Merger und Akquisitionen

Halbleiterjahr 2016: Rekordübernahmen bei stagnierendem Markt

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China setzt auf massive Expansion

Chinas grenzübergreifende Übernahmen nicht-chinesischer Halbleiter-Unternehmen. China möchte massiv die Machtverhältnisse im Halbleitermarkt umkrempeln; die Tsinghua Unigroup hat sich Ende 2015 zum Ziel gesetzt, zum weltweit drittgrößten Halbleiterhersteller der Welt aufzusteigen. Seitens Taiwan und den USA regt sich hinsichtlich dieser Pläne Widerstand; so wurde etwa die in dieser Liste aufgeführte Übernahme von Aixtron durch die Fujian Gov aufgrund militärischer Bedenken aus den USA wieder gestoppt.(Bild:  ZVEI)
Chinas grenzübergreifende Übernahmen nicht-chinesischer Halbleiter-Unternehmen. China möchte massiv die Machtverhältnisse im Halbleitermarkt umkrempeln; die Tsinghua Unigroup hat sich Ende 2015 zum Ziel gesetzt, zum weltweit drittgrößten Halbleiterhersteller der Welt aufzusteigen. Seitens Taiwan und den USA regt sich hinsichtlich dieser Pläne Widerstand; so wurde etwa die in dieser Liste aufgeführte Übernahme von Aixtron durch die Fujian Gov aufgrund militärischer Bedenken aus den USA wieder gestoppt.
(Bild: ZVEI)

A propos China: Die Übernahmeaktivitäten seitens chinesischer Unternehmen oder Konsortien ist 2015 wie auch 2016 massiv gestiegen. Die Übernahmeaktivitäten chinesischer Firmen auf dem Elektronikmarkt machte im Vorjahr laut ZVEI 10% aller Akquisitonen aus - 2013 und 2014 hatte der Anteil noch gerade einmal 5% betragen.

Die Ziele sind dabei durchaus ambitioniert. So hat sich beispielsweise die Tsinghua Unigroup zum Ziel gesetzt, mittels breit aufgestellter Zukäufe zum weltweit drittgrößten Mikrocontrollerhersteller aufzusteigen. GigaDevice, Chinas bislang größter Speicher- und MCU-Hersteller, möchte sich aktiv in den europäischen Markt drängen.

Mit dem Kauf von Lattice Semiconductor für 1,3 Milliarden US-$ möchte die überwiegend chinesisch gestützte Private-Equity-Group Canyon Bridge den drittgrößten FPGA-Hersteller einverleiben. Und der chinesische Halbleiterkonzern San'an Optoelectronics hatte im Oktober diesen Jahres ein Übernahmeangebot für den deutschen LED-Fertiger Osram in unbekannter Höhe vorgelegt. Früher in diesem Jahr hatte Osram seine ausgegründete LampensparteLEDvance an das chinesische MLS-Konsortium veräußert.

Diese massive Expansion beschränkt sich allerdings nicht nur auf den Halbleitermarkt: Bis zum Jahr 2020 möchte China zu einer der zehn weltgrößten Automatisierungsnationen werden. In diesen Zusammenhang fällt auch die Übernahme des deutschen Robotikunternehmens Kuka durch den chinesischen Midea-Konzern, der 2016 auch zu einem deutschen Politikum geworden war und der inzwischen nahezu abgeschlossen ist. Auch in der Produktionstechnik will China bis 2025 eine führende Postion auf dem Weltmarkt einnehmen.

Während der ZVEI für den globalen Halbleitermarkt eine Reifephase feststellt, befindet sich der chinesische HL-Markt in einer rapiden Wachstumsphase. Während das gloable Wahstum des Makrtes zwischen 2010 und 2016 bei gerade einmal 2% lag, legten chinesische Unternehmen in diesem Bereich um nahezu 25% zu. Das liegt unter anderem daran, dass das organische Wachstum in China massiv durch Staat und Hochschulen befördert wird. So hatte China 2015 beispielsweise nahezu doppelt so viele hochausgebildete Absolventen als die USA; etwa die Hälfte der Absolventen in China kommen dabei aus dem MINT-Bereich (in USA liegt dieser Anteil bei ca. 15 %).

Diese Expansionspläne rufen allerdings auch die Politik auf den Plan. In Taiwan lösten beispielsweise Chinas Investmentpläne massiven Widerstand aus, die auch Einfluss auf die örtlichen Präsidentschaftswahlen hatten. Und die geplante Übernahme des deutschen Halbleiterherstellers Aixtron durch die chinesische Fujian Gov wurde nach Einspruch durch die USA gestoppt – offiziell weniger durch Angast aus Abwanderung der IP, sondern aufgrund der Befürchtung, das so erworbene Know-How könnte militärisch genutzt werden.

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