Nabelschnur zu Nivida wird gekappt OpenAI lässt eigenen KI-Prozessor fertigen

Von Manuel Christa 1 min Lesedauer

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OpenAI plant, noch in diesem Jahr die Entwicklung seines ersten eigenen KI-Chips abzuschließen und steht bereits vor dem Tape-Out. Das berichtet Reuters unter Berufung auf "informierte Kreise".

OpenAI will von Nvidia unabhängiger werden und entwickelt eigenen KI-Prozessor.(Bild:  KI-generiert)
OpenAI will von Nvidia unabhängiger werden und entwickelt eigenen KI-Prozessor.
(Bild: KI-generiert)

Der ChatGPT-Entwickler arbeitet seit einiger Zeit an einem eigenen KI-Beschleuniger. Ziel ist es, langfristig Alternativen zu den stark nachgefragten Nvidia-Chips zu schaffen, die derzeit den Markt dominieren. Laut Reuters steht OpenAI kurz vor dem sogenannten „Tape-Out“ – dem Abschluss der Entwicklungsphase vor der Produktion in einer Chipfabrik. Die Fertigung soll beim taiwanischen Halbleiterhersteller TSMC im 3-nm-Verfahren erfolgen.

Die Entwicklung wird von Richard Ho geleitet, einem früheren Google-Ingenieur. Sein Team bei OpenAI ist in den letzten Monaten auf 40 Personen angewachsen und arbeitet in Kooperation mit Broadcom an der Chip-Architektur.

Von keinem der beteiligten Unternehmen wird das alles bereits offiziell bestätigt. Allerdings ließe sich ein Tape-Out auch kaum verheimlichen. Der kostet Dutzende Millionen US-Dollar und zieht sich in etwa über ein halbes Jahr hin. Bis dann ein funktionierender Prozessor gefertigt ist, kann es gut ein bis eineinhalb Jahre dauern.

Strategische Bedeutung für OpenAI

Ein eigener Chip könnte OpenAI mehr Verhandlungsspielraum gegenüber Nvidia verschaffen. Gleichzeitig soll er vor allem für das Inferenzieren – also das Ausführen trainierter KI-Modelle – zum Einsatz kommen. Die Entwicklung leistungsfähiger eigener Chips bleibt jedoch eine Herausforderung: Google und Meta investieren seit Jahren in eigene Hardware und haben trotzdem mit technischen Hürden zu kämpfen. Keinem anderen großen Mitbewerber sei es bislang gelungen, einen konkurrenzfähigen Chip zu entwickeln, obwohl dort größere Teams damit beschäftigt seien, schreibt Reuters weiter.

Trotz hoher Entwicklungskosten von geschätzt einer halbe Milliarde US-Dollar könnte ein erfolgreicher Tape-Out OpenAI den Weg zur Massenproduktion ebnen. Der erste Chip dürfte jedoch nur in begrenztem Umfang genutzt werden. Ein großflächiger Einsatz erfordert nicht nur weitere Iterationen des Designs, sondern auch erheblichen Ausbau der Infrastruktur (via Reuters). (mc)

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