Gehäusetechnik Gehäuse und Schränke für die Bahntechnik

Autor / Redakteur: Bernd Knab * / Lea Drechsel

Gehäuse und Schaltschränke für Bus- und Bahntechnik sind extremen Belastungen ausgesetzt. Gefragt sind Lösungen, die Vibrations- und Schock-fest sind sowie EMV-Schutz und Entwärmung aufweisen.

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Anspruchsvolle Umgebung: Der TGV Sud-Est oder TGV-PSE ist der französische Hochgeschwindigkeitszug, der von Alstom gebaut wurde und von der Französischen Eisenbahngesellschaft SNCF betrieben wird. Er fährt zwischen Paris und Südostfrankreich.
Anspruchsvolle Umgebung: Der TGV Sud-Est oder TGV-PSE ist der französische Hochgeschwindigkeitszug, der von Alstom gebaut wurde und von der Französischen Eisenbahngesellschaft SNCF betrieben wird. Er fährt zwischen Paris und Südostfrankreich.
(Bild: 101CC BY-SA 2.5, Babskwal)

Das Einsatzgebiet von Gehäusesystemen reicht von stationären Anwendungen wie Fahrscheinautomaten, digitalen Werbetafeln und Infoterminals in Bahnhöfen und an Haltestellen bis hin zu Lösungen für die Weichen-, Signal- und Schrankensteuerung und Kommunikationstechnik neben der Fahrstrecke. Schock- und Vibrationsfestigkeit der Gehäusetechnik spielen eine entscheidende Rolle.

Denn im Schienenverkehr, wo moderne Züge mit 300 km/h verkehren, entstehen hohe Windgeschwindigkeiten, starker Sog- und Luftdruck und eine aggressive Umgebung unter anderem durch Bremsstaub. In Tunneln – zum Beispiel bei U- und S-Bahn – muss die empfindliche Elektronik entsprechend robust verpackt sein, um die Steuerung von Belüftung sowie Not- und Fluchtsystemen garantieren zu können. Absolute Zuverlässigkeit und Sicherheit sind hier Grundvoraussetzung.

Stabil auch im mobilen Einsatz und Outdoor

Noch höher liegt die Messlatte beim Einsatz in den Fahrzeugen selbst: Aufnahmerahmen im Maschinen- und Motorraum, Schränke für Zugsicherungskomponenten, Pulte in der Fahrerkabine, Bedienterminals, Entertainment- und Informationssysteme, Unterflur- und Dachgehäuse sind hohen dynamischen Belastungen ausgesetzt. Teilweise müssen sie Vibrationen von >5 bis 25 g verkraften. Die statische Belastung ergibt sich vorwiegend aus dem Gewicht der eingebauten Komponenten.

Reicht bei stationären Anwendungen eine Schraube zur Befestigung oft aus, benötigen mobile Gehäusesysteme meist spezielle Sicherungen. Durch metrische Fixierung der Komponenten inklusive spezieller Schraubensicherungselemente wie Card Locks (Kartenschlösser) oder Wedge Locks (Keilsicherung) kann sich das Gehäuse nicht selbstständig unter Vibration lösen. Auch der Rahmen selbst muss bei Erschütterungen, zum Beispiel durch unebene Fahrbahnen oder Gleiswechsel, eine erhöhte Steifigkeit aufweisen.

Beim Einsatz unter freiem Himmel stellen extreme Umweltbedingungen wie Temperaturschwankungen von –30 bis 80°C, hohe Luftfeuchtigkeit, intensive UV-Sonneneinstrahlung und Staub die Systeme auf eine harte Probe. Im Unterflurbereich bei Bussen und Zügen – also beispielsweise am Drehgestell, der Bremsanlage und der Kupplung – kommen Regen, Schnee, Eis und Verunreinigungen hinzu. In manchen Fällen sind daher Schutzarten von IP56 bis 68 nötig.

Bei frei zugänglichen Outdoor-Anwendungen besteht darüber hinaus die Gefahr von Vandalismus. Zu den Standardeigenschaften von Gehäusen im Außenbereich sollten daher hohe Robustheit und Stabilität zählen – zum Beispiel durch doppelwandige CS(Closed System)-Gehäuse oder Sandwich-Bauweise.

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