Interview Elektromobilität - Chancen für Automobilindustrie und Zulieferer
Eine Million Elektroautos sollen 2020 auf deutschen Straßen rollen. Wie ist das machbar? Die Politiker Dr. Peter Ramsauer, Martin Zeil und Dr. Angelika Niebler stehen Rede und Antwort.
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Im Vorfeld der 4. eCarTec (23. – 25. Oktober 2012 in München), äußern sich die Schirmherren Dr. Peter Ramsauer, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Martin Zeil, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, Dr. Angelika Niebler, Mitglied des Europäischen Parlaments, zum Thema Elektromobilität im Interview mit dem Messeveranstalter, der MunichExpo Veranstaltungs GmbH.
Was war Ihr erstes Auto?
Ramsauer: Ein gebrauchter weißer VW Käfer 1202. Ich war als 19jähriger richtig stolz darauf. 15 Liter Spritverbrauch war damals normal.
Zeil: Mein erstes Auto war ein VW-Käfer. Ein Super-Auto, das extrem lange gehalten hat.
Niebler: Ein gebrauchter Renault.
Welcher Typ Autofahrer sind Sie – immer am Limit oder eher der Sonntagsfahrer?
Ramsauer: Keins von beiden. Wie den allermeisten Autofahrer in Deutschland geht es mir um eine verantwortungsvolle, defensive und zügige Fahrweise.
Niebler: Ich bin eher eine sportliche Fahrerin.
Zeil: Bei meinem gefüllten Terminkalender bin ich täglich auf meine Fahrer im Dienstwagen angewiesen. In meiner Freizeit fahre ich sehr gerne Auto und auch über lange Strecken. Dabei bin ich ein recht entspannter Fahrer.
Denken Sie darüber nach, sich demnächst ein Elektrofahrzeug zu kaufen?
Ramsauer: Wir haben in unserem Ministeriums-Fuhrpark bereits ein Elektrofahrzeug. Wenn privat die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs ansteht, kann auch ein Elektroantrieb, z.B. ein Hybridfahrzeug in Frage kommen.
Niebler: Nein. Ich fahre im Jahr im Schnitt ca. 30.000 km. Für meine meist langen Strecken eignet sich im Moment noch kein Elektrofahrzeug.
Wie schätzen Sie das wirtschaftliche und gesellschaftliche Potenzial der Elektromobilität ein?
Ramsauer: Das lässt sich in der Tat nicht voneinander trennen. Das wirtschaftliche Potenzial ist in den kommenden Jahren und Jahrzehnten immens groß und wird mit jeder technischen Weiterentwicklung weiter wachsen. Die grundsätzliche gesellschaftliche Akzeptanz ist schon heute enorm und das Interesse in der Bevölkerung ist nach wie vor groß, vor allem weil Elektrofahrzeuge leise, effizient und ohne lokale Emissionen arbeiten.
Niebler:Es gibt ein Potenzial für Elektroautos, insbesondere für den Stadtverkehr, d.h. kürzere Fahrten. Genauere Prognosen lassen sich erst anstellen, wenn mehr Erfahrungen in den schon etablierten Modellregionen für E-Fahrzeuge gewonnen werden konnten.
Zeil: Die individuelle Mobilität mit dem eigenen Auto ist für viele ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Weil die fossilen Energieträger endlich sind, müssen wir eine umweltverträgliche, bezahlbare Alternative etablieren. Auch wenn derzeit die Elektromobilität in aller Munde ist und ich diese ebenfalls als eine wichtige Säule zukünftiger Mobilität sehe, wird diese allein kein Allheilmittel sein. In den nächsten Jahren werden wir viele, für die unterschiedlichen Nutzungsanforderungen optimierte Antriebsarten und -kombinationen erleben.
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