Mobile LTE und WiMAX – der Kampf um den mobilen 4G-Standard

Autor / Redakteur: Eric Lee * / Margit Kuther

Die beiden Mobilfunkstandards LTE und WiMAX dominieren die vierte Mobilfunkgeneration 4G. Wer macht das Rennen?

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Eric Lee, RS: „LTE und WiMAX haben ihre spezifischen Vorteile.“
Eric Lee, RS: „LTE und WiMAX haben ihre spezifischen Vorteile.“
(Bild: RS Components)

Eben haben wir uns an das gewöhnt, was die 3G-Kommunikation uns und unseren Mobiltelefonen zu bieten hat, und schon scheint 4G auf dem Weg zu sein. Oder es ist bereits hier, je nachdem, wo Sie leben und arbeiten. Natürlich browsen viele Benutzer im Internet schon jetzt mit 3.5G HSPA (High-Speed Packet Access)-fähigen Notebooks oder über USB-Dongles anstatt Modems.

Aber die Breitbandgeschwindigkeiten der vierten Generation von Mobilfunknetzen könnten schon bald Downloadgeschwindigkeiten möglich machen, die Ihr Breitband-Festnetz in den Schatten stellen. Und ein besonders wichtiger Aspekt ist dabei, dass 4G auch geografische Gebiete erreichen könnte, die herkömmliche Breitbandnetze noch nicht versorgen.

Zwei Standards konkurrieren im schnellen 4G-Netz

Im 4G-Bereich haben sich zwei konkurrierende und, wie manche sagen, ergänzende Standards herausgebildet: LTE (Long-Term Evolution) und WiMAX (Worldwide Interoperability for Microwave Access).

Die ITU (International Telecommunications Union) hat 4G (oder IMT-Advanced) ursprünglich als Technologie definiert, die Datenraten bzw. Downloadgeschwindigkeiten von 100 Mbit/s auf Mobilgeräten ermöglicht, die sich mit hoher Geschwindigkeit bewegen (z. B. in einem Auto oder einem Zug), oder 1 Gbit/s für feste oder relativ unbewegliche drahtlose Verbindungen.

Diese Geschwindigkeiten werden allerdings erst von zukünftigen Versionen von WiMAX und LTE erwartet, nämlich von WirelessMANAdvanced und LTE-Advanced. Ende 2010 beschloss die ITU, diese Definition zu verwässern und WiMAX, LTE sowie HSPA+ unter den 4G-Schirm zu bringen. Dies geschah, weil die Standards als signifikante Verbesserungen gegenüber 3G angesehen wurden – oder vielleicht auch, weil eine große Anzahl von Anbietern (besondere in den USA) WiMAX- und LTE-Dienste bereits unter der Bezeichnung 4G vermarktet haben.

WiMAX- und LTE-Netzwerke basieren beide auf IP (Internet Protocol) und verwenden die OFDMA-Technologie (Orthogonal Frequency-Division Multiple Access). OFDMA ist eine Mehrbenutzerversion von OFDM, einer weit verbreiteten Methode zum Kodieren digitaler Daten auf mehreren Trägerfrequenzen. Beispielsweise verwenden viele Länder in Europa und Asien OFDM für die terrestrische Übertragung digitaler Radio- und TV-Dienste.

Die WiMAX-Spezifikation erlaubt Übertragungsraten bis etwa 75 Mbit/s, aber die Bandbreite ist dabei auf mehrere Benutzer verteilt, was in der Praxis zu wesentlich niedrigeren Geschwindigkeiten führt. Die LTE-Spezifikation gestattet Download-Spitzengeschwindigkeiten von 300 Mbit/s und Uploads mit maximal 75 Mbit/s. Die tatsächlichen Geschwindigkeiten, die heute von 4G-Diensten angeboten werden, erreichen gerade eben zweistellige Megabit/s-Werte – d. h. sie sind vergleichbar mit den Geschwindigkeiten von typischen Festnetz- oder Kabelmodems, die Privatkunden zu Hause verwenden. Es scheint jedoch, als ob LTE sowohl bei Uploads als auch bei Downloads besser als WiMAX abschneidet.

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