Elektronikbranche Durch ergebnisorientierte Kalkulations-Prozesse die Wettbewerbsfähigkeit verbessern
Der Druck auf den Einkauf gerade auch in der Elektronikbranche wächst, denn jeder Auftrag ist heiß umkämpft. Nur Unternehmen, die ihr Informationsmanagement im Griff haben und auf eine ergebnisorientierte Prozessgestaltung setzen, werden in Zukunft ihre Auftragsquote auf ein wettbewerbsüberlegenes Niveau heben können.
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Unternehmen der Elektronik-Industrie verschwenden Zeit und Ressourcen, weil sie bei ihren Kalkulationen mit falschen Gewichtungen und unzulänglichen Prozessen arbeiten. Extrem aufwendigen Kalkulationen in der Fertigung stehen insbesondere bei EMSlern oft unstrukturierte und informationstechnisch nur unzureichend unterstützte Kalkulationsprozesse in der Materialwirtschaft gegenüber – obwohl der Materialkostenanteil dort bei 70 bis 80 Prozent liegt und die Qualität der Materialkalkulation maßgeblich darüber entscheidet, ob man den Zuschlag für die Beauftragung erhält oder nicht.
Produktion und Prozessabläufe optimieren
Auch die besten Fertigungstechnologien und -prozesse nutzen einem Unternehmen bekanntlich wenig, wenn die Auftragsquote für potenzielle Neukunden auf Dauer im niedrigen einstelligen Bereich verharrt – weit unter den Quoten der härtesten Konkurrenten. Doch das, so scheint es, wird von vielen Unternehmen gerne negiert, hat Andreas Koch in seiner langjährigen Tätigkeit als Managementberater in der Elektronikbranche feststellen müssen:
„Es überrascht uns immer wieder, wie problemlos und ohne mit der Wimper zu zucken die Verantwortlichen das notwendige Geld für eine neue Produktionsmaschine in die Hand nehmen. Bei Investitionen in die Prozessoptimierung, auf deren Basis es möglich wäre, die Kalkulationsqualität nachhaltig zu verbessern und die Materialbewirtschaftung insgesamt zu optimieren, sieht das ganz anders aus.“
Ursächlich hierfür ist nach Ansicht des Branchenexperten die ausgeprägte Technologieorientierung der meisten Unternehmen und eine damit einhergehende partielle Vernachlässigung bzw. Missachtung bestimmter kaufmännischer Aufgaben: „Die besonderen Herausforderungen der Materialbewirtschaftung werden von vielen Unternehmen der Branche, insbesondere von EMS-Dienstleistern, systematisch unterschätzt.“
Trennung von Vertrieb und Einkauf überwinden
Markus Renner, der gemeinsam mit Andreas Koch die Managementberatung Perzeptron gegründet hat und ebenfalls seit mehr als zehn Jahren in der Elektronik-Branche als Berater unterwegs ist, geht in seiner kritischen Analyse sogar noch einen Schritt weiter: „Vertrieb und Einkauf leben hier nicht selten noch immer in ihren eigenen Welten – getrennt voneinander und ohne Verständnis für die Herausforderungen, mit denen der Kollege des anderen Bereiches gerade zu kämpfen hat.“
Typischerweise kommt es nach seinen Erfahrungen in solchen Strukturen immer wieder vor, dass der Vertrieb auf der obersten Geschäftsleitungsebene moniert, zu viele Aufträge allein deshalb zu verlieren, weil man im Material zu teuer sei. Der Einkauf kontert diese Kritik dann genauso regelmäßig mit dem Vorwurf, dass der Vertrieb zu oft mit Anfragen komme, die von vornherein kaum die Chance hätten, zu Aufträgen zu werden.
Schuldzuweisungen statt Kooperation
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