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Was wird sich Ihrer Meinung nach durchsetzen: Batteriesysteme oder E-Zapfsäule?
Ramsauer: Wir verfolgen einen technologieoffenen Ansatz: Was sich am Ende durchsetzen wird, kann man noch nicht sagen. Das hängt von den weiteren technischen Entwicklungen ab.
Zeil: Ich kann mir nicht vorstellen, dass Batteriewechselsysteme auf absehbare Zeit in der Praxis funktionieren und sich durchsetzen werden. Allein wenn man sich die Tatsache vor Augen hält, dass für ein Batteriewechselsystem eine Mindeststandardisierung aller E-Fahrzeuge notwendig wäre, kann man die massiven Hürden für eine Durchsetzung in der Praxis erahnen.
Niebler: Der Nachteil der E-Zapfsäulen sind nach meinem Kenntnisstand die langen Ladezeiten. Dies erfordert bei längeren Strecken eine sorgfältige Weg- und Zeitplanung. Batteriesysteme zum Wechseln werden in Dänemark und Israel in großen Projekten gerade erprobt. Ich vermute, dass die Batteriesysteme besser unseren Mobilitätsgewohnheiten entsprechen und daher einen Vorteil bei der Marktdurchdringung haben.
Bislang hemmt das lückenhafte Versorgungsnetz an Stromtankstellen die Verbreitung von Elektroautos. Wann und wie ist da Besserung in Sicht?
Ramsauer: Eigentlich ständig. Denn es entstehen jeden Monat neue Ladepunkte, die das Netz weiter ausbauen. So etwas ist auch eine Frage des Marktes. Aber die Bedingungen für Elektromobilität werden immer besser.
Niebler: Nach der derzeitigen Pilotphase müsste der Aufbau der Infrastruktur – finanziell – unterstützt werden.
Zeil: Das Versorgungsnetz an Stromtankstellen ist derzeit kein bedeutendes Hemmnis für die Verbreitung von Elektroautos. Die Stromwirtschaft hat ja grundsätzlich ein großes Interesse an der E-Mobilität als neuen Absatzmarkt. Daher ist zeitnah mit Investitionen in eine Ladeinfrastruktur zu rechnen, sobald sich eine entsprechendeNachfrage abzeichnet. Viele Stromversorgungsunternehmen engagieren sich auch bereits seit längerem in Pilot- und Modellvorhaben, um etwa die Alltagstauglichkeit der Ladevorrichtungen zu erproben. Im Vergleich zu herkömmlichen Tankstellen – egal ob konventionelle Kraftstoffe oder Gase – ist der Aufwand, eine elektrische Ladevorrichtung zu errichten, vergleichsweise gering, so dass bei Bedarf schnell reagiert werden kann.
Was ist ihre Prognose: Wann werden mehr Elektroautos als Benziner auf den Straßen zu sehen sein?
Ramsauer: Das ist sehr schwer zu sagen. Aber je nach technologischer Entwicklung wird das sicher noch mehr als 20 Jahre dauern.
Niebler: Das wird noch eine Weile dauern.
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