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Entwicklungen unter National Semiconductor und Wiedergeburt

Das folgende Jahrzehnt verblieb Fairchild unter dem Dach von National Semiconductor, für die weitere Entwicklungen anstanden. Die Neunziger Jahre begannen mit der Einführung eines auf der AMG-Architektur (Alternate Metal Ground) basierenden EPROMs. Der Fortschritt bestand in der Verdrahtung mit einem Kontakt für jeweils 64 Zeilen anstelle der damals gängigen T-Zelle mit einem Kontakt für zwei Zeilen. Die nächste signifikante Entwicklung war die 1991 eingeführte ECL-Serie 300, eine einfach einsetzbare schnelle ECL-Logik mit Temperaturkompensation und Treiberfähigkeit für gemischte ECL-, TTL- und CMOS-Logiken.
1994 folgte die „Crossvolt“-LCX-Logikfamilie, die mit ihrer Toleranz gegen Überspannungen den Übergang zu Versorgung mit 3,3 V sicherte. Mit einem neuartigen Plug-and-Play Controller stellte Fairchild 1994 eine Einchip-Lösung für den Interconnect von ISA-Bus-Adapterkarten vor. Und unter der Markenbezeichnung „TinyLogic“ kam 1996 eine High-Speed-Logikfamilie mit Single-Gate-Funktionalität auf sehr kleiner Chipfläche heraus, mit CMOS- und TTL-kompatiblen Eingängen.
Erst 1997 sollte das traditionsreiche Unternehmen wieder unter eigenem Namen auf dem Markt auftreten. Der neue Hauptsitz lag nun nicht mehr im Silicon Valley, sondern an der amerikanischen Ostküste: In South Portland im US-Bundesstaat Maine. Kirk Pond war der erste CEO des wieder unabhängigen Fairchild Semiconductor.
Neuausrichtung, Akquisen und neue Geschäftsfelder

1999 kehrte Fairchild mit der Übernahme der Power Devices Division von Samsung auf den strategischen Markt der Leistungshalbleiter und der analogen Komponenten für industrielle Anwendungen zurück. Im Zentrum standen vor allem zwei Produkte: Die Open-Cell-Planar-MOSFET-Technologie mit hoher Performance für Leistungsanwendungen sowie die QFET-Technologie mit besserem Eingangswiderstand, minimaler Gateladung und sehr hohen dv/di-Fähigkeiten. Ab 1999 kam die PowerSwitch Technologie (SPS) hinzu, die Pulsweitenmodulation mit einem SenseFET in einem Package für das Offline Power Switching vereinte.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends stand eine weitere Akquise auf dem Programm: Die Übernahme von QT Optoelectronics bedeutete einen verstärkten Fokus des Unternehmens auf optoelektronische Komponenten und Systeme. Kurz darauf folgte die Eingliederung von Kota Microcircuits und des Power-Management-Geschäfts von Linear Technology, was mit einem Schlag ein Umsatzvolumen von 400 Mio. Dollar hinzufügte.
Die nächste Runde der strategischen Zukäufe brachte 2001 den bereits 1967 von Fairchild-Urgestein Jean Hoerni gegründeten Anbieter von diskreten Halbleiterbausteinen, Intersil Corp., unter das Dach von Fairchild zurück. Dadurch stieg Fairchild Semiconductor zwischenzeitlich zum zweitgrößten Lieferanten von Power-MOSFETs weltweit auf. Im selben Jahr folgte die Rückkehr ins Silicon Valley mit der Umverlagerung des Firmenhauptsitzes nach San Jose.
Zu den nennenswerten technologischen Weiterentwicklungen zählten in den Folgejahren unter anderem die konfigurierbaren 20-Bit Bus Switches FST16450 und FSTUD16450 mit wählbarem Pegel-Shifting (2001), das kompakte Smart Power Modul FSBB20CH60 für dreiphasige Leistungswandlung (2003) sowie der seinerzeit industrieweit kleinste bidirektionale 24-Bit Low-Power Serializer/Deserializer µSerDes (2005).
2015 lag der Gesamtumsatz des heutigen Fairchild unter Chairman Mark S. Thompson bei 1,37 Mrd. US-$. Der größte Teil davon, knapp 60%, entfiel auf den Bereich Switching Power Solutions, gefolgt von der Analog Power and Signal Solutions Group mit 28%. Die Standard Products Group erwirtschaftete 14% des Umsatzes. Das aktuelle Produktspektrum des seit April 2016 im kalifornischen Sunnyvale ansässigen Unternehmens umfasst unter anderem analoge und Mixed-Signal ICs, Automotive-ICs, Die- und Wafer-Produkte, diskrete Bauelemente, Lighting-ICs, optoelektronische Bauelemente, Power-Management-Bausteine und Leistungs-Module und Sensoren.
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