Elektronikbranche

Durch ergebnisorientierte Kalkulations-Prozesse die Wettbewerbsfähigkeit verbessern

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Der kritische Pfad ist nur selten bekannt

„Wer zu einer optimalen Produktion kommen will, muss den kritischen Pfad kennen“, ergänzt Renner, „und zwar für jeden Auftrag, für den Material als eine Einheit zusammen in die Fertigung eingesteuert werden muss.“

Nur wenn der Einkauf diesen kritischen Pfad kenne, und zum Beispiel die Bedeutung eines verschobenen Liefertermins in seinen Konsequenzen für die Produktion richtig einzuschätzen wisse, könne er auch seine eigenen Ressourcen richtig einsetzen und möglichen Gefährdungen rechtzeitig begegnen.

„Die für solche Beurteilungen erforderliche Transparenz bieten Standard-ERP-Systeme allerdings nie“, weiß Renner aus langjähriger Erfahrung. Zielführend seien hier stattdessen spezielle Werkzeuge – so genannte Engpassbetrachtungen -, mit denen es dem Einkauf möglich sei, sämtliche Bauteilengpässe für die Produktion frühzeitig und vor allem systematisch zu ermitteln.

Der Aufbau einer solchen Engpassbetrachtung erleichtert dem Einkauf ein strukturiertes Vorgehen, da die Engpässe nach Dringlichkeit sortiert sind. Aufgezeigt wird zum Beispiel:

  • wenn benötigte Bauteile für einen Produktionsauftrag noch gar nicht bestellt sind,
  • wenn die bestellte Menge nicht ausreicht, um den Bedarf in der Produktion zu decken,
  • wenn der Liefertermin für ein Bauteil überschritten ist,
  • wenn der Liefertermin für ein Bauteil zeitlich hinter dem geplanten Produktionstermin liegt, und
  • wenn die Bestellung vom Lieferanten noch nicht bestätigt wurde.

All diese Konstellationen werden als Engpässe aufgezeigt, sofern die vorhandene, frei verfügbare Lagermenge für den Bedarf des betreffenden Produktionsauftrages und aller damit konkurrierenden Aufträge nicht ausreicht.

Solche Betrachtungen und systematischen Vorgehensweisen finden die Wiesbadener Branchenexperten allerdings viel zu selten vor. Stattdessen zeigen Beobachtungen und Analysen, dass Einkäufersehr oft Blind-Leistungen erzeugen, Ressourcen in falsche Prozesse stecken und überwiegend mit falschen Gewichtungen arbeiten.

Fehlende Transparenz – auch und gerade was Fehlteile betrifft - und eine unzureichende Kenntnis im Hinblick auf den kritischen Pfad führen in letzter Konsequenz dazu, dass der Einkauf ständig rotieren muss und sich im Operativen aufreibt, anstatt – wie es sinnvoll wäre – sich stärker den strategischen Aufgabenstellungen zu widmen.

„Der Einkauf ist für ein Unternehmen dann am wertvollsten, wenn er die richtigen Entscheidungen trifft, und nicht, wenn er einen Großteil seiner Zeit damit verbringt, Informationen einzuholen. Das kann die EDV besser“, weiß Renner aus langjähriger Erfahrung.

Der Weg zu einer optimierten Materialwirtschaft

Für die Bestandsaufnahme – also für die Analyse der Prozesse und der vorhandenen IT-Systeme - kalkulieren die Berater in ihren Projekten im Allgemeinen einen Aufwand von vier Tagen. Hinzu kommen drei weitere Beratertage für Schwachstellenanalyse und Soll-Ist-Vergleich sowie ein Tag für den Maßnahmenplan und die Umsetzungsempfehlungen.

Der Aufwand für die grundlegenden Arbeiten bleibt für den Auftraggeber also absolut überschaubar und in einem Rahmen, der seinen Preis definitiv wert ist. Wie in jedem anderen Projekt entscheidet allerdings auch hier das Vorgehen in der Umsetzungsphase über den letztlichen Erfolg.

Und da sind weniger die Berater als vielmehr die eigenen Mitarbeiter des Auftraggebers gefragt. Deren Motivation und Offenheit gegenüber Neuem entscheiden darüber, mit welcher Dynamik und welchen Erfolgschancen ein solches Projekt auf die Schiene gesetzt werden kann.

Unternehmen müssen ihre Potenziale erkennen

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