Forderung des ESIA-Verbands EU Chips Act 2.0 soll Unterstützung für Legacy Chips enthalten

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Der EU Chips Act 2.0 müsse fortgesetzt werden, aber die Stärkung des europäischen Chipsektors auf „grundlegende sowie Legacy-Halbleiter“ ausweiten, fordert der Halbleiterverband ESIA. Anstatt dass die bestehenden Stärken europäischer Firmen ausgebaut würden, gingen diese nach dem aktuellen Programm leer aus.

Zurück in die Zukunft: Der Halbleiterverband ESIA hat betont, sich bei einer Fortsetzung des europäischen Förderprogramms für die Halbleiterindustrie nicht nur auf Zukunftstechnologien, sondern auch auf Grundlagen- und Legacy-Chips zu konzentrieren, da gerade hier die Stärken der bestehenden eurpäischen Chiphersteller liegen.(Bild:  frei lizensiert / Pexels)
Zurück in die Zukunft: Der Halbleiterverband ESIA hat betont, sich bei einer Fortsetzung des europäischen Förderprogramms für die Halbleiterindustrie nicht nur auf Zukunftstechnologien, sondern auch auf Grundlagen- und Legacy-Chips zu konzentrieren, da gerade hier die Stärken der bestehenden eurpäischen Chiphersteller liegen.
(Bild: frei lizensiert / Pexels)

Die EU-Kommission erörtert derzeit eine mögliche Fortsetzung des European Chips Act, der im April 2023 als Subventionsplan in Höhe von 43 Milliarden Euro (46,96 Milliarden Dollar) eingeführt wurde. Ziel des Förderprogrammes ist es, Europas Anteil am globalen Chipmarkt bis 2030 auf 20 % zu erhöhen.

Bislang scheint aber dieses Programm wenig Wirkung zu zeigen: Der größte Teil der zugesicherten Fördermittel, die zur Ansiedlung internationaler Firmen wie Wolfspeed oder Intel gedacht war, liegt aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation der Firmen immer noch auf Eis. Tatsächlich ist Europas Anteil am Chip-Weltmarkt im Vergleich zum Vorjahr sogar geschrumpft.

EU Chips Act 2.0: Fokus auf Zukunftstechnologien angekündigt

Die designierte EU-Kommissarin für Technologiepolitik, Henna Virkkunen, hatte vergangene Woche im EU-Parlament angekündigt, sich bei einer möglichen neuen Ausrichtung der Förderung auf Zukunftstechnologien wie Quantencomputing fokussieren zu wollen. Rene Schroeder, seit November Leiter der European Semiconductor Industry Association ESIA, sagte, die europäische Chipindustrie unterstütze grundsätzlich Virkkunens Ansicht. Allerdings sei es notwendig, auch Teile des bestehenden Chip-Ökosystems zu stärken: „Wir fordern die Kommission auf, einen Chips Act 2.0 vorzulegen, der sowohl Legacy- als auch grundsätzliche Halbleiter umfasst“, sagte Schroeder gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Europäische Chiphersteller wie die ESIA-Mitglieder Infineon, NXP und STMicroelectronics zählen in bestimmten bestehenden Bereichen des Chipmarktes zu weltweit führenden Unternehmen, insbesondere bei Mikrocontrollern, Leistungshalbleitern und Sensoren. Gerade der europäischen Automobilsektor, aber auch Industrieunternehmen sind auf diese Halbleiter angewiesen.

Legacy-Chips: Eine Schwächung wäre eine Stärkung Chinas

Schroeder sagte, die ESIA wolle eng mit der neuen Kommission zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Investitionen in die Forschung mit den Bedürfnissen der Wirtschaft in Einklang gebracht werden und sich schließlich ausweiten können. Der Verband erwarte, dass die kommende EU-Kommission ein breiteres Spektrum an politischen Instrumenten einsetzen wird, um die Chipindustrie zu fördern.

Man bevorzuge darüber hinaus eine Mischung aus Anreizen und Partnerschaften mit Ländern wie den Vereinigten Staaten, Japan und Südkorea „statt eines defensiven Ansatzes, der sich auf restriktive und schützende Maßnahmen stützt“. Wie die CEOs der ESIA-Mitglieder Infineon, NXP und STMicroelectronics gemeinsam auf einem Forum der Branchenmesse Electronica Mitte November geäußert hatten sei eine Zersplitterung des Halbleitermarktes, die durch nationalistische politische Tendenzen wie etwa in den USA entstehen könnten, besonders für den europäischen Chipsektor nicht wünschenswert.

Das Thema ist kein blinder Fleck in der EU-Agenda: Die vorangegangene Kommission hatte im Juli diesen Jahres eine breit angelegte Umfrage in der Branche zum Thema Legacy-Chiptechnologien gestartet. Ziel war es, Meinungen über deren Verwendung in den Lieferketten einzuholen. Ferner sollte auch das Potenzial einer Wettbewerbsbedrohung abgewogen werden, die durch einen umfangreichen Ausbau der Produktionskapazitäten chinesischer Unternehmen in diesem Feld ausgehen dürfte.(sg)

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