiderte Beschleuniger lassen sich hervorragend mit standardbasierten Ethernet-Scale-up- und Scale-out-Netzwerklösungen kombinieren, um eine kosten- und leistungsoptimierte KI-Infrastruktur der nächsten Generation bereitzustellen. Die Racks umfassen das End-to-End-Portfolio von Broadcom an Ethernet-, PCIe- und optischen Konnektivitätslösungen und bestätigen damit erneut unsere Führungsposition im Bereich KI-Infrastruktur.“

Mit dem Schritt reiht sich OpenAI in eine wachsende Liste von Technologiekonzernen ein, die auf eigene KI-Chips setzen – darunter Google, Amazon und Microsoft. Ziel ist es, Kosten zu senken, Lieferengpässe zu umgehen und die Kontrolle über die eigene Infrastruktur zu stärken. Derzeit sind viele führende Anbieter von Nvidia als Lieferant von GPUs zur KI-Beschleunigung abhängig.

Laut OpenAI-CEO Sam Altman ist die Partnerschaft ein zentraler Baustein beim Aufbau der Infrastruktur, die nötig ist, um das Potenzial von KI vollständig auszuschöpfen. Durch eigene Chips ließen sich Erfahrungen aus der Entwicklung fortgeschrittener Modelle direkt in die Hardware integrieren.

Von Analystenseite wird das Projekt als ehrgeizig eingestuft. Die Finanzierung dürfte sich aus mehreren Quellen speisen, darunter Investitionsrunden, Vorbestellungen, Unterstützung durch Microsoft sowie mögliche Beteiligungen und Kreditlinien.

Parallel dazu hat OpenAI kürzlich einen Deal mit AMD über den Kauf von Chips mit einer Leistung von sechs Gigawatt abgeschlossen. Nvidia kündigte an, bis zu 100 Milliarden US-Dollar in ein gemeinsames Infrastrukturprojekt mit OpenAI zu investieren.

Trotz der Ambitionen wird der Vorstoß nicht als direkte Bedrohung für Nvidias Marktstellung gesehen. Die Entwicklung und Skalierung eigener Chips gilt als hochkomplex. Für Broadcom jedoch ist die Kooperation ein strategischer Gewinn im boomenden Markt für KI-Infrastruktur.(sg)

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