Um noch mehr Leistung zwischen zwei parallelen Leiterplatten zu übertragen, wurde der SlimStack Hybrid Power (Bild 4) entwickelt. Insbesondere für Verbindungen zu Akkus mit Thermofühlern oder für abgesetzte USB-(Lade-)Schnittstellen ermöglicht der SlimStack Hybrid Power einen Maximalstrom von 6 A über je zwei parallelgeschaltete Kontakte. Basierend auf einem Rastermaß von 0,4 mm bietet dieses Produkt vier Signalkontakte plus vier Leistungskontakte mit je 3 A (alternativ zwei Leistungskontakte je 6 A) auf einer Boardfläche von 2,5 mm x 4,2 mm bei einer gesteckten Bauhöhe von 0,75 mm.
Auch der SlimStack Hybrid Power besitzt großzügige Einführschrägen zum Blindstecken (Bild 5). Beim SlimStack Hybrid Power wurde ebenfalls das Doppelkontaktprinzip realisiert.
Sowohl mit dem Armor SlimStack (bis 3 A) als auch dem SlimStack Hybrid Power (bis 6 A) lässt sich zusätzlich zu Signalen auf kleinstem Raum auch Leistung übertragen, sei es um ein Mezzanine Board zu versorgen, einen Akku an die Elektronik anzudocken oder Lade- bzw. Entladeströme vom Board zu Flexleiterplatten an Ein-/Ausgabeschnittstellen zu verbinden.
Die einfach einsetzbaren Verbinder ermöglichen dem Entwickler von Mikroelektronik, egal ob in der Medizintechnik, in mobilen Anwendungen für professionelle oder verbraucherorientierte Elektronik, im Bereich von Smartwatches, Sensoren oder selbst in der Industrieelektronik einen problemlosen Einsatz ohne Prozessumstellungen oder dem Risiko Lehrgeld zahlen zu müssen.
Wie geht die Miniaturisierung weiter?
Bei der MID(Molded Interconnect Devices)-Technik werden mittels Laser auf der Kunststoffoberfläche Spuren aktiviert, die anschließend mit stromloser Galvanik metallisiert werden, wodurch ein dreidimensionaler Aufbau der Elektronik ermöglicht wird mit Leiterbahnabständen bis herab zu 0,5 mm. Auch Steckverbinder (mit wenigen Steckzyklen) oder Taster können in dieser Technik realisiert werden. Allerdings ist die MID-Technik nur dort sinnvoll einzusetzen, wo die herkömmliche zweidimensionale Leiterplattentechnik passen muss. Das Aufbringen der Lotpaste muss bei MID mit einem Roboter-Dispenser erfolgen, die Bauelemente müssen 3-D-fähig bestückt und eventuell mit Kleber fixiert werden, der Reflow-Lötprozess muss in Vorrichtungen durch den IR-Ofen erfolgen.
Andrerseits eignet sich MID auch für auflötbare Komponenten, deren Herstellung in Stanztechnik zu aufwändig ist. Hierzu zählen insbesondere Antennen. Molex hat Erfahrung in Design und zig-millionenfache Fertigung von derartigen Antennen für Mobiltelefone, welche bis zu acht Frequenzbänder gleichzeitig bedienen müssen.
Ein Standardprodukt aus diesen Aktivitäten ist die 3 mm x 3 mm x 4 mm kleine 2,4-GHz-WiFi Antenne der Serie 47948 die per Pick-and-Place im IR-Reflow auf die Leiterplatte aufgelötet wird (Bild 6).
Somit trägt die MID-Technik dazu bei, eine weitere Verkleinerung der Mikroelektronik mit herkömmlicher Leiterplattentechnik voranzutreiben.