Fokus auf OpenAI Softbank trennt sich von sämtlichen Nvidia-Anteilen

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Softbank hat sein gesamtes Nvidia-Aktienpaket für rund 5,8 Mrd. US-Dollar verkauft. Der Erlös fließt in neue Investitionen rund um OpenAI und Infrastrukturprojekte für KI-Anwendungen

Der japanische Softbank-Konzern hat sich von seinem 32,1 Millionen Nvidia-Aktien vollständig getrennt. Das Unternehmen möchte sich in Sachen KI auf seine Beteiligungen in OpenAI und dem Stargate-Projekt konzentrieren, sagte CFO Yoshimitsu Goto vergangenen Dienstag.(Bild:  Softbank / OpenAI)
Der japanische Softbank-Konzern hat sich von seinem 32,1 Millionen Nvidia-Aktien vollständig getrennt. Das Unternehmen möchte sich in Sachen KI auf seine Beteiligungen in OpenAI und dem Stargate-Projekt konzentrieren, sagte CFO Yoshimitsu Goto vergangenen Dienstag.
(Bild: Softbank / OpenAI)

Softbank hat im Oktober seine gesamte Beteiligung an Nvidia veräußert. Das Paket umfasste 32,1 Millionen Aktien im Gesamtwert von 5,83 Milliarden US-Dollar. Laut Finanzchef Yoshimitsu Goto dient der Verkauf der Finanzierung eines umfangreichen Engagements im Umfeld von OpenAI.

Neben der Nvidia-Transaktion trennte sich Softbank im gleichen Zeitraum auch von einem rund 9,2 Milliarden Dollar schweren Anteil an T-Mobile US. Der Schritt ist Teil einer strategischen Neuausrichtung: weg von Komponentenherstellern, hin zu Softwareanbietern und Infrastruktur für KI-Anwendungen.

Konzentration auf OpenAI-Beteiligung und Stargate-Projekt

Ein Großteil der Mittel soll in OpenAI fließen. Softbank plant ein Investmentvolumen von rund 30 Milliarden Dollar in das Unternehmen hinter ChatGPT. Darüber hinaus ist das Unternehmen an Stargate beteiligt – einem Infrastrukturprojekt für KI-Rechenzentren, das OpenAI gemeinsam mit Oracle vorantreibt.

Wie Konzernchef Goto betonte, erfolge der Verkauf nicht aus Unzufriedenheit mit Nvidia. Vielmehr müsse Softbank seine bereits bestehenden Beteiligungen nutzen, um neue Investitionen zu ermöglichen. Trotz des vollständigen Rückzugs bleibt Softbank im KI-Hardwarebereich engagiert – etwa über seine Mehrheitsbeteiligung an Arm.

Erste Sorgen um Platzen einer KI-Blase

Softbanks Entscheidung erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem zahlreiche führende Entwickler von KI-Modellen angekündigt haben, sich mit eigenen Hardware-Entwicklungen aus ihrer Abhängigkeit von Nvidia-GPUs lösen zu wollen. So hat OpenAI einen Vertrag mit AMD über 6 GW an GPU-Kapazität für die kommenden Jahre geschlossen. Ferner hat das Unternehmen Broadcom mit der Entwicklung eigener Chips zur KI-Beschleunigung beauftragt. Darüber hinaus gab es Meldungen, dass der Marktanteil Nvidias in Chinas stark boomenden KI-Sektor von dominierenden 95% auf 0% heruntergekracht sei.

Softbanks Umverteilung des Kapitals erfolgt in einem Marktumfeld, in dem sich erste Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI-Booms zeigen. Analysten beobachten eine zunehmende Vorsicht bei der Bewertung von KI-bezogenen Aktien. Trotzdem bleibt die Nachfrage nach Rechenleistung hoch, was Nvidia bislang nicht geschadet hat.

Die Ankündigung des Aktienpaket-Verkaus hatte auch bislang keine nennenswerten Auswirkungen auf den Börsenkurs von Nvidia. Die Aktien des Unternehmens bleiben nahe ihrem Allzeithoch, gestützt durch Rekordgewinne und starke Prognosen. Der Verkauf durch Softbank signalisiere Reters zufolge allerdings, dass Großinvestoren sich hinsichtlich der aktuellen KI-Trends und neuen starken Unternehmen neu orientieren. Im Gespräch mit Reuters sagte Softbank-Finanzvorstand Yoshimitsu Goto, dass die Investition in OpenAI „sehr groß” gewesen sei; das Unternehmen müsse nun seine „vorhandenen Vermögenswerte zur Finanzierung neuer Investitionen” nutzen. Im August diesen Jahres hatte Softbank noch zwei Mrd. US-Dollar in Intel investiert.(sg)

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